Einblick in Therapiezentrum
Brückenschlag zwischen BSG Bad Kötzting und Therapiezentrum Maximilianshöhe
Furth i. Wald
Bad
Kötzting. Im Rahmen des Projekts zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz
besuchen auch dieses Jahr wieder die zehnten Jahrgangsstufen des BSG das Therapiezentrum
für psychosoziale Rehabilitation "Maximilianshöhe" in Furth im Wald. Den Auftakt
machten die 17 Schüler der Klasse 10a, die begleitet von OStRin Lauerer an insgesamt
drei Vormittagen höchst interessante und bereichernde Kontakte mit den Bewohnern
der Einrichtung knüpfen durften.

Nach einem kleinen Frühstück stand beim ersten Treffen ein Vortrag des ärztlichen
Leiters Dr. Jürgen Dörfert zum Thema "Aufgabenstellung einer soziotherapeutischen
Einrichtung" auf dem Programm. Nach der sich anschließenden Hausführung bekamen
die Schüler Einblick in die Ordnungsprinzipien des Therapiezentrums, wobei zum
Beispiel der Tagesablauf und das Therapiekonzept erklärt wurden. Zuletzt konnten
sich die Bewohner und die Schüler in einem Abschlussgespräch und beim gemeinsamen
Mittagessen näher kennen lernen.

Beim zweiten Treffen ließen die Bewohner die Schüler offen an ihrem Leben und
ihrem Schicksal teilhaben. Sie berichteten über ihre eigenen, teilweise erschütternden
Erfahrungen, über ihre Wege in die Sucht und Probleme während der Sucht. Gerne
beantworteten sie auch Fragen der Schüler. "Wir haben zwar schon oft Geschichten
über Sucht und Drogen in Büchern und in Zeitungen gelesen, bzw. davon in der
Schule gehört; aber diese persönlichen Erlebnisse haben uns so stark berührt,
wie es kein Artikel und kein Vortrag geschafft hat!", lautete die einhellige
Meinung der Schüler.

Im Anschluss daran packten die Zehntklässler und Bewohner des Hauses gemeinsam
ein künstlerisches Projekt an: Jeder gestaltete ein Gesicht in Form von einer
großen Perle aus Ton, die später angemalt und zusammen auf einen Stock gefädelt
werden sollten. Durch das gemeinsame Arbeiten kam man sich näher und beim späteren
Mittagessen wurden bereits angeregte und freundschaftliche Gespräche geführt.

Eine Woche später fuhr die Klasse 10 a zum letzten Mal in die "Maxi". Während
des Frühstücks hielt Herr Dr. Dörfert wiederum einen sehr interessanten Vortrag
über die psychische und körperliche Abhängigkeit von Suchtkranken. Dann hatten
alle Teilnehmer des Projekts die Möglichkeit, sich zusammen beim großen Freizeitangebot
zu betätigen, z.B. beim Kegeln, Kickern Billard- oder Volleyballspielen. Danach
wurden die eine Woche zuvor angefertigten Perlen bemalt und auf einen Stock
gefädelt. Dieses gemeinsame Kunstprojekt wird auf der sogenannten "Kunstmeile"
der Maximilianshöhe aufgestellt.

Zum Ende des Projekts traf man sich nochmals zu einem Abschlussgespräch mit
der Geschäftsführerin des Therapiezentrums, Frau Wilma Bröckelmann. Die Schüler
bedankten sich für die herzliche und freundliche Aufnahme und vor allem bei
den Bewohnern, die ihnen eindrucksvolle und sehr intime Einblicke in ihr Leben
gewährt hatten. Beim anschließenden Mittagessen ließ man dieses unvergessliche
Projekt in freundschaftlicher und ungezwungener Runde ausklingen.