Selbst- und Sozialkompetenz
Bad Kötzting. Ein Bewerbungsseminar der besonderen Art in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen be-suchten von Montag bis Mittwoch vergangener Woche 30 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aus dem Landkreis Cham. Erneut schulübergreifend wagten sich die jungen Damen und Herren der 10. Jahrgangsstufe des Robert-Schuman-Gymnasiums Cham und der Oberstufe des Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting an die Themen Berufsorientierung und Bewerbung. Zu Beginn der Veranstaltung informierte Frau Weiß von der Agentur für Arbeit über die beruflichen Möglichkeiten für Abiturienten und das Beratungsangebot der Chamer Geschäftsstelle. Anschließend fanden die Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit, sich mit ihrem Selbstkonzept zu befassen. Neben einer Auseinandersetzung mit ihren Stärken und Schwächen, Interessen und Neigungen sowie Möglichkeiten und Träumen beschäftigten sich die Teilnehmer auch mit ihrem Selbstbild und ihrem Wirken auf andere. Abends wurden alle von einem umfangreichen Einstellungstest gefordert. Die Teamerinnen von der Jugendbildungsstätte verstanden es hervorragend, eine realistische Prüfungsatmosphäre zu schaffen. Beim anschließenden Grillen übernahmen die Seminarteilnehmer Verantwortung füreinander. Reibungslos organisierte ein Team die Verpflegung der gesamten Gruppe. Der folgende Tag begann mit einer gehörigen Portion Nervosität, denn dieser Tag stand ganz im Zeichen des Berufsauswahlverfahrens. All ihren Mut zusammen nehmen mussten die jungen Leute bei ihrer Selbstpräsentation. So mancher von ihnen stand zum ersten Mal im Mittelpunkt und musste zu einer großen Gruppe sprechen. Nachdem diese Hürde genommen war, waren das richtige Auftreten beim Bewerbungsgespräch und die Signale der Körpersprache das zentrale Thema des folgenden Workshops mit Lisa Burkert. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten dabei Sensibilität für die Wirkung von Gestik und Mimik sowie Haltung und Stimme auf ihre Mitmenschen. Teamfähigkeit verlangte die Übung, in der die Teilnehmer in Kleingruppen eine gemeinsame Aufgabe zu erledigen hatten. Kommunikations- und Organisationsfähigkeit waren dabei unabdingbar. Im Anschluss mussten die Gruppenmitglieder ihre Herangehensweise kritisch hinterfragen und Optimierungsvorschläge entwickeln. Nach einer theoretischen Einführung in den Ablauf und das Verhalten während eines Vorstellungsgesprächs ging es ans Eingemachte. Im feinen Zwirn bewältigten die Teilnehmer in Kleingruppen realitätsnahe Bewerbungssituationen. Dabei hatten sich die Teamerinnen die eine oder andere Schwierigkeit einfallen lassen. Im Anschluss an jedes Gespräch erfolgte eine persönliche Rückmeldung. Am Mittwoch war feines Benehmen angesagt. Ganz im Sinne von Freiherr von Knigge übten die Jugendlichen in Rollenspielen richtiges Verhalten im beruflichen Miteinander. Eine abschließende Feedbackrunde mit Analyse der Übungen vom Vortag rundete das anspruchsvolle Programm ab, bevor die Schülerinnen und Schüler reich an neuen Eindrücken und Erfahrungen die Heimreise antraten. Unterstützt wurde diese für Gymnasiasten sinnvolle Berufsorientierung von der Agentur für Arbeit und dem Förderverein des Robert-Schuman-Gymnasiums.