BSG-Kollegiaten von der britischen Insel begeistert
Simone Nemmer, Franziska Achatz und Magdalena Breu berichten von einer interessanten
Studienfahrt nach England
Bad
Kötzting. Reif für die Insel fühlt sich ein Großteil der Kollegiaten der Jahrgangsstufe
12 des Benedikt-Stattler Gymnasiums Bad Kötzting. Gegen Ende des anstrengenden
Schuljahres traten 44 Schüler unter der Leitung von OStR Walter Schmid zusammen
mit seinen Kollegen, StD Günther Pecher und StRin Dr. Nadine Kilgert, sowie
deren Ehemann ihre Studienabschlussfahrt nach England an.

Zur Abfahrt traf man sich am Jahnplatz - und sogleich begann die Reise zur ersten
Station, dem größten Hafen Europas, Rotterdam, von wo aus die "Pride of Hull"
zur Überfahrt nach England ablegte. Das Schiff, ein schwimmendes Hochhaus, brachte
uns über Nacht ans andere Ufer, in die an der Ostküste Mittelenglands gelegene
Hafenstadt Hull.

Gestärkt von einem "English breakfast", bestehend aus Eiern, Speck, Bohnen und
Würstchen - die Blutwurst erfreut sich keiner größeren Beliebtheit - auf der
Fähre, setzten wir die Reise im Omnibus fort und kamen zwei Stunden später in
der alten Stadt York an. Die reizvolle, vollständig von einer Mauer umgebene
Stadt, bot viele Sehenswürdigkeiten. Dazu zählte auch York Minster, eine sehr
alte und riesengroße gotische Kathedrale, die als Herz von Yorkshire und Nordengland
angesehen wird. Bei einer Stadtführung wurden wir über wichtige, historische
Ereignisse, beispielsweise über die zahlreichen Eroberungen durch Römer, Angelsachsen
und Normannen informiert. Abends erkundeten wir selbst das Stadtzentrum und
aßen in einem der für England typischen Pubs zu Abend.

Tags darauf fuhren wir weiter nach Stratford-on-Avon, der nächsten Etappe der
Studienfahrt. In Nottingham wurde ein kurzer Zwischenstopp eingelegt, da Herr
Schmid vor 25 Jahren in dieser Universitätsstadt Mittelenglands ein Jahr lang
englische Sprache und Literatur studiert hatte. Der Rest des Tages drehte sich
um den größten Dichter und Denker Englands, William Shakespeare. Zunächst wurde
das ehemalige Wohnhaus von dessen Frau Anne Hathaway besichtigt. Anschließend
statteten wir dem Geburtshaus Shakespeares im Stadtzentrum und dem kleinen Gotteshaus,
in dem er zusammen mit seiner Familie die letzte Ruhestätte fand, einen Besuch
ab.

Der folgende Tag begann mit der Weiterreise in die Hauptstadt Großbritanniens,
London. Im Vergleich zu Berlin hat die Metropole mehr als doppelt so viele Einwohner.
7,2 Millionen Menschen leben im Großraum London. Dauernd ertönten Sirenen und
es rasten Polizeiautos mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei. Vorher machten
wir jedoch noch einen kurzen Spaziergang in Oxford, wo uns Herr Pecher einige
Eindrücke von der berühmten Universitätsstadt vermittelte.
Nachdem wir die Jugendherberge im Nordwesten der Stadt, unweit von Regent's
Park bezogen hatten, fuhren wir in die Stadtmitte und suchten Piccadilly Circus,
Leicester Square und Covent Garden auf. Wir durften den Abend frei gestalten.
Die Lehrkräfte sowie zwei Schüler ließen sich im Dominion in der Tottenham Court
Road vom Queen Musical "We will rock you" mitreißen, andere suchten einen Club
auf - die englische Entsprechung zur deutschen Diskothek. Eine Besonderheit
der meisten englischen "clubs" ist der typisch elegante Dresscode, der für den
Einlass erforderlich ist.

Statt Anzug und Aktentasche dominierten am Sonntag jedoch die Digitalkameras
der Touristen im Stadtkern. Deshalb war eben dieser Tag für die Stadtrundfahrt
mit dem eigenen Omnibus ausgewählt worden, da Staus vermieden werden konnten.
Eine bedeutende Sehenswürdigkeit stellte die "St. Paul's Cathedral" dar, die
im Jahre 1666 durch das große Feuer zerstört worden war, dem 80 % der Londoner
City zum Opfer gefallen waren. Sir Christopher Wren war mit dem Wiederaufbau
beauftragt worden und schuf ein Meisterwerk mit der nach dem Petersdom zweitgrößten
Kirchenkuppel Europas. Auf dem Programm standen auch Westminster Abbey sowie
Wohnhäuser entlang der eleganten Park Road und Einkaufsstraßen der High Society,
die Tower Bridge und Buckingham Palace inklusive der Wachablösung.
Nachmittags teilte man sich in zwei Gruppen. Herr Pecher führte den einen Teil
nach Camden, Herr Schmid war mit einer anderen Gruppe entlang der Themse unterwegs,
vorbei am London Eye, der New Tate und Shakespeares Globe, über die Millenium
Bridge nach St. Paul's.

Am vorletzten Tag der Studienfahrt konnten wir zwischen drei Museen auswählen
- Tate Gallery, British Museum und Natural History Museum. Der Nachmittag stand
zur freien Verfügung. Einige kauften ein, andere gingen zu Madame Tussaud, wieder
andere statteten Harrods in der Brompton Road einen Besuch ab.

Zu rasch ging eine ereignisreiche Woche zu Ende. Wir traten die 20-stündige
Heimreise an. In London fielen uns besonders die zahlreichen Baustellen und
Linienausfälle der "London Tube" auf. So waren für zwei Tage die Jubilee, Metropolitan
und Victoria Line gesperrt, was recht ungewöhnlich erschien und wohl mit den
im Jahre 2012 bevorstehenden Olympischen Spielen zusammenhängt. Dabei werden
insgesamt 9,3 Milliarden Pfund Steuergelder in Renovierungen und Neubauten investiert.
Da könnte man doch aufgrund der faszinierenden Erlebnisse oder wenn man wieder
reif für die Insel ist, durchaus auf die Idee kommen, London zu "one of the
greatest events on earth", den Olympischen Spielen 2012, erneut zu besuchen.