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Lehrergesundheit im Blickpunkt

Bildungspakt Bayern ermöglicht Vortrag des renommierten Mediziners Dr. med. Vogt am Benedikt-Stattler-Gymnasium

Bad Kötzting. (kvk) Dr. med. Peter Vogt berichtete über seine täglichen Erfahrungen mit Lehrer/Innen, die er in der Rehaklinik Albrecht in Bad Tölz betreut. Häufige Beschwerden, mit denen er konfrontiert wird, sind Schlafstörungen, physische und psychische Erkrankungen und Stressinsomnie. Öfter suchen auch Lehrkräfte mit dem so genannten Burn-Out-Syndrom, ein Erschöpfungszustand verbunden mit nachlassender Leistungsfähigkeit und einer veränderten Wahrnehmung der Beziehung zu Schülern und Eltern, Hilfe bei ihm. Hervorgerufen werden diese Krankheiten beispielsweise durch das Verhalten schwieriger Schüler, die großen Klassen, die hohe Stundenzahl, administrative Pflichten und die zunehmende Erziehungsfunktion des Lehrers.

Zu den beruflichen Belastungen können noch familiäre Probleme wie Erkrankungen im Familienkreis und Doppelbelastungen für Frauen treten. Viele Lehrer/Innen kämpfen mit den hohen Erwartungen, die sie an sich selbst stellen. Ein übermäßiger Perfektionismus kann ebenso wie mangelnde Kommunikations- und Konfliktfähigkeit die Gesundheit belasten. Dr. Vogt rät diesbezüglich unbedingt zu lernen, die Fähigkeit abzuschalten zu erwerben, eine innere Ruhe herzustellen und mit "Niederlagen" umzugehen. Dauerhaft angespannte und angestrengte Lehrer hätten das höchste Infarktrisiko.

Für den Mediziner sind mehr Austausch und Kooparation mit Kollegen, Bildung von Tandems, kleinere Klassen, weniger Bürokratie, Gesundheitsförderung in der Schule und eine Laufbahnberatung bis zur Pensionierung die geeigneten Ansatzpunkte, um Erkrankungen vorzubeugen. Wert muss auch auf die Arbeitsbedingungen vor Ort gelegt werden. So sind ein Klima der Offenheit, Rückzugsräume, Büros und ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Schulleitung und Lehrer/Innen für die Psychohygiene wichtig.

Dem Kollegium führte Dr. Vogt einige Übungen zur Entspannung vor und wies auf die Möglichkeiten von Autogenem Training, Yoga, Meditation und Tai Chi hin. Ein probates Mittel in der "Balance zu bleiben" sind zudem Spaziergänge und Sport. So sollte das Motto lauten: "Eine halbe Stunde täglich ans Licht und an die frische Luft sind unabdingbar!"

Abschließend rät der Leiter der Rehaklinik dem Kollegium eine Auflistung der wöchentlichen Arbeitsstunden anzufertigen und die Arbeit sinnvoll einzuteilen, da gerade die vermeintliche Freiheit, sich die Zeit für Korrekturen, für Vor- und Nachbereitungen selbstständig einzuteilen, die Gefahr birgt, das Gefühl und den Druck zu verspüren, nie fertig zu sein!