„Existenzgründer“ am BSG lernen für das Leben
Traditionelles Unternehmensplanspiel befindet sich in der „heißen Phase“
Bad
Kötzting. „Ideen machen Schule“ heißt es wieder am Benedikt-Stattler-Gymnasium Bad Kötzting, und das bedeutet für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Unternehmensplanspiels des Hans-Lindner-Instituts in den nächsten Wochen viel Arbeit, denn bis Mitte Februar 2012 werden sie für eine pfiffige Geschäftsidee ein möglichst realistisches Gründungskonzept entwickeln. Vermeintliche Marktlücken haben die drei Mannschaften vom BSG bereits entdeckt.

Das Team „Schokolata“ um den Geschäftsführer Tobias Schmid (9c) will eine besonders süße Idee umsetzen. Die jungen Unternehmer steigen in die Schokoladenproduktion ein und wollen ihre kleinen Köstlichkeiten in einem Ladengeschäft in Bad Kötzting sowie im Internet vertreiben. Mithilfe einer Umfrage in der Stadt wollen Tobias und seine Mitarbeiter Franziska Hartl (9a) und Florian Reimer (9d) die Lieblingsgeschmackrichtungen der Kötztinger herausfinden. Werden die Kunden Bitterschokolade mit Chili oder doch lieber weiße Schokolade mit Blütenmix bevorzugen? Die Formen, in die die Schokolade gegossen wird, können individuell gestaltet werden, v. a. typische Kötztinger Motive oder Blütenmuster sollen die Herzen der Kunden erobern.

„Chillout“, das Team von Julia Fischl, Vanessa Riedl und Lukas Wenzl (alle 9d), versucht sich an der Produktion von bequemen Sitzmöbeln und will „in allen textilen Notlagen“ Ansprechpartner sein. Privatkunden, aber auch Schulen und Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen wollen die drei Neuntklässler von ihren modisch gestalteten Sitzsäcken für drinnen und draußen überzeugen. Sicherheitshalber werden die Jungunternehmer eine Änderungsschneiderei als zweites Standbein etablieren. Nachdem mittlerweile auch das Firmenlogo entstanden ist, arbeiten die drei tapferen Schneiderlein gerade an ihrer Produktpalette, und die kann sich bereits sehen lassen.

Dass ein Gewürzladen in Bad Kötzting noch fehlt, ist Simona Gogeißl, Nathalie Bielmeier, Vanessa Bock und Vanessa Neumeier (alle 9a) aufgefallen. Wenn es nach den vier Existenzgründerinnen geht, werden Hobby- und Profiköche aber bald im Internet und am Kötztinger Marktplatz wie auf einem Basar von Anis bis Zimt, von Kreuzkümmel bis Ras el Hanout alles, was das Herz an Gewürzen begehrt, erwerben können. Hochwertige Öle, Kochbücher, Gewürzsäckchen und themenbezogene Geschenkartikel runden das Angebot der vier reiselustigen Damen ab, die ihre Produkte nur von Händlern vor Ort zu fairen Preisen beziehen wollen. Noch ist aber viel zu erledigen, bis das „Comino“ eröffnen kann.

Angesichts dieser interessanten Ideen ist es fast schade, dass es sich nur um ein Spiel handelt, findet die Betreuungslehrerin Birgit Maier. Umso mehr freut sie sich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihres mittlerweile traditionellen Wahlkurses „Berufliche Orientierung“ mit großem Ernst, Eifer und Fleiß bei der Sache sind und einige Gründungsherausforderungen bereits gemeistert haben.

Die Unternehmerteams haben sich gefunden, fiktive Lebensläufe sind gestaltet, die Ideen scheinen ausgefeilt. Doch entscheidende Fragen sind noch offen und müssen in den nächsten Wochen geklärt werden: Wie sollen die Produkte beworben und vertrieben werden? Welche Rechtsform ist für welches Unternehmen geeignet? Wie finanziert sich das Geschäft? Reicht das fiktive Startkapital? Wie sind die Umsatz- und Gewinnerwartungen, welche Risiken müssen minimiert werden? Das sind durchaus anspruchsvolle Aufgaben für Neuntklässler, betont Maier, aber die unübersehbare Motivation der Schüler wird sicherlich tragfähige Konzepte entstehen lassen. Und außerdem konnte man bereits in der Vergangenheit auf die Unterstützung der Bad Kötztinger Bürger und der Geschäftswelt sowie auf die fachliche Beratung durch die Wirtschaftsabteilung des Landratsamtes und das Arnstorfer Lindner-Institut zählen. Am Ende des Spiels werden die jungen Unternehmer in jedem Fall viel für das Leben gelernt haben.