Küste, Kunst und keine Angst vor Krabben
23 Schülerinnen und Schüler des BSG polieren in Dänemark ihr Englisch auf
Bad
Kötzting. Eine frische Brise von salziger Meerluft weht einem um die Nase, man hört das leise Rauschen der Wellen und das Kreischen der Möwen, die am Himmel dahinsegeln. Unter den Füßen spürt man den weichen Sand und der weite Horizont vermittelt ein Gefühl von Freiheit. So erlebte die Klasse 9a des Benedikt-Stattler-Gymnasiums in Bad Kötzting in Begleitung der beiden Lehrer Christina Pleyer und Christian Riederer den Ort Grenen an der Nordspitze Dänemarks, den sie im Rahmen des zweiten Teils des Schüleraustauschs mit der VirupSkole vom 20. bis 26. September besuchte.

Nach einer etwa 15-stündigen Zugfahrt erfolgte am Dienstagabend das langersehnte Wiedersehen mit den Austauschpartnern, dem alle Schülerinnen und Schüler aufgeregt entgegengefiebert hatten.

Nachdem man den Abend in den Gastfamilien verbracht hatte, wurden am ersten Tag der Ort Hjortshoj, den Wohnort der Gastgeber, und die Partnerschule besichtigt. So konnte man, in Kleingruppen eingeteilt, einen direkten Einblick in das dänische Schulleben gewinnen, wobei man einige Unterschiede zum Unterricht in Deutschland feststellte. Längere Pausen zwischen einzelnen Schulstunden, deren Länge nach Bedarf eingeteilt werden kann, und die selbstverständliche Benutzung des Handys als Wörterbuch oder Lexikon sind nur zwei Beispiele dafür.

Am darauffolgenden Morgen brach die Gruppe nach Skagen auf, einer Stadt im Norden des Landes. Zunächst wurde eine Wanderdüne erkundet, die ca. einen Kilometer lang, ebenso breit und am höchsten Punkt 40 Meter hoch ist. Dieser riesige Sandberg, der als größte Wüste im nördlichen Europa gilt, rief bei allen Jugendlichen große Begeisterung hervor, da es riesigen Spaß machte, sich in dem feinen Sand zu bewegen. Anschließend fuhr man nach Grenen, dem nördlichsten Ort Dänemarks, an deren Küste Nord- und Ostsee aufeinandertreffen. Fast keiner ließ es sich entgehen, gleichzeitig in beiden Meeren zu stehen. Danach besuchte die Gruppe das Skagens Museum, wobei sich die dänischen Schüler selbst als Führer versuchten und ihren deutschen Gästen ausgewählte Gemälde zeigten und erläuterten. Den Rest des Nachmittags konnte man selbstständig in Skagen verbringen, das einen eindrucksvollen Fischereihafen besitzt.

Am Freitag besichtigte die Reisegruppe in Aarhus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks, ein Wikingermuseum und die Kathedrale in der Innenstadt, die längste Kirche des Landes. Später besuchte man Den Gamle By, die Alte Stadt, ein Freilichtmuseum, in dem man das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert hautnah miterleben konnte. Man fühlte sich wie in diese Zeit zurückversetzt und genoss die Atmosphäre zwischen alten Bauernhäusern und altertümlichen Läden und Werkstätten. Im Anschluss machte man sich auf den Weg zum Kunstmuseum Aros, wo man nach dem Besuch ausgewählter Abteilungen durch einen großen Glasrundgang in den Farben des Regenbogens wandelte und sich dabei an einem fantastischen Ausblick auf die Dächer der Stadt Aarhus erfreuen konnte.

Am Samstag fuhr die deutsch-dänische Gruppe mit Fahrrädern zum nahegelegenen Strand Mindelund und watete mit Fischerhosen und Gummistiefeln durch das seichte Meerwasser, auf der Suche nach kleinen Fischen, Krabben und Seesternen. Nachher wurden bei einer kurzen Brotzeitpause die gefangenen Tiere genauer betrachtet und erforscht. Am Abend trafen sich die Schüler mit ihren Gastfamilien in der Schule, wo man bei mitgebrachten Speisen gemütliche Stunden verbrachte, die Woche Revue passieren ließ und zum Abschluss gemeinsam Lieder sang.
Der Sonntag und damit letzte Tag in Dänemark wurde von den Gastfamilien individuell gestaltet, genauso wie auch die Abende während der Woche. Nach einer kurzen Nacht musste die Reisegruppe am Montag um halb fünf Uhr morgens den Zug nach Hause besteigen und so schweren Herzens Abschied von den dänischen Freunden nehmen.

Trotz anfänglicher Unsicherheiten wegen der Kommunikation in Englisch und des Aufenthalts bei einer fremden Familie wurde diese Woche zu einem unvergesslichen und einzigartigen Erlebnis, sodass sich alle wünschten, man hätte noch länger bleiben und die neu gewonnenen Freunde näher kennenlernen dürfen.