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BSG baut an der modernen Schule mit

Bad Kötztinger Gymnasium hält erneut den Status als MODUS 21-Modellschule

Bad Kötzting. (hi) Mit gespannter Erwartung, aber auch mit Freude sind in dieser Woche knapp 100 Fünftklässler am Benedikt-Stattler-Gymnasium in einen neuen Lebensabschnitt gestartet. Grund zur Freude hat derzeit auch die Schulleitung: Das Bad Kötztinger Gymnasium hat als eine von ganz wenigen Schulen in Bayern zum zweiten Mal den Status "MODUS 21"-Modellschule erhalten. "Unsere Lehrer bekommen damit einen größeren Freiraum und können neue Unterrichtsformen erproben, was wiederum den Schülern zugute kommt", stellt Schulleiter Günther Roith den wichtigsten Vorteil dieses Modellversuchs heraus.

Bereits seit 2004 darf sich das BSG MODUS 21-Schule nennen. Die Schule gehörte damit zu 18 Gymnasien in Bayern mit diesem Profil. Hinter dem Begriff MODUS 21 (Modell Unternehmen Schule im 21. Jahrhundert) verbirgt sich ein Kooperationsprojekt des Kultusministeriums und der Stiftung Bildungspakt Bayern, das eine moderne Schulentwicklung fördern will. In folgenden Bereichen: Qualität von Unterricht und Erziehung, Personalführung, Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb der Schule und Sachmittelverantwortung. Modus 21-Schulen wurde von Anfang an größtmögliche Freiheit eingeräumt, um neue Unterrichtsformen und -prozesse zu entwickeln und in Gang zu setzen.

Als Beispiel dafür nennt Roith die Zwischenberichte, die zweimal im Jahr ausgegeben werden und die wenig aussagekräftigen Zwischenzeugnisse ersetzt haben. Die Idee wurde vor einigen Jahren am BSG entwickelt, inzwischen haben sie viele Schulen in Bayern übernommen. Als MODUS 21-Schule bereiten wir unsere Schüler seit Jahren bereits frühzeitig auf das vor, was sie in der Oberstufe erwartet. So absolvieren sie auch in Geschichte, Sozialkunde oder Wirtschaft und Recht bereits in der 10. Jahrgangsstufe ein Colloquium und werden so optimal auf die zwei Jahre späeter folgenden mündlichen Abiturprüfungen vorbereitet." "Die Modus-21 Schule bietet zudem unseren Schülern die Möglichkeit zu einer umfassenden Ausbildung im Bereich der Selbst- und Sozialkompetenz", hebt der Schulleiter hervor. "Dass unsere Gymnasiasten heute Probleme im Klassenrat lösen, dass sie sich im Pflegeheim fortbilden, die Probleme von Suchtkranken in der Klinik in Furth kennen lernen", all das konnte am BSG im Rahmen von MODUS 21 problemlos entwickelt werden", erläutert Günther Roith. Als Mitglieder einer Modus-21-Schule bekommen die Lehrer nicht nur mehr pädagogischen Freiraum, sie profitieren auch von einem umfassenden Fortbildungsangebot. Und: "Die Schule macht einfach mehr Spaß, weil wir uns bei den Arbeitsformen um Abwechslung bemühen und den Kindern und Jugendlichen manches bieten können, was an anderen Gymnasien nicht möglich ist." MODUS 21 half dem BSG auch bei der Entwicklung von interessantem institutionalisiertem Projektunterricht mit extra angepasstem Stundenplan. Auch die Wahl der drei Schülersprecher durch die gesamte Schülerschaft und angesagte Leistungstests in einigen Fächern bereits in der Unterstufe wurden durch MODUS 21 möglich und am BSG erprobt.

Voraussetzung für die erneute Anerkennung als Modus-21-Schule war das gute Ergebnis der externen Evaluation, die im Frühjahr am BSG stattfand. Erfahrene Lehrkräfte aus anderen Gymnasien und Elternvertreter besuchten mehrere Tage den Unterricht an der Schule, sprachen mit Schulleitung, Eltern und Lehrer, Elternbeiräten und Sachaufwandsträger. "Wir haben insgesamt ein sehr gutes Urteil erhalten, was uns in der bisherigen Arbeit bestärkt", sagt Günther Roith. Die gute Zusammenarbeit mit Elternbeirat, Förderverein und Sachaufwandsträger wurde bei der Evaluation ebenso herausgestellt wie die Angebote in den Bereichen Sozial- und Selbstkompetenz, die Theaterarbeit, die Studienorientierung, die Betriebserkundungen oder die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit Unternehmen, Universitäten, Behörden und anderen Schulen. "Ganz einfach: Wenn uns was Interessantes einfällt, was den Schülern nützt, dann dürfen wir es an unserer Schule erproben", ist Roith stolz auf die erneute Anerkennung.

Umso unverständlicher ist es daher für den BSG-Chef, dass im Kötztinger Land nach wie vor viele Eltern ihre Kinder nicht ans Gymnasium schicken, obwohl sie für diese Schulart geeignet wären. Es gebe Klassen und Schulstandorte, in denen nur zwischen null und 15 Prozent der Kinder an das Gymnasium wechseln. "Da macht man sich Gedanken", so der Schulleiter, der anfügt: "Die Eltern sollten sich überlegen, was es bedeutet, wenn ihren Kindern die Ausbildung an einer höheren Schule verwehrt wird."

Erst der jüngste OECD-Bildungsbericht habe klar dargelegt, dass in Deutschland zu wenig junge Leute studieren. "Diejeningen Kinder, die die Voraussetzungen erfüllen, sollten ohne Rücksicht auf Herkunft und Einkommen der Eltern diese Chance auch bekommen", fordert Roith. Am Benedikt-Stattler-Gymnasium würden heute mehr als 75 Prozent der Schüler, die dort mit der Ausbildung begonnen haben, das Abitur ablegen, vor 15 Jahren seien noch 50 Prozent auf ihrem Weg zum Abitur gescheitert. "Das spricht doch für unser ausgeklügeltes Förderkonzept, das im letzten Schuljahr auch bewirkte, dass am BSG weniger Schüler durchfielen als jemals zuvor", bekräftigt Roith. Und auch die Ängste und Sorgen mancher Eltern vor den Unzumutbarkeiten des G8 kann Roith nicht teilen. "Die ganz große Mehrheit unserer Schüler geht mehrmals in der Woche ins Fußball-, Handball- oder Volleyballtraining, spielt ein Instrument oder verbringt Zeit mit Freunden. Ich bin der Meinung, dass das G8 keinen Schüler permanent an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt."