NEWS - Auf dem Campus der TU München in Garching

 

Auf dem Campus der TU München in Garching

Der LK Chemie (KS 12) besucht den Forschungsreaktor und den Fachbereich Chemie

Bad Kötzting. Am Vormittag des 29. Januar 2009 besuchte der Leistungskurs Chemie zusammen mit dem Kursleiter Werner Steidl und dem Chemie- und Biologielehrer Franz Kraus die "Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz" in Garching, besser bekannt unter dem Namen "Forschungsreaktor München II". Der Reaktor, der erst nach ausführlichen Sicherheitsüberprüfungen betreten werden durfte, wie man sie etwa vom Check-In in einem Flughafen her kennt, kommt mit einem einzigen Brennelement mit hoch angereichertem Uran (Gehalt an U-235 ca. 93%) aus und wird nicht zum Zwecke der Energiefreisetzung, sondern allein als Neutronenquelle betrieben. Der FRM II ist die effizienteste und modernste Neutronenquelle der Welt - ein Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. Die Anwendungen der Neutronenstrahlung reichen von der Durchleuchtung komplexer Maschinen, wie sie mit Röntgenstrahlung nicht möglich ist, über den Nachweis geringster Substanzmengen durch Neutronenaktivierungsanalyse bis hin zur Bekämpfung von oberflächennahen Tumoren. Die Neutronen werden über Strahlrohre vom Brennelement zu den jeweiligen Experimentierplätzen geleitet. Interessant ist, dass diese Plätze nicht nur Wissenschaftlern zur Verfügung stehen, sondern auch von Firmen gemietet werden können. BMW z. B. hat in der Vergangenheit verschiedene Motoren untersuchen lassen und die Firma Wacker Chemie in Burghausen lässt Siliciumblöcke mit Neutronen bestrahlen. Die bei dieser Bestrahlung entstehenden Siliciumisotope wandeln sich von selbst in Phosphoratome um. Der Siliciumblock wird auf diese Weise "dotiert".

Am Nachmittag stand die ebenfalls sehr interessante Besichtigung des Fachbereichs Chemie der TU München auf dem Programm. Die Schüler wurden über das Aufnahmeverfahren an der TU informiert und erfuhren dabei, dass nur die besten Abiturienten sofort zugelassen werden, wobei Mathematik, Deutsch und eine Naturwissenschaft besonderes Gewicht haben. Die übrigen Bewerber müssen ihre Eignung in einem Gespräch unter Beweis stellen. Es folgte ein kurzer Überblick über die Studiengänge, die an der TU angeboten werden, von denen nahezu alle auf die Abschlüsse "Bachelor" und "Master" umgestellt sind. Anschließend konnten die Schüler ein Chemie-Labor für Studienanfänger in Augenschein nehmen, das durch seine teure und zweckmäßige Ausstattung und ausgefeilte Sicherheitsvorkehrungen beeindruckte. Den Abschluss bildete die Besichtigung einiger Forschungslabore, in denen versucht wird, gewisse Naturstoffe zu synthetisieren. Die Schüler bekamen Anlagen zur Vakuumdestillation zu sehen, wurden durch ein Analytiklabor sowie ein Labor für Fotochemie geführt und erhielten einen Einblick in das Handling extrem sauerstoffempfindlicher Substanzen.

Es ist wichtig den Schülern zu vermitteln, dass die im Unterricht behandelten Themen für die Gesellschaft insgesamt von enormer Bedeutung sind und dass gerade die Naturwissenschaften dem einzelnen Schüler interessante berufliche Perspektiven bieten. In diesem Sinne war die Studienfahrt für alle Beteiligten sehr Gewinn bringend.