BSG-Schüler erarbeiteten Jahresprogramm
60 Schülervertreter planten in Strahlfeld das Schuljahr aus Schülerperspektive
Bad
Kötzting/Strahlfeld. „Wir haben beschlossen.“ Mit diesen Worten begannen die drei BSG-Schülersprecher ihren Vortrag vor dem Schulleiter am Ende des diesjährigen Klassensprecherseminars. Dass aus den zahlreichen Ideen und Plänen tatsächlich Beschlüsse wurden und OStD Günther Roith die Zustimmung sehr leicht fiel, war darauf zurückzuführen, dass die 60 Klassen- und Kurssprecher in Strahlfeld zwei Tage lang fast ausnahmslos Vernünftiges und gut Umsetzbares erarbeitet hatten.

Es kostet die Schule alljährlich eine große Summe Geld. Aber der Aufwand lohnt sich. Mehr als 60 Kinder und Jugendliche waren es heuer wieder, die mit einem Bus zum Kloster Strahlfeld bei Roding gefahren wurden und dort ein zweitägiges Klassensprecherseminar absolvierten. Bei dieser Veranstaltung erfahren die Teilnehmer sehr viel Interessantes über ihre Schule und wird der Gemeinschaftsgeist gefördert; vor allem aber setzt man sich in Arbeitsgruppen zusammen, um Aktionen für das eben begonnene Schuljahr zu planen, Verbesserungsvorschläge für den Schulalltag zu machen und Änderungswünsche zu artikulieren.

Kaum hatte man die Zimmerverteilung vorgenommen und erste Gespräche geführt, stand als Tagesordnungspunkt ein einstündiger Vortrag des Schulleiters auf dem Programm. OStD Günther Roith gab den Anwesenden dabei einen Überblick über die 44-jährige Schulgeschichte und stellte die wichtigsten Säulen des Profils des Benedikt-Stattler-Gymnasiums vor. Gerade für die Unterstufenschüler war es ganz interessant, einmal etwas von den Tagen der Gründung dieser Schule oder von Benedikt Stattler, nach dem das Gymnasium einst benannt wurde, zu hören. Einen wichtigen Schwerpunkt im Referat des Schulleiters stellte das Thema Schülermitverantwortung (SMV) dar. Ausführlich legte Günther Roith den Klassensprechern die Rechte der SMV dar und rief sie auf, die großen Chancen der Mitwirkung im Schulleben auch zu nutzen. Gerade an einer MODUS-Schule könnten sich die Schüler in besonderer Weise einbringen.

Natürlich pflegte man an den beiden Tagen in Strahlfeld den Gemeinschaftsgeist und übte für die Gesundheitswoche sogar einen Tanz ein. Vor allem aber wurden Ideen gesammelt, wurde diskutiert und koordiniert. Was am Ende herauskam, konnte sich sehen lassen. Mitunter kam man sogar ins Staunen angesichts der Verantwortung, die die Schülervertreter inzwischen am BSG übernehmen. Da will man zusammen mit der Theatergruppe ein Projekt gegen Mobbing starten, da wurden Überlegungen zum Brandschutz angestellt, machte man sich Gedanken zur Ausgestaltung der Klassenzimmer und forderte für die Toiletten Hinweisschilder, die zum Händewaschen auffordern.

Die Klassen- und Kurssprecher machten auch deutlich, dass die bewährten Veranstaltungen, bei denen die SMV eine herausragende Rolle spielt, unbedingt beibehalten werden sollen, z. B. der Weihnachtsmarkt, der Jogginghosentag oder der Bayerische Tag, für den man sich aber mehr Zeit für Präsentation und Siegerehrung wünscht.

Um das Schulleben außerhalb des Unterrichts noch interessanter zu gestalten, möchte die SMV in diesem Schuljahr einen Businesstag einführen, an dem die Schüler in vornehmer Kleidung erscheinen sollen. Im Fasching soll dann aber der Gymnasiast ausgezeichnet werden, der in „besonders schrägem Outfit“ erscheint. Rosen gibt es wieder am Valentinstag, selbstverständlich solche, die in der Heimat wuchsen – und „Grünzeug“ muss heuer auch dabei sein. Eine Facebook-Gruppe soll die Kommunikation unter den Schülern weiter verbessern und im Schulhaus sollen noch deutlich mehr Schülerfotos von außerunterrichtlichen Ereignissen aufgehängt werden.

Nachdem immer wieder sehr konstruktive Vorschläge wie „Verbesserung der Kommunikation durch mehr Umläufe“ oder „frühzeitige Planung der Aktion vorletzter Schultag“ gemacht wurden, wollten die beiden Verbindungslehrer Verena Madl-Gust und Florian Loistl gerne wissen, was man denn an der Schule grundsätzlich zu kritisieren habe. Da war aber von den Schülern kaum etwas zu hören. Übereinstimmend hieß es immer wieder: „Wir sind einfach eine tolle Schule!“