Medieneinsatz will gelernt sein
Schüler, Lehrer und Eltern informieren sich über mögliche Gefahren der Mediennutzung
von Jugendlichen
Bad
Kötzting. Computerspiele, Chatprogramme, Tauschbörsen, Abzockseiten und soziale
Netzwerke - der Lebensalltag der Jugendlichen stellt für viele Erwachsene eine
unbekannte Welt dar, weshalb auch die Gefahren, mit denen Kinder heute konfrontiert
sind oftmals stark unterschätzt werden: Eine 13Jährige sitzt vor dem PC und
schickt private Fotos und Informationen an über tausend Fremde; Der Brief eines
Anwalts kündigt der Familie eine Strafe von zweitausend Euro für illegalen Gebrauch
von Tauschbörsen an; Jugendliche kapseln sich von der Familie ab, um mehr Zeit
für Online-Spiele zu haben...

Dies sind nur drei Beispiele, mit deren Hilfe Jörg Kabierske, der Initiator
von Klicksalat, einem Sicherheitstraining zum Umgang mit dem Internet, am Montag
die Schulfamilie des BSG über Gefahren informierte, die Jugendliche bei ihrem
alltäglichen Medieneinsatz erwarten. Dabei sensibilisierte er zunächst die Schüler
des Gymnasiums jahrgangsstufengerecht für das richtige Verhalten in Chaträumen,
rechtliche Konsequenzen bei der Nutzung von Tauschbörsen und verantwortungsvollen
Umgang mit privaten Daten im Netz, wobei gerade die Beispielfälle für große
Verblüffung und Bestürzung sorgten. So wurde den Schülern bewusst, wie private
Daten aus Internetcomunitys dazu benutzt werden können, um ihre Adressen zu
ermitteln, oder wie leicht Benutzerdaten beim Herunterladen von MP3s oder Filmen
auf Tauschbörsen ermittelt werden. Die Jugendlichen wurden dringend dazu aufgerufen,
im Internet so wenige persönliche Informationen als nur möglich zu hinterlassen,
um diese vor eventuellen Tätern zu schützen. Die Lebensnähe der Beispielfälle,
die jeweils Gleichaltrige zeigten, ermöglichte einen hohen Grad an Verständnis
für diese Problematik von der 5. bis zur 10. Klasse.

Am Nachmittag und Abend hatten dann zunächst die Lehrer und abschließend die
Eltern die Möglichkeit, den Wissensvorsprung der Jugend in Punkto moderne Medien
ein wenig zu verringern. So erklärte Kabierske, dass Internetfilter nicht immer
das leisten können, was von ihnen erwartet wird, da die finanziellen Interessen
der Anbieter oft dazu führen, dass Erotik-Seiten mit Informationsseiten verlinkt
werden. Er bemühte sich auch darum, den Erwachsenen einen Einblick in die Welt
von Online-Spielen, Filesharing und Net-communities zu gewähren - ohne diese
als prinzipiell schlecht für die Kinder darzustellen, aber deutlich auf Anzeichen
von Missbrauch und Gefahren von Abzocke hinzuweisen. Abschließend erhielten
die Zuhörer lebensnahe Tipps für den Umgang mit Online-Süchtigen, rechtliche
Schritte für Opfer von Abzocke sowie Suchmaschinen, die speziell für Kinder
geeignet seien. So konnten die Lehrer und Eltern ein besseres Verständnis für
den Lebensalltag der Kinder entwickeln und ein wenig zu diesen aufschließen.