NEWS - Lebendiger Geschichtsunterricht am Gymnasium

 

Lebendiger Geschichtsunterricht am Gymnasium

"Geschichte erleben" mit einem Archäologen, dem jüdischen Museum und einer Geschichtsfahrt nach Passau.

Bad Kötzting/Passau. Im Rahmen einiger Sonderveranstaltungen ermöglichte das Benedikt-Stattler-Gymnasium in den letzten Wochen der gesamten Schulfamilie erlebnisreiche Einblicke in die Geschichte. So durften die Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe einem Archäologen über die Schulter sehen, das Jüdische Museum aus Berlin besuchte die achten Klassen und die gesamte Schulfamilie erkundete am vergangenen Wochenende das historische Passau.

Aufgeregtes Gemurmel erfüllte die Aula des BSG, die mit seltsamen Gegenständen und Kisten gefüllt war, als der Archäologe Dr. Alexander Niederfeilner die Sechstklässler des BSG in die Welt der Germanen, Römer und Ritter entführte. Dabei durften die jungen Geschichtler einerseits in den Lebensalltag vergangener Zeiten eintauchen, indem sie Replikate wie Gewänder, Rüstungen oder Bewaffnung selbst an- und ausprobierten, andererseits erhielten sie sogar die Möglichkeit, echte Fundstücke, wie den Goldring einer Germanin, mehrere Fibeln oder sogar den Schädel einer jungen Germanin genau zu untersuchen, um so das neue Fach mit allen Sinnen zu erleben. Experimente wie das Musizieren auf einem römischen Signalhorn oder das Schreiben des eigenen Namens auf einer Wachstafel, dem "Notizbuch" eines römischen Legionärs waren sicher die Highlights der Veranstaltung und brachten die Augen der Sechstklässler zum Strahlen.

Etwas ruhiger und arbeitsintensiver ging es da beim Besuch des Jüdischen Museums in den achten Klassen des BSG zu. Das Museum hatte den Schülern mehrere "Forschungswürfel" zur jüdischen Geschichte mitgebracht. Die Schüler konnten anhand der unterschiedlichen Stationen Einzelaspekte, wie beispielsweise jüdischen Glauben oder Alltag im KZ erarbeiten, indem sie zunächst die in mehreren Seiten der Würfeln versteckten Exponate untersuchten, um dann Fragen zu beantworten, die Würfel umzudrehen und ihre Ergebnisse anhand der Informationsseiten zu überprüfen. Sie wurden dabei vom fachkundigen Personal des Jüdischen Museums betreut, das den Gymnasiasten dabei viele zusätzliche und interessante Eindrücke zur jüdischen Geschichte vermitteln konnte. Da jedes Jahr nur 20 Schulen in ganz Deutschland in den Genuss dieser Veranstaltung kommen, stellt dieser Besuch am BSG alles andere als eine Selbstverständlichkeit dar und sorgte bei den Gymnasiasten für große Freude.

Am vergangenen Samstag hatte dann die Fachschaft Geschichte des BSG zum zweiten Mal zu einem Geschichtstag geladen. 160 Schüler, Lehrer und Eltern aller Jahrgangsstufen erforschten dabei die Geschichte Passaus an Originalschauplätzen. In der Feste Oberhaus warteten die Führungen "Mittelalter" sowie "Passau-Mythos Geschichte", die in mehreren Kleingruppen, je nach Lehrplansituation der Schüler, besucht wurden, während die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe mittelalterliche Handwerkstechniken erkundeten und beim Erstellen von Zinnanhängern selbst ausprobieren konnten. Am Nachmittag wurden die Geschichtsinteressierten von Stadtführern erwartet, die ihnen Einblicke zu den Themen "kaiserlich-königliches Passau" und "Leben an drei Flüssen" ermöglichten. Die Führungen waren dabei von hoher Qualität und informierten die Schulfamilie über allerlei Kurioses und Nachdenkenswertes. Die große Teilnehmerzahl zeigte dabei deutlich das große Interesse an der Geschichte und unserer unmittelbaren Umgebung und festigte darüber hinaus auch die Gemeinschaft zwischen den Familien der Schüler und dem Benedikt-Stattler-Gymnasium auf überaus erfreuliche Art und Weise.