Mit Puppenspiel an Goethe herangeführt
Das Richter-Theater führt die Höllenfahrt des Doktor Johannes Faustus am BSG
auf - Faszination seit 1713
Bad
Kötzting. Seit mehr als 400 Jahren erleben alte und junge Zuschauer bereits
die Geschichte des Doktor Faust als Puppenspiel, das auch Johann Wolfgang von
Goethe zu seinem berühmten Drama inspirierte. Dass dieser Stoff nicht an Aktualität
eingebüßt hat, beweist auch die große Begeisterung, mit der die Unterstufe des
Benedikt-Stattler-Gymnasiums der Vorführung des Richter-Theaters in der Aula
des BSG folgte.

Zunächst betrachtete das junge Publikum den Aufbau des Puppentheaters noch etwas
skeptisch, vor allem, da die Ankündigung, es werde keine Drachen und keinen
Kasperle geben, doch einige enttäuschte Gesichter verursachte. Doch dann zogen
die liebevoll gestalteten Figuren und die unterschiedlichen Dialekte der Akteure
die Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe zunehmend in ihren Bann.

Die Inszenierung beruhte auf der Vorlage eines Volksbuches aus dem Jahr 1587
und zeigte, wie Faust von Mephisto verführt ein rauschendes Fest nach dem anderen
besucht und dabei seine Zeit auf Erden verschwendet, bis er letztendlich in
die Hölle hinabfährt, ohne seine großen Ziele und Pläne zum Wohle der Menschheit
je auch nur ansatzweise verwirklichen zu können.

Die Aufführung erfolgte im Rahmen des Deutschunterrichts und reiht sich in eine
Anzahl von Veranstaltungen ein, mit denen das Jubiläumsjahr von Goethe und Schiller
auch am BSG gefeiert wird. Die jungen Zuschauer zeigten sich am Ende durchaus
beeindruckt und freuten sich über diese gelungene Abwechslung und den spielerischen
Zugang zu dem anspruchsvollen Faust-Stoff.