Mit Projekt „Ich kann Schule“ zum Erfolg
Benedikt-Stattler-Gymnasium ergänzt das bisherige Förderkonzept für die Schüler
Bad
Kötzting. Manche Schüler geraten in der Zeit der Pubertät mit ihren schulischen Leistungen in ein Tief. Damit sie nicht abstürzen und wieder auf den Erfolgsweg kommen, hat man sich am BSG etwas einfallen lassen. Mit dem Projekt „Ich kann Schule“ versuchte man im Rahmen eines Seminars betroffene Schüler zu unterstützen; ein Elternabend mit konkreten Tipps für die Erziehungsberechtigten bildete den zweiten Teil dieses Förderkonzepts.

Wie die Zahlen des Statistischen Landesamtes belegen, war die Zahl der Schüler, die das Klassenziel am Gymnasium nicht erreichen, noch nie so klein wie zur Zeit. Im Durchschnitt bleiben zwei von 100 Schülern einer Jahrgangsstufe auf der Strecke und müssen die Klasse wiederholen. Schulleiter Günther Roith ist selbst dieser geringe Prozentsatz noch zu hoch, da er davon überzeugt ist, dass „das Wiederholen einen jungen Menschen normalerweise nicht voranbringt.“ Aus diesem Grund erarbeitete er mit der BSG-Schulleitung ein neues Projekt, das als zusätzliches Element das bisherige Förderkonzept der Schule sinnvoll ergänzt. Es trägt den Namen „Ich kann Schule“ und es zeigt einerseits den Gymnasiasten Wege zu verantwortungsvollem Handeln als Schüler auf, andererseits weist es den Erziehungsberechtigten Wege zum richtigen Umgang mit schulischen Problemen ihrer Kinder.

In den Frühjahrsferien startete das Projekt mit einem Seminar für Gymnasiasten, deren Notenbild problematisch war. Unter der Leitung des Diplompsychologen Martin Simmel und mit Unterstützung von vier Lehrkräften stellten sich die betroffenen Schüler einer kritischen Analyse ihrer Situation und machten sich Gedanken, wie sie mit eigener Kraft ihre Leistungen verbessern könnten. Schnell wurde dabei deutlich, dass es bei vielen vor allem darum geht, mehr Selbstdisziplin zu üben und täglich einige Stunden ernsthaft der Schule zu widmen. Das Motto „Ich kann Schule“ konnte dabei verinnerlicht werden und die Jungen und Mädchen spürten rasch, dass nicht Väter und Mütter und Lehrer, sondern eigentlich nur sie selbst eine Verbesserung ihrer schulischen Situation herbeiführen können.

In dieser Woche nun konnten die Eltern mit der neuen BSG-Fördermaßnahme Bekanntschaft machen. OStD Günther Roith, Beratungslehrerin Ingrid Rauscher und Diplompsychologe Martin Simmel widmeten sich der Frage, wie man als Erziehungsberechtigter die Kinder bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung der schulischen Leistungen geschickt begleiten kann. Der Schulleiter betonte in seinem einführenden Vortrag, dass die Eltern in „schulischen Problemzeiten“ ihrer Kinder keine Zweifel an der einst gefällten Entscheidung für das Gymnasium haben sollten. Die Schule helfe mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen mit, dass diese für manche Eltern so schwierige Zeit gut bewältigt werden kann. Besonders stellte OStD Roith die Bedeutung des Zusammenwirkens zwischen den Erziehungsberechtigten und dem Gymnasium heraus. Durch die PISA-Studie lasse sich eindeutig belegen, dass Unterrichtsergebnisse wesentlich besser ausfallen, wenn Elternhaus und Schule zusammenarbeiten. Weiter hob er hervor, dass die Eltern alles daran setzen sollten, die Kinder dabei zu unterstützen, verantwortungsvoll mit den modernen Medien umzugehen. Ansonsten werde es schwer, dass sie sich auf Schulisches konzentrieren können. Beim Arbeiten für die Schule müsse man allen Ablenkungsschrott wegtun: kein Handy, kein Fernsehen, kein Facebook. Um das zu unterstreichen, zitierte er den Hirnforscher Martin Korte: „Man macht die Aufgabe, die man macht. Und man macht sie am besten, wenn man sonst nichts nebenher macht!“

OStRin Ingrid Rauscher appellierte an die Eltern, ihren Kindern wegen schulischer Dinge nicht ständig hinterherzulaufen. Aber Interesse müssten sie bekunden und Zeit für Gespräche haben. Es sei wichtig, dass sie Bemühungen der Kinder sähen und honorierten und sie bei der Einhaltung von Vereinbarungen unterstützen. Die Beratungslehrerin betonte, dass erreichbare Ziele formuliert werden sollten. Stehe ein Kind im Moment in einem Fach auf einer 5, sei es wenig realistisch schon in Kürze die 2 anzustreben. Schließlich informierte sie noch über ein Lerntrainigsprogramm, das sie interessierten Schülern in den nächsten Monaten anbieten wird.

Wie geht man eigentlich damit um, wenn ein Kind mit einer schlechten Note nach Hause kommt? Dazu gab es sehr wertvolle Hinweise von Martin Simmel. Er zeigte auf, wie folgenreich falsches Elternverhalten für das so nötige Selbstbewusstsein der Kinder sei. Der Diplompsychologe hob hervor, dass eine Verbesserung des schulischen Erfolgs eigentlich nur dann möglich sei, wenn sich der Schüler selbst motivieren könne. Eine Motivation von außen führe letztendlich kaum zu besseren Ergebnissen. Deutlich wurde aber auch, wie wichtig es für die Motivation ist, dass man ein Ziel vor Augen hat.