NEWS - Frische Klänge in alten Burgmauern

 

Frische Klänge in alten Burgmauern

Schülerinnen und Schülern wurde ein intensives Musikerlebnis geboten

Bad Kötzting (kvk) An einem musischen Seminar auf der Burg Saldenburg nahmen Schüler und Schülerinnen aller Jahrgangsstufen des BSG teil. Die jungen Musiker wurden dabei in den verschiedensten musikalischen Bereichen intensiv gefördert.

Auch im Jahr 2007 konnten Schüler wie Lehrer und Betreuer das fünftägige musische Seminar auf der Saldenburg als Erfolg verbuchen. Der Aufenthalt wurde finanziell besonders unterstützt durch die Josef-von-Stanglmeier-Stiftung. Das Seminar erfreut sich jahrzehntelanger Tradition und wird seit jeher von den beiden Musiklehrern Elvira und Franz Frauendienst für Schulchor und -orchester organisiert und geleitet. Des Weiteren standen dieses Jahr Susanne Pemmerl und Ruth Tschacke als Betreuerinnen zur Verfügung.

Susanne Pemmerl ist eine ehemalige Schülerin des Benedikt-Stattler-Gymnasiums. Sie engagierte sich während ihrer Schulzeit in Schulchor und -orchester und nahm auch regelmäßig an den Fahrten auf die Saldenburg teil. Heute studiert sie in München Operngesang. Sie brachte den Schülerinnen und Schülern die Bewegung zur Musik nahe und studierte abwechslungsreiche Choreografien ein. Dabei standen jedoch nicht Drill und Perfektion im Vordergrund; Susanne Pemmerl bot den jungen Tänzern die Möglichkeit, individuell mit Bewegungen zu experimentieren und so einen körperlichen Zugang zur Musik zu finden. Entsprechend motiviert brachten die beiden Tanzgruppen nach zeitlich stark begrenzten Probemöglichkeiten Choreografien auf die Bühne, die sich sehen lassen konnten.

Ruth Tschacke ist Musikpädagogin und zudem Organistin. Sie hatte die Leitung des Chores inne. Neben komplexen mehrstimmigen Werken älteren Datums, bei denen die gesamte stimmliche Bandbreite der Chormitglieder ausgeschöpft wurde, standen auch modernere, schwungvolle Lieder auf dem Programm.

In den beiden Orchestern, derer sich das Ehepaar Frauendienst annahm, wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Werke des norwegischen Komponisten Edvard Grieg gesetzt. Ihm war anlässlich seines 100. Todestages im Jahr 2007 auch das Schulkonzert am BSG gewidmet. So arbeitete man intensiv an Ausschnitten der berühmten "Peer Gynt-Suite", welche auf norwegischen Märchenelementen basiert. Hier kamen alle Instrumente auf ihre Kosten; neben Streichern und Bläsern war auch Schlagwerk vertreten. In kleinerer Besetzung studierten die etwas älteren Schülerinnen und Schüler noch Griegs Werk für Streicher "Aus Holbergs Zeit" ein.

Doch neben aller professionellen Anleitung war auch die Eigeninitiative der Musiker stark gefragt. In probefreien Stunden erarbeiteten sie selbständig in kleineren Besetzungen kammermusikalische Werke, die beim traditionellen internen Abschlusskonzert am letzten Abend für Überraschungen sorgte: Streicherensembles, Percussiongruppen, Stücke für Saxophone und sogar ein Gesangsduett begeisterten alle Zuhörer.

Trotz kurzer Nachtruhe und anstrengenden Tagesprogramms war das Seminar für alle Teilnehmer ein Gewinn. Gemeinsames Musizieren und Musik-Erleben förderten das Gemeinschaftsgefühl. Diese positive Resonanz wurde wohl am deutlichsten beim "Bunten Abend", für den sich jede Zimmerbelegschaft witzige und kreative Einlagen überlegt hatte: von der Castingshow "Saldenburg sucht den Superstar" bis zu selbstkomponierten Saldenburg-Liedern - keiner wollte es sich nehmen lassen, zu einem gelungenen letzten Abend beizutragen. Dieser wurde dann auch traditionsgemäß mit dem bayerischen Walzer "Mogst du mi" abgerundet, zu dem die begeisterten Tänzer bis weit nach Mitternacht im obersten Stockwerk der Burg herumwirbelten.

Ganz besonderer Dank gilt dem enormen Engagement wie auch der außerordentlichen Geduld des Ehepaares Elvira und Franz Frauendienst. Es bleibt zu hoffen, dass noch viele Schülerinnen und Schüler vom musischen Seminar auf der Saldenburg profitieren können.