LK Wirtschaft und Recht auf Betriebserkundung bei Dorst Technologies
Bad
Kötzting. (kmb) Im Rahmen einer Betriebserkundung bei Dorst Technologies in
Bad Kötzting am Mittwoch vergangener Woche erlangten die 12 Schülerinnen und
Schüler des Leistungskurses Wirtschaft und Recht vom Benedikt-Stattler-Gymnasium
einen umfangreichen Einblick in den Betrieb eines führenden internationalen
Anbieters von Maschinen und Anlagen für die Herstellung keramischer und pulvermetallurgischer
Produkte. Begleitet von ihrer Kursleiterin Birgit Maier wurden den Kollegiatinnen
und Kollegiaten durch Ernst Gogeißl neben der Aufbaustruktur auch die Tätigkeitsfelder
und weitere interessante Fakten zu einem Unternehmen näher gebracht, das "für
fachliche Kompetenz, hohe Qualität, Innovation, Technologieführerschaft, starke
Kundenorientierung, synergetische Effekte und weltweite Aktivität steht."

Tagesordnungspunkt 6: "Offene Fragen" hatte sich erübrigt. Die aufwändig und
sympathisch gestaltete Gesprächsrunde wurde durch die anschließende Besichtigung
der Betriebshalle ergänzt und ließ so nach gut drei Stunden Betriebserkundung
keine Fragen mehr seitens der Schüler offen.

Der Technologiekonzern, der 1860 in Sonneberg gegründet wurde, beschäftigt derzeit
ca. 450 Mitarbeiter - davon 50 Lehrlinge - in drei Werken. Neben der Firmenzentrale
in Kochel am See und der Niederlassung in Bethlehem PA, USA hat der Betrieb
auch eine Zweigniederlassung mitten im Bayerischen Wald in Bad Kötzting. "Wir
sind dabei" lautet dennoch die Devise des Zuständigen für Bildung und Schulungen,
Ernst Gogeißl. "Dabei" an der Spitze der internationalen Anbieter mechanischer
Pressen. Auf die Frage der Schüler, weshalb sich ein derartiges Unternehmen
in einer peripheren Gegend, wie der unseren ansiedelt und weltweit behaupten
kann, antwortet der Geschäftsführer der Zweigstelle Bad Kötzting, Martin Dachs,
dass er in der Region zahlreiche Chancen und Vorteile sieht. Die qualifizierten
Mitarbeiter, die Einbettung in das Mechatronik-Netzwerk, die intensiven Kontakte
zu Fachhochschulen aber auch die sanften Standortfaktoren des Bayerischen Waldes
spielen eine wichtige Rolle. Auch die Nähe zum Kunden ist entscheidend, da Dorst
ca. 80 % seiner Produkte exportiert. Lediglich die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur
unserer Region wird den Anforderungen eines weltweit agierenden Unternehmens
nicht gerecht. 2000 Kunden werden in über 70 Ländern der Erde, darunter Tschechien,
Ägypten, Iran und China mit Produkten des Familienbetriebes beliefert. Egal,
ob Keramikwaschbecken, künstliches Hüftgelenk oder Hartmetallwerkstoffe, all
diese Produkte werden mit Pressen der Firma Dorst Technologies GmbH & Co. KG
erstellt. Und gerade weil die Firma international tätig und bekannt ist - was
sich auch bei der Techno Show im November 2007, die viele Interessierte auch
aus dem Ausland nach Bad Kötzting zog, zeigte -, steigt der Druck. Immer mehr
Produktionsprozesse werden von üblichen Gussfertigungen auf Pressprozesse umgestellt.
Hierin sieht Ernst Gogeißl die Chancen für die Zukunft. Seiner Meinung nach
ist Dorst durch eine optimale Aufbauorganisation, die Strategien der Mitarbeitermotivation,
der Unternehmensphilosophie sowie dem über viele Jahre gewachsenen Know How
für die Zukunft gewappnet. So wird jedem Mitarbeiter aus den fünf Kompetenzteams
(Metallpulver, Technische Keramik und Magnetwerkstoffe, Hartmetall und Sonderwerkstoffe,
Keramik für Sanitär und Geschirr oder Abwicklung, Service und Dienstleistung)
Verantwortung in die Hände gelegt, was die Mitarbeiter motiviert. Dies bestätigen
auch die Beschäftigten selbst: "[…] schon seit über 38 Jahren bin ich jetzt
schon bei Dorst und ich kann es mir um keinen Preis vorstellen wo anders zu
arbeiten […]". Motivierend sowohl für Arbeitnehmer als auch die Kunden wirkt
die Devise, dass die Firma den Kunden "von der Idee bis zum fertigen Produkt
begleitet", so Ernst Gogeißl. Hervorgehoben wird auch, dass das Wohl der Mitarbeiter
und deren Freude an der Arbeit an erster Stelle stehen, denn dann regelt sich
der Rest, Gewinn und Erfolg, von selbst, meint Martin Dachs. In diesem Rahmen
bietet Dorst seinen Beschäftigten umfangreiche Sozialleistungen, wie eine betriebliche
Altervorsorge. Wichtig ist jedoch auch das leibliche Wohl der Mitarbeiter, scherzt
Ernst Gogeißl und lädt in diesem Sinne den Kurs zu Kaffee und Weihnachtsgebäck
ein, währenddessen die Schüler in entspannter Atmosphäre weiter ihre Fragen
stellen.

Eine Führung durch die Produktionshalle, wo die Schüler beispielsweise Pressen
für Keramikteller besichtigen können, bildet den Abschluss dieser spannenden
und erfolgreichen Betriebserkundung, bei der die Schüler alles, was sie zuvor
im Unterricht theoretisch gelernt hatten, in der Praxis bestätigt gefunden haben.
StRin Maier bedankt sich im Namen des Kurses herzlich für die Gastfreundschaft
und die hervorragend vorbereitete Betriebserkundung und bezeichnet diesen ersten
intensiven Gedankenaustausch als Beginn einer nachhaltigen Bildungspartnerschaft
zwischen dem Benedikt-Stattler-Gymnasium und Dorst Technologies.