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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Internationalität

  1. Gebirgs-wanderwoche in Südtirol
    1. Bedeutung dieser Schulveranstaltung in den Dolomiten
    2. 2017
    3. 2016
    4. 2015
    5. 2014
    6. 2013
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    8. 2011
  2. Schüleraustausch
    1. mit Dänemark
    2. mit Frankreich
    3. mit Italien
    4. mit Polen
    5. mit der Schweiz
    6. mit Tschechien
    7. mit Ungarn
  3. Wintersport-woche in den Alpen
  4. Douzelage
  5. Exkursionen
    1. Stdienfahrten für die Q 11
  6. POL&IS

Dolomiten-Faszination auf der Seceda und Polenta zum Rindsgulasch

Herausforderung und Orientierungshilfe12 Jahre BSG-Gebirgswanderwoche in Südtirol

Die Ge­birgs­wan­der­wo­che be­deu­tet für die Teil­neh­mer ei­ne be­acht­li­che kör­per­li­che Her­aus­for­de­rung. Wäh­rend die Ju­gend­li­chen im All­tags­le­ben im­mer mehr auf zwei oder vier Rä­d­ern un­ter­wegs sind, ha­ben sie wäh­rend un­se­res Au­f­ent­hal­tes in den Al­pen ei­ne knap­pe Wo­che lang Ge­le­gen­heit, auf an­spruchs­vol­len Tou­ren ih­re kör­per­li­che Leis­tungs­fähig­keit zu tes­ten und de­ren Gren­zen ken­nen zu ler­nen. Acht bis zehn Stun­den sind sie da­bei täg­lich un­ter­wegs, lan­ge Zeit auf ei­ner Höhe zwi­schen 2000 und 3000 Me­tern.

Wer als 16-jäh­ri­ger – meist noch ganz oh­ne Er­fah­rung im Berg­wan­dern – am ers­ten Tag von Ka­s­tel­ruth aus den stei­len An­s­tieg zum Puflatsch be­wäl­tigt und sich am Mor­gen dar­auf zur Wan­de­rung über den Sch­lern zur Tier­ser-Alpl-Hüt­te auf­macht, tags dar­auf noch aus­rei­chend Re­ser­ven für die Be­s­tei­gung des Platt­ko­fel be­sitzt und zum Ab­schluss auch beim Er­k­lim­men der Pa­na­schar­te mit Be­geis­te­rung da­bei ist, darf mit Recht stolz auf sei­ne Leis­tung sein.

Die­se Leis­tung hat man nicht als Ein­zel­kämp­fer, son­dern in ei­ner Ge­mein­schaft er­bracht. Und so ge­hört auch das po­si­ti­ve Ge­mein­schaft­s­er­leb­nis zu den Früch­ten, die der Teil­neh­mer an der Wan­der­wo­che ern­ten darf. Man­cher sport­li­che Schü­ler hat sich schon über das lang­sa­me Tem­po bei ei­nem Auf­s­tieg ge­wun­dert, bis er dann fest­s­tell­te, dass man sich da­für aus Rück­sicht für die Schwäche­ren in der Grup­pe ent­schie­den hat­te.

Und im­mer wie­der konn­ten ei­ni­ge Mäd­chen die letz­ten Höh­en­me­ter auf das Hoch­pla­teau des Puflatsch nur des­halb so pro­b­lem­los be­wäl­ti­gen, weil ih­nen be­son­ders sport­li­che Klas­sen­ka­me­ra­den den Ruck­sack für ei­ne Wei­le ab­nah­men. Am Abend, nach der an­st­ren­gen­den Wan­de­rung, freu­ten sie sich dann zu­sam­men mit al­len an­de­ren, et­was Großar­ti­ges be­wäl­tigt zu ha­ben.

Das Ziel un­se­rer all­jähr­lich ver­an­stal­te­ten Ge­birgs­wan­der­wo­che hat auch mit dem Kli­ma zu tun. Durch den Al­pen­haupt­kamm wird Süd­t­i­rol ge­gen die küh­len Nord­win­de ge­schützt. Und so kann man sich dort über ein durch­schnitt­lich er­heb­lich mil­de­res Kli­ma freu­en, als man es auf der Al­penn­ord­sei­te an­trifft.

Auch die Nie­der­schlags­men­gen sind ge­rin­ger als z.B. in den baye­ri­schen Al­pen. Die­se güns­ti­gen kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen er­mög­li­chen be­reits im Ju­ni/Ju­li ein in­ter­es­san­tes Tou­ren­pro­gramm, das in ähn­li­cher Wei­se in nörd­li­cher ge­le­ge­nen Al­pen­re­gio­nen nicht so oh­ne wei­te­res durch­führ­bar wä­re. Und aus fi­nan­zi­el­len Grün­den (güns­ti­ge­rer Preis für die Un­ter­kunft!) muss die Ge­birgs­wan­der­wo­che all­jähr­lich be­reits in der Vor­sai­son statt­fin­den.

Bei al­len kli­ma­ti­schen Vor­tei­len gel­ten aber für die Süd­t­i­ro­ler Ber­ge die wet­ter­be­ding­ten al­pi­nen Ge­fah­ren eben­so wie an­ders­wo. Auch hier ist mit plötz­li­chen Sch­lecht­wet­te­r­ein-brüchen, Tem­pe­ra­tur­stür­zen und – im Ju­li! – rasch sin­ken­der Schnee­fall­g­ren­zen zu rech­nen. (Bei der ers­ten BSG-Ge­birgs­wan­der­wo­che z. B. muss­ten wir beim Be­s­tei­gen des Platt­ko­fel we­gen ei­nes plötz­lich heran­zie­hen­den Ge­wit­ters kurz vor dem Er­rei­chen des Gip­fels um­keh­ren.)

Da­mit un­se­re Schü­ler auch mit sol­chen Ver­hält­nis­sen fer­tig wer­den, wird all­jähr­lich größ­ter Wert auf ei­ne ge­wis­sen­haf­te Vor­be­rei­tung al­ler Teil­neh­mer ge­legt. Das kor­rek­te Ver­hal­ten im Ge­bir­ge zu­sam­men mit der rich­ti­gen Aus­rüs­tung wird in vie­len Stun­den be­spro­chen und ein­ge­übt. Vi­el­leicht ist vor al­lem des­halb bis­her noch nie ein Un­fall pas­siert.

Bis 2011 wa­ren wir mit un­se­ren Schü­le­rin­nen und Schü­l­ern noch beim Turm­wirt in Ka­s­tel­ruth un­ter­ge­bracht, seit 2012 durf­ten wir uns im Ho­tel Ka­s­tel­ruth zu Hau­se füh­len. In die­sem sc­hö­nen Ho­tel ge­nos­sen wir die ge­müt­li­chen Räu­me und sc­hö­nen Stu­ben, be­son­ders aber die Gast­f­reund­schaft und das gro­ße Ver­ständ­nis, mit dem uns die Wirts­leu­te ent­ge­gen­kom­men. Da die­ses für uns so an­ge­neh­me Haus jetzt aber in ei­ne Well­nes­soa­se ver­wan­delt wird, muss­ten wir uns wie­der ein neu­es Quar­tier su­chen. Das ha­ben wir in Seis ge­fun­den, wo wir seit 2015 im Park­ho­tel Flo­ri­an un­ter­ge­bracht sind.

Da­zu ge­hört die gu­te Spei­se­kar­te des Hau­ses. Un­se­re Bu­ben und Mäd­chen sind beim Aben­d­es­sen nach den an­st­ren­gen­den Ge­birgs­tou­ren bis­her nicht nur bes­tens satt ge­wor­den; sie zeig­ten sich auch be­geis­tert von der ein­drucks­vol­len Viel­falt der Süd­t­i­ro­ler Küche, bei der ne­ben baye­ri­schen und ös­t­er­rei­chi­schen, be­son­ders ita­lie­ni­sche Ein­flüs­se zu er­ken­nen sind.

Po­len­ta zum Rinds­gu­lasch war für man­chen eben­so ei­ne neue Er­fah­rung wie der Ge­nuss von Spi­nats­patz­len und Schlutz­krapf­len. Und Süd­t­i­ro­ler Speck mit Fla­den­brot ge­hör­te selbst­ver­ständ­lich zum täg­li­chen Wan­der­pro­vi­ant.

Un­se­rem Quar­tier in Ka­s­tel­ruth blei­ben wir ger­ne treu. Der ein­ma­li­gen At­mo­sphä­re des Haup­t­or­tes im Sch­lern­ge­biet mit dem zen­tra­len, von zin­nen­be­wehr­ten Häu­s­ern ein­ge­fass­ten Platz, mit sei­nem Brun­nen und dem frei­ste­hen­den Turm kann man sich nicht ent­zie­hen.

Der 1000-jäh­ri­ge Ort auf 1050 Me­ter Mee­res­höhe ge­fällt mit ar­chi­tek­to­ni­schen und künst­le­ri­schen Kost­bar­kei­ten und mit ei­ner über­di­men­sio­niert wir­ken­den Kir­che, die oft auch als „Al­pen­dom“ be­zeich­net wird. Ka­s­tel­ruth ist trotz sei­nes städ­ti­schen Cha­rak­ters so über­schau­bar wie ein klei­nes Dorf – ein Vor­teil für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die sich von An­fang an bes­tens zu­recht-fin­den; güns­tig auch für die Lehr­kräf­te, die so ih­re Auf­sichtspf­licht re­la­tiv pro­b­lem­los er­fül­len kön­nen.

Ein­drucks­vol­le Fels­for­men und großar­ti­ge Aus­bli­cke auf schnee­be­deck­te Al­pen­gip­fel bei der Lang­ko­fel-Um­run­dung; das glanz­vol­le Pan­ora­ma fas­zi­nie­ren­der Do­lo­mi­ten­bil­der am Col de la Pie­res; der herr­li­che Blick von der Sei­ser Alm auf den Sch­lern, das Wahr­zei­chen Süd­t­i­rols; die wech­sel­vol­len Bil­der vom Sch­lern­mas­siv hin­un­ter auf die Sei­ser Alm mit ih­ren idyl­lisch ge­le­ge­nen Schwai­gen; der gi­gan­ti­sche Ein­druck; den das Sella­mas­siv ver­mit­telt; der über Edel­weiß und Lat­schen schwei­fen­de Blick auf die Re­gens­bur­ger Hüt­te zu Fü­ß­en der Geis­ler­spit­zen…. Die Ge­birgs­wan­der­wo­che bie­tet un­se­ren Schü­l­ern in ei­nem der wohl sc­höns­ten Ge­bie­te des Al­pen­rau­mes mit den satt­grü­nen Al­men, den ge­heim­nis­vol­len Moo­ren, ma­je­s­tä­ti­schen Gip­feln und stil­len Berg­se­en ein tief be­we­gen­des Land­schaft­s­er­leb­nis.

Die­ses Er­leb­nis mag uns hel­fen, un­se­re Rol­le in un­se­rem Le­ben auf die­ser Er­de zu über­den­ken und vi­el­leicht neu zu de­fi­nie­ren. „Das stum­me Ste­hen und Schau­en vor den Ur­ge­wal­ten und Rie­sen­for­men der Ber­ge ist ei­ne heil­sa­me Be­leh­rung, ein Zu­recht­rü­cken der Wir­k­lich­keit, ei­ne Of­fen­ba­rung der Wahr­heit: der Wahr­heit über mein Klein­sein, mei­ne Win­zig­keit, mei­ne Zeit­lich­keit, mei­ne Gren­zen, mein An­ge­wie­sen­sein ge­gen­über dem Ge­wal­ti­gen, der hin­ter die­ser Sc­höp­fung steht und leb­t“. Rein­hold Ste­cher lang­jäh­ri­ger Bi­schof von Inns­bruck und be­geis­ter­ter Berg­s­tei­ger, hat das for­mu­liert in sei­nem Buch „Bot­schaft der Ber­ge“. Und als wir ein­mal auf dem Gip­fel des Platt­ko­fel bei präch­ti­ger Fern­sicht das Al­pen­pan­ora­ma zu den Wor­ten der Sc­höp­fungs­ge­schich­te auf uns wir­ken lie­ßen, wur­de uns deut­lich was er meint mit sei­nem Wort „Vie­le We­ge füh­ren zu Gott, ei­ner geht über die Ber­ge“. – Von der tie­fen christ­li­chen Prä­gung des Süd­t­i­ro­ler Lan­des zeu­gen un­zäh­l­i­ge Orts­na­men (im Ge­biet zwi­schen Waid­bruck und Sel­la­joch z.B. St. Os­wald, St. Mi­cha­el, St. Pe­ter, St. Chris­ti­na, St. Ul­rich), die zahl­rei­chen se­hens­wer­ten, oft­mals sehr klei­nen, aber fast im­mer auf ei­ne na­tür­li­che Wei­se in die Berg­welt ein­ge­bun­den Kir­chen und nicht zu­letzt die vie­len Weg­k­reu­ze, die den Wan­de­rer zum An­hal­ten, Be­trach­ten, Nach­den­ken und Be­ten ein­la­den.

Vor lau­ter Be­geis­te­rung über die Sc­hön­heit der Land­schaft Süd­t­i­rols läuft man Ge­fahr, den kul­tu­rel­len Reich­tum die­ser Ge­gend zu über­se­hen. Häss­li­che Re­gen­ta­ge, in Süd­t­i­rol eher sel­ten, bo­ten uns aber ei­ni­ge Ma­le Ge­le­gen­heit, un­se­ren Mäd­chen und Bu­ben zu zei­gen, dass das Ge­biet zwi­schen Bren­ner und Sal­ur­ner Klau­se auch ein Land er Bur­gen und der Klös­ter ist.

Dass wir uns bei der Wan­der­wo­che in Ka­s­tel­ruth bis­her im­mer so wohl ge­fühlt ha­ben, liegt vor al­lem auch an den dort le­ben­den Men­schen. Wir durf­ten er­fah­ren, dass sie wie al­le Berg­be­woh­ner der Welt vor al­lem hei­ter, fröh­lich, hilfs­be­reit und zu­frie­den sind. Als Gäs­te konn­ten wir uns dar­über freu­en, dass man uns stets mit Ach­tung und Herz­lich­keit be­geg­ne­te. In Ge­sprächen wur­de uns deut­lich, dass wir in ers­ter Li­nie nach in­ne­ren Wer­ten be­ur­teilt wer­den.

Süd­t­i­ro­ler sind Men­schen, die mit dem Be­griff Hei­mat noch et­was an­fan­gen kön­nen und ihn zu schät­zen wis­sen. Der ita­lie­ni­sche Fa­schis­mus woll­te sie einst ih­rer Hei­mat be­rau­ben.

Sie ha­ben aber ge­kämpft und sich ih­re Hei­mat er­hal­ten und ge­si­chert, al­lem voran ihr lang­jäh­ri­ger Lan­des­haupt­mann Dr. Sil­vi­us Ma­g­na­go. Glaub­wür­dig und fun­diert kann man un­se­ren Ju­gend­li­chen in Süd­t­i­rol ei­nen Be­griff er­läu­tern, mit dem man bei uns gro­ße Schwie­rig­kei­ten hat.

Wenn un­se­re Mäd­chen und Bu­ben in Ka­s­tel­ruth an­kom­men, sind sie im Aus­land und doch da­heim. Das liegt auch an der Spra­che, de­ren Ver­wandt­schaft zu un­se­rem baye­ri­schen Dia­lekt un­ver­kenn­bar ist. Und die Süd­t­i­ro­ler hän­gen an die­ser Spra­che wie an ih­rer Hei­mat. In „Ka­ta­kom­ben­schu­len“ be­wahr­ten sie sie wäh­rend des Fa­schis­mus – in ei­ner Zeit, in der deutsch­spra­chi­ge Kin­der in ita­lie­ni­schen Schu­len ge­hen muss­ten und ih­re Mut­ter­spra­che nicht mehr be­nut­zen durf­ten.

Die Men­schen in Süd­t­i­rol ha­ben auch ei­ne Ein­stel­lung zu Tra­di­ti­on und Brauch­tum, die uns Re­spekt ab­nö­t­igt. Hier scheint man Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart tat­säch­lich har­mo­nisch mit­ein­an­der ve­r­ei­nen zu kön­nen. Die Tra­di­ti­on hält man auf­recht aus Über­zeu­gung, nicht aus Ge­wohn­heit oder gar dem Frem­den­ver­kehr zu­lie­be. Wir hat­ten wie­der­holt Ge­le­gen­heit, die Ka­s­tel­ru­t­her in ih­ren Trach­ten bei gro­ßen Fes­ten zu er­le­ben. Ihr Auf­t­re­ten strahl­te Wür­de aus und wirk­te über­zeu­gend.

Süd­t­i­rol ist kei­ne hei­le Welt. Auch dort ver­wech­sel­te man ein­mal die Um­welt mit ei­nem Selbst­be­di­e­nungs­la­den und träum­te von Skia­re­nen, Kraft­wer­ken und Bet­ten­bur­gen. Ei­ni­ge Bau­ten auf der Sei­ser Alm zeu­gen noch heu­te von die­ser Zeit. Man be­merk­te aber dann doch recht­zei­tig, dass man den Ein­klang, in dem man seit Men­schen­ge­den­ken mit der Na­tur leb­te, nicht ge­fähr­den darf.

Und so wur­den die Süd­t­i­ro­ler bald zu Pio­nie­ren ei­nes neu­en scho­nen­den Tou­ris­mus, den man heu­te sanf­ten Tou­ris­mus nennt. Im Na­tur­park Sch­lern z.B. füh­len sich heu­te die Tou­ris­ten wohl, aber auch der Tier- und Pflan­zen­welt blieb ein Pa­ra­dies er­hal­ten. Aus die­ser Ent­wick­lung gibt es viel zu ler­nen – vor al­lem für un­se­re Schü­ler.

Seit über zehn Jah­ren ist es den für die Wan­der­wo­che ver­ant­wort­li­chen Lehr­kräf­ten auch ein gro­ßes An­lie­gen, den Schü­le­rin­nen und Schü­l­ern klar­zu­ma­chen, wel­ches schwe­re Schick­sal die Süd­t­i­ro­ler seit dem En­de des 1. Welt­krie­ges zu er­tra­gen hat­ten. Un­ter­richts­stun­den vor Be­ginn der Wan­der­wo­che, Dich­ter­le­sun­gen und von uns be­s­trit­te­ne po­li­ti­sche In­for­ma­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­a­ben­de mach­ten für un­se­re Gym­na­sias­ten Schlag­wor­te wie „ Po­li­tik der Fa­schis­ten“, „Opt­an­ten“ oder „Süd­t­i­rol­pa­ket“ ver­ständ­lich.

Ei­ne Le­sung des Me­ra­ner Schrift­s­tel­lers Sepp Mall ge­hört seit ein paar Jah­ren zum Pro­gramm der BSG-Ge­birgs­wan­der­wo­che.

Sie lern­ten auch be­g­rei­fen, warum Ka­s­tel­ruth auch Ca­s­tel­rot­to heißt und wie­so im Gröd­ner­tal auch in la­di­ni­scher Spra­che un­ter­rich­tet wird. Vor al­lem aber woll­ten wir un­se­ren Ju­gend­li­chen im­mer ver­deut­li­chen, wie in die­ser Re­gi­on auf fried­li­chem We­ge ei­ne lang an­hal­ten­de Kri­se bei­ge­legt wur­de und wel­chen Vor­bild­cha­rak­ter die­se Lö­sung für an­de­re Pro­b­lem­ge­bie­te der Er­de ha­ben könn­te. Wir ver­such­ten ih­nen auch zu zei­gen, warum sich ge­ra­de die Süd­t­i­ro­ler wie auch an­de­re Min­der­hei­ten so sehr nach ei­nem Ve­r­ein­ten Eu­ro­pa seh­nen.

Bei un­se­ren Wan­de­run­gen sto­ßen wir im­mer wie­der auf Weg­wei­ser. Sol­che be­nö­t­i­gen un­se­re Ju­gend­li­chen, nicht nur im Ge­bir­ge. Auch über sie hat sich Bi­schof Ste­cher in sei­nem Buch ge­äu­ßert: „ Es ist auch auf un­se­ren Le­bens­we­gen so, dass wir hie und da Men­schen brau­chen, die ei­ne Weg­wei­ser­funk­ti­on aus­ü­ben: … Sie müs­sen zu­nächst stim­men …, das heißt in be­ru­hi­gen­der Wei­se Wahr­heit und Rich­tung aus­strah­len, ech­te Zie­le an­wei­sen, die an der Wir­k­lich­keit ori­en­tiert sind.“ Wir Lehr­kräf­te wol­len uns dar­um be­mühen, glaub­wür­di­ge Weg­wei­ser zu sein, im Ge­bir­ge wie im schu­li­schen All­tag.