Ueberblick

 

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18.10.2011
 

 

Geschichtsfahrt des Benedikt-Stattler-Gymnasiums

 

Schulfamilie auf den Spuren des historischen Erbes Landshuts

Bad Kötzting. Der Samstagmorgen versprach, trotz der empfindlichen Morgenkälte, einen sonnigen Tag. So bestiegen am Jahnplatz über 150 Eltern mit ihren Kindern und Lehrer die drei wartenden Busse, die sie in die Bezirkshauptstadt Niederbayerns bringen sollten.

Die Fachschaft Geschichte des Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting hatte das vierte Mal zu einem Geschichtstag eingeladen. Ziel war es, mit den Familien die Relikte der Vergangenheit Landshuts zu erkunden und die Geschichte bayerischer Städte greifbar werden zu lassen.

Die Schüler und Eltern der fünften bis achten Jahrgangsstufe begannen den Tag mit thematischen Stadtführungen. So stand der Stadtrundgang der Fünftklässler unter dem Motto „Erlebnis Stadt“ und die Sechst- bis Achtklässler wanderten auf den Spuren des Mittelalters. Die Mitfahrer aus der neunten bis zwölften Jahrgangsstufe besichtigten am Vormittag die Burg Trausnitz, die nach einem Brand im Jahre 1961 aufwändig saniert worden war. Durch Prunksäle, behangen und ausgestattet mit eindrucksvollen Wandteppichen und wertvollen Truhen bzw. Schränken, führte der Weg auf das Burgrondell, wo früher höfische Tanzveranstaltungen hoch über den Dächern der Altstadt Landshuts in der Herzogsburg abgehalten wurden. Die mächtigen Mauern, der im Mittelalter als uneinnehmbar geltenden Festung, zeugen von dem Reichtum der niederbayerischen Herzöge. Während sich diese Gruppen nach einer Mittagspause bei Stadtführungen über Landshut informieren ließen, besuchten die sechsten bis achten Klassen die Burg Trausnitz. In der Stadt wurden die Schüler von den Zwistigkeiten der Herzöge mit den selbstbewussten Bürgern, der Bedeutung der Wandfarben der Häuser, dem Renaissanceprunk der Stadtresidenz der Herzöge und manch tödlicher und grausamer Begebenheit aus der Stadt an der Isar in Kenntnis gesetzt. In den Räumlichkeiten des Rathauses gewannen die Teilnehmer einen Einblick in die Feierlichkeiten anlässlich der Landshuter Hochzeit, zu denen 10 000 geladene Gäste kamen, um dem Hochzeitspaar Georg dem Reichen und seiner polnischen Braut  Hedwig 1475 die Aufwartung zu machen. Ein für den Vater des Bräutigams teueres Vergnügen, der sich nach heutiger Rechnung die einwöchigen Festivitäten mit Turnieren und Tanzveranstaltungen über 12 Millionen Euro kosten ließ. Die Besichtigung der gotischen Basilika St. Martin, die über den höchsten Backsteinturm der Welt verfügt, bildete den Abschluss des Streifzugs durch die Stadt.  Die Fünftklässler durften im Zunfthaus erfahren, wie Gold gewaschen wurde. Zudem schmiedeten sie und es wurde ihnen gezeigt, wie mittelalterliche Schuster Schuhe für Kinder anfertigten.

Auf der Heimfahrt dieses sonnigen und ungewöhnlich warmen Oktobertages konnten Eltern wie Kinder schließlich ihr bei den Stadtführungen und auf der Burg erworbenes Wissen in einem Landshut-Quiz unter Beweis stellen. Die Sieger wurden mit Urkunden und historischen Romanen belohnt und mancher kündigte an, selbst im Rahmen eines Besuches der niederbayerischen Stadt die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen.