NEWS - BSG hilft „Wegwerfkindern“ von La Paz

 

BSG hilft "Wegwerfkindern" von La Paz

Padre José schilderte Unterstufenschülern Elend der bolivianischen Straßenkinder/BSG spendete schon 11 000 Euro

Bad Kötzting. "Desechables" - "Wegwerfkinder", so lautet die bolivianische Bezeichnung für ca. 30000 Straßenkinder in La Paz - Bolivien - die in den Augen vieler Einheimischer ohne Wert und ohne Zukunft sind. Sie arbeiten als Schuhputzer, Autowäscher oder Prostituierte und enden häufig in Drogen- oder Alkoholsucht, werden ausgebeutet oder misshandelt. Seit 2001 spendet das BSG, unter anderem den Erlös des alljährlichen Weihnachtsbasars - bisher insgesamt immerhin 11000 Euro -, um diese Kinder zu unterstützen.

Daher war es eine große Freude, dass der Gründer und Leiter der Hilfsorganisation Arco Iris, übersetzt Regenbogen, Pfarrer Josef M. Neuenhofer, während seines Deutschlandaufenthaltes auch einen Besuch am BSG einrichten konnte, um dort die Kinder der Unterstufe über das Schicksal seiner Schützlinge und das Wirken von Arco Iris zu informieren.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch seinen langjährigen Freund OStD Günther Roith, berichtete er den ca. 200 jungen Zuhörern von Schwierigkeiten und Erfolgen seiner Tätigkeit. Padre José, wie Herr Neuenhofer bei den Einheimischen genannt wird, erzählte, dass Arco Iris Kinder und Jugendliche in mehreren Häusern vorübergehend oder auf Dauer unterbringt, um diesen so die Teilnahme an vorrangigen Projekten zu ermöglichen. Als Hauptziel betrachtet die Hilfsorganisation dabei die Alphabetisierung und die Ausbildung der Kinder sowie Sozial- und Gesundheitsprogramme, um für diese Menschen eine Milderung ihres ohnehin schwierigen Lebensalltags zu erreichen. Dafür arbeiten 146 Mitarbeiter in der "Fundacion Arco Iris", beispielsweise Mediziner in einem Arco-Iris-Krankenhaus sowie in drei mobilen Krankenstationen, in denen die Kinder eine kostenlose medizinische Grundversorgung erhalten. Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen und Fachkräfte in stiftungseigenen Ausbildungsbetrieben vervollständigen das Team der Hilfsorganisation.

Die BSG-Schüler zeigten großes Interesse an der Situation Gleichaltriger und stellten ihrerseits viele Fragen, um deren Lebensalltag und deren politische und wirtschaftliche Situation verstehen zu können: "Haben Sie Schwierigkeiten mit der Regierung?" "Wieviel Geld verdient denn ein Schuhputzer am Tag?" "Warum werden die Straßenkinder denn von Poliuzisten bestohlen?" Alle diese Fragen beantwortete der Padre den Gymnasiasten gerne und brachte dabei immer wieder auch seine Dankbarkeit für das BSG-Engagement für Arco iris zum Ausdruck.

Während der zwei Monate seines Deutschlandaufenthaltes besucht Pfarrer Neuenhofer langjährige Spender in Schulen, Pfarrgemeinden und in der Wirtschaft, hält Vorträge und wirbt um Unterstützung. Insgesamt berichtete er, stehen in 8 Wochen 160 Termine auf dem Programm, unter anderem auch ein Auftritt und eine Spendenaktion beim Bundesliga Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern. Nachdem alle Fragen der Schüler beantwortet waren, wurde der Gast mit den besten Wünschen verabschiedet und die Gymnasiasten waren sich einig, auch dieses Jahr den Erlös des Weihnachtsbasars vom 12.12., bei dem auch Produkte von Arco Iris angeboten werden sollen, erneut in die Stiftung einfließen zu lassen.

Pater Neuenhofer erinnerte auch daran, dass der Sohn des Schulleiters vor zwei Jahren seinen Zivildienst als Volontär bei Arco Iris abgeleistet habe. Wenn Absolventen des BSG diesem Beispiel folgen würden, wäre das sicherlich ein wertvoller sozialer Beitrag und eine interessante Lebenserfahrung. Auch Mädchen könnten im Rahmen eines sozialen Jahres einen derartigen Dienst antreten.