NEWS - Pädagogischer Tag

 

Pädagogischer Tag an der Uni Passau

Die BSG-Lehrer beschäftigten sich mit dem Thema "Nachhaltigkeit im Unterricht"

Kötzting(kmb) Dass das Benedikt-Stattler-Gymnasium den Innovationspreis der bayerischen Schulen gewonnen hat, bedeutet keineswegs, dass man sich jetzt auf den Lorbeeren ausruhen möchte. So machte sich am vergangenen Samstag morgen das gesamte Lehrerkollegium des BSG auf nach Passau, um an der dortigen Universität beim Kongress zur Fort- und Weiterbildung neue Erkenntnisse über "Nachhaltigkeit im Unterricht" zu sammeln.

Zu den Organisatoren des Passauer Kongresses gehört der Pädagogikprofessor Prof.Dr. Norbert Seibert, mit dem das BSG schon seit längerer Zeit zusammenarbeitet. Er konnte sich bei der Begrüßung über ein gut gefülltes Audimax freuen und begrüßte die Kötztinger Gymnasiallehrer besonders herzlich, da das Benedikt-Stattler-Gymnasium mit dem gesamten Kollegium angereist sei. Prof.Dr. Walter Schweitzer, der Rektor der Universität, hatte vorher die Notwendigkeit von Innovationen an den Schulen betont, herausgestellt, dass der globale Wettbewerb in den Klassenzimmern gewonnen werde und darauf hingewiesen, dass es sich unsere Gesellschaft nicht leisten könne, auch nur ein Kind in der Schule nicht optimal zu fördern. Dass der Rektor die Bedeutung von MODUS21-Schulen betonte und deutlich machte, wie wichtig auch der Erwerb sozialer Kompetenzen in der Schule sei, freute die Kötztinger besonders. Aus berufenem Munde bekamen sie hier wieder einmal bestätigt, dass sich das BSG auf dem richtigen Weg befindet.

Hervorragend war der Vortrag von Andreas Fischer, der in Passau als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik tätig ist. Sein Thema lautete "Offenbar schöpfen wir Wasser mit einem Sieb" und er versuchte darzulegen, wie man den Begriff Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit Schule und Unterricht verstehen sollte. Demnach beschreibt Nachhaltigkeit einen Prozess, der lebenslanges Lernen einfordert, wobei aber wichtige Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht vernachlässigt werden dürfen. Fischer machte klar, welcher Informationsfülle man heutzutage ausgesetzt ist und betonte, dass es die Aufgabe der Schule sei, die jungen Menschen zu befähigen, diese Informationsfülle zu bewältigen.

Fischer richtete an das Auditorium ganz konkrete Forderungen. Er meinte, dass die Schulen, in denen die Lehrer im Unterricht permanent redeten, von einer Fragekultur zu einer Antwortkultur kommen müssten. Intelligentes Üben und Wiederholen seien nötig. Die Lehrer dürften nicht die Arbeit der Schüler machen, man müsse die Lernenden wesentlich mehr beteiligen. Der Redner hob hervor, wie wichtig es sei, dass Lernen in einem angstfreien Raum stattfindet, dass die Schule mehr als bisher Kommunikations- und Teamfähigkeit fördern müsse und dass die Orientierung an Werten, wie z.B. Verlässlichkeit oder Toleranz, noch mehr Bedeutung gewinnen sollte. Der Vortragende legte den anwesenden Pädagogen ans Herz, dass Schule auf das Lehren von Nebensächlichkeiten verzichten und Schlüsselkompetenzen vermitteln müsse. Denn für die meisten Kinder und Jugendlichen sei jetzt überhaupt noch nicht vorhersehbar, welchem Beruf sie später einmal nachgehen würden. Fischers Forderung an den Unterricht: Klarheit. Ein Unterricht sei dann gut, wenn für den Schüler der rote Faden erkennbar sei.

Um die Entwicklung der Lesekompetenz ging es in dem Vortrag von Prof.Dr. Wolfgang Schneider vom Lehrstuhl Pädagogische Psychologie an der Universität Würzburg. Er machte deutlich, dass die Schule durchaus mit hochwertigem Leseunterricht auch bei Kindern, die zu Hause wenig gefördert werden, ein günstiges Leseverhalten erzeugen kann. Schneider betonte auch die negativen Einflüsse des intensiven Fernsehkonsums auf die Leseleistung der Kinder und sprach schließlich die Hoffnung aus, dass es in Deutschland gelingen möge, die Leseleistung in den Schulen noch deutlich zu steigern. Dies sei dringend nötig, wenn man sich im internationalen Wettbewerb behaupten wolle.

Es ist heute allgemein bekannt, dass derjenige, der viel Wissen hat, auch neues Wissen besser und schneller erwerben kann. Allerdings ist bei vielen Menschen, die eine gute Schulausbildung genossen oder sogar schon ein Studium abgeschlossen haben, die Anwendbarkeit des Wissens zu wenig ausgebildet. Mit diesem Phänomen befasste sich Prof.Dr. Hans Gruber vom Lehrstuhl für Allgmeine Pädagogik an der Universität Regensburg in seinem Vortrag mit dem Thema "Wie der Aufbau trägen Wissens vermieden werden kann." Er forderte von den Lehrern, den Lernenden mehr mit Anregungen, Unterstützung und Beratung zur Seite zu stehen, ihnen beizubringen, wie Experten denken und handeln zu lernen. Nachhaltiges Wissen sei dauerhaftes Wissen, Verständniswissen und anwendbares Wissen.

Die Ausstellungen und Foren, die man anlässlich dieses Kongresses vorbereitet hatte, zeigten, wie in einzelnen Schulen unterschiedlicher Schularten versucht wird, dem nachhaltigen Lernen mehr Gewicht zu verleihen. Die BSG-Lehrer informierten sich zum Abschluss ihres pädagogischen Tages auch hier ausgiebig, konnten aber zufrieden feststellen, dass man am Kötztinger Gymnasium auch in der Frage der Nachhaltigkeit, nicht zuletzt nach Einführung einiger MODUS21-Maßnahmen, federführend ist.