deutsch english
Logo
Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
Bürgermeister-Dullinger-Str. 23, 93444 Bad Kötzting
Telefon: 09941 / 94 66 0, Telefax: 09941 / 94 66 66
Anmelden  
◀ Hauptmenü Seiten ▶
Aktuelles Schulfamilie Betrieb Fächer Profil Service

Aktuelles 2013

La dolce cittàBSG-Regensburg-Exkursion mit den italienischen Gastschülern aus Trient

Bad Kötz­ting. Man­ches an Re­gens­burg ist ziem­lich süd­lich, nicht zu­letzt des­we­gen ist die Stadt ein per­fek­tes Aus­flug­ziel für ita­lie­ni­sche Gast­schü­ler. In der Nacht hat­te es noch ge­wit­tert, doch am Aus­flugs­tag hat­te Pe­trus ein Ein­se­hen und ge­stal­te­te das Wet­ter so, wie die 17 Schü­ler aus Tri­ent und ih­re Lehr­kräf­te Fe­de­ri­ca Mio­ri, An­ge­lia Goio und Eu­gen Joa es von Ita­li­en ge­wohnt sind.

Ei­nes der süd­li­chen De­tails von Re­gens­burg ist das be­kann­te Bruck­mandl auf der Stei­ner­nen Brü­cke, das – die Hand­fläche als Son­nen­schutz über den Au­gen – schon seit dem Mit­telal­ter nach Ita­li­en blickt. Lei­der wa­ren ein paar Wo­chen vor der Ex­kur­si­on der rech­te Arm so­wie die da­zu­ge­hö­ri­ge Ge­sichts­hälf­te her­un­ter­ge­bro­chen, aber das hat der gu­ten Lau­ne der Ex­kur­si­ons­teil­neh­mer kei­ner­lei Ab­bruch ge­tan. Als Nächs­tes ging es zur Por­ta Prae­to­ria, dem ein­drucks­voll rö­mi­schen Stadt­tor, des­sen fins­te­re Stei­ne manch ei­nen an das Ge­wit­ter vom Vor­tag er­in­ner­ten. Die drit­te ita­li­sche Le­gi­on hat­te Kai­ser Marc Au­rel da­mals an den nörd­lichs­ten Punkt der Do­nau be­foh­len, und mit ihr ka­men „wel­sche“ Hand­wer­ker und Händ­ler, von de­nen noch heu­te die „Wah­len­stra­ße“ Zeug­nis ab­legt. Der hier be­find­li­che Gol­de­ne Turm er­in­nert oh­ne­hin an Flo­renz oder Sie­na, die Re­gens­bur­ger Kauf­leu­te hat­ten Ver­bin­dun­gen bis nach Ve­ne­dig, und auch das Lächeln der be­rühm­ten Fi­gur des Er­mi­nold­meis­ters im Dom wirkt ir­gend­wie süd­lich und son­nig, trotz der ger­ma­nisch-küh­len Tem­pe­ra­tu­ren im ge­wal­ti­gen Got­tes­haus. Dass es aber auch düs­te­re Sei­ten an Re­gens­burg gibt, konn­te man an der Zer­stör­ung des Ghet­tos im 16. Jahr­hun­dert und an der Ju­den­het­ze im Drit­ten Reich nach­voll­zie­hen, und die Ge­gen­sät­ze wur­den für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler greif­bar, als man am Wat­markt vor dem ehe­ma­li­gen Wohn­haus Os­kar Schind­lers stand, der, nach­dem er im Zwei­ten Welt­krieg hun­der­ten von Ju­den das Le­ben ge­ret­tet hat­te, von 1945 bis 1950 in Re­gens­burg ein recht ver­arm­tes Le­ben fris­te­te. Am En­de wur­de aber al­les wie­der hei­ter; dass näm­lich den Deut­schen und den Ita­lie­nern der Fuß­ball glei­cher­ma­ßen im Blut liegt, er­fuhr man am Bei­spiel der bei­den Re­gens­bur­ger „Bal­lo­nau­ten“, die 1932 und 1933, zu Zei­ten der Wirt­schafts­kri­se, ei­nen manns­ho­hen Fuß­ball aus Holz kon­stru­ier­ten, mit dem und in dem sie ei­nen re­gel­rech­ten Gi­ro di Ger­ma­nia durch­führ­ten. Der­ma­ßen an­ge­füllt mit Wis­sen war es dann auch kein Wun­der, dass sämt­li­che Ex­kur­si­ons­teil­neh­mer bei dem Re­gens­burg-Rät­sel das Lö­sungs­wort her­aus­be­ka­men und nach der Preis­ver­tei­lung – Glücks­kä­fer für ei­ne mög­lichst wol­ken­lo­se Zu­kunft – die „nörd­lichs­te Stadt Ita­li­en­s“ in Rich­tung Bad Kötz­ting wie­der ver­lie­ßen.