Schulspielgruppe im Land des Lächelns
Elftägige BSG-Exkursion nach Tokyo - Theaterauftritte im Goethe-Institut und
in der Botschaft
Bad
Kötzting. (hi) Konichiwa Tokyo! Guten Tag, Tokyo! Die japanischen Begrüßungsformen
und viele andere Sitten und Bräuche in einem faszinierenden Land lernen bald
23 Schülerinnen und Schüler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums kennen. In enigen
Tagen macht sich die Schulspielgruppe des BSG auf den Weg ins Land der aufgehenden
Sonne. Die elftägige Exkursion führt die jungen Theaterspieler aus dem Bayerwald
an die Deutsche Schule in Tokyo Yokohama (DSTY), wo sie Workshops gestalten
und mehrere Auftritte haben werden.

Die Schulspielgruppe des BSG hat in den vergangenen Jahren immer wieder mittollen
Erfolgen Schlagzeilen gemacht. So wurde die von Christiane Raab-Bauer und Vico
Bauer betreute Theatertruppe 2006 und 2008 Bundessieger bei den Theaterspielen
der Jugend in Berlin. 2009 erhielt die BSG-Gruppe den Kulturförderpreis des
Bezirks Oberpfalz. "Mit dieser Exkursion soll die Schulspielgruppe für ihre
großartigen Leistungen belohnt werden. Unsere Schüler können zudem die einmalige
Chance nützen, Japan kennen zu lernen und auch Kontakt zu den Menschen zu bekommen",
sagt OStD Günther Roith, der maßgeblich an der Programmgestaltung und Planung
der Exkursion mitgewirkt hat.

Den Kontakt zur Deutschen Schule in Tokyo Yokohama, der ältesten deutschen Auslandsschule
in Ostasien, hat Oberstudienrat Harald Pröm hergestellt. Pröm, bis 2007 Lehrer
für Deutsch und Geschichte in Bad Kötzting, hat die Verbindung zu seiner alten
Schule nicht abreißen lassen und die Exkursion vor Ort mit vorbereitet. "Frau
Raab-Bauer wird an der Deutschen Schule in Tokyo zusammen mit ihrem Mann und
ihren Gymnasiasten Workshops für die dortigen Schüler und Lehrer veranstalten.
Fest eingeplant sind auch Aufführungen am Goethe-Institut, an der Deutschen
Schule Tokyo-Yokohama und sogar in der deutschen Botschaft", blickt Günther
Roith auf zwei aufregende Wochen.

Die Schüler, die trotz Unterstützung von mehreren Förderern einen großen Teil
der Reisekosten selbst bestreiten müssen, sind in Japan in Gastfamilien untergebracht,
und zwar in Familien, deren Kinder die Deutsche Schule Tokyo-Yokohama besuchen.
Das sind zumeist deutsche, deutsch-japanische, schweizer-japanische oder österreichische
Familien, von denen ein Elternteil bei der Auslandsvertretung einer europäischen
Firma wie etwa BMW, Mercedes oder Tyssen-Krupp beschäftigt ist oder bei der
deutschen Botschaft arbeitet.

Neben der Theaterarbeit in der gastgebenden Deutschen Schule steht natürlich
ein buntes Besichtigungsprogramm an. Geplant ist unter anderem der Besuch von
Kamakura, der alten Hauptstadt Japans im 13. Jahrhundert, oder von Minato Mirai,
des Hafengeländes von Yokohama mit dem weltberühmten Landmark Tower, dem höchsten
Wolkenkratzer Japans. Am Tag vor der Rückreise will der größte Teil der Gruppe
das 150 Kilometer von der Hauptstadt entfernte Nikko besuchen, von dem ein japanisches
Sprichwort behauptet: "Sage nicht kekko (prachtvoll), bevor du nicht Nikko gesehen
hast." Die Stadt liegt in einer atemberaubend schönen Umgebung am Fuße des Vulkans
Nantai-San, ist von heißen Quellen umgeben und besitzt mit dem Toshogu-Schrein
eines der größten Kulturgüter des Landes. "Onsen" steht selbstverständlich auch
auf dem Programm; das heißt, dass man nicht nach Bayern zurückkehren möchte,
ohne eines der zahlreichen Thermalbäder Japans besucht und bei 40° Temperatur
gebadet zu haben.

Die BSG-Schulspielgruppe wird in Japan ihr aktuelles Stück "Deutsches Theater
- Stürmer und Drängeleien" präsentieren, das kürzlich zweimal am BSG aufgeführt
wurde und von den zahlreich erschienenen Zuschauern mit größtem Beifall bedacht
wurde. Der Vortrag weist eine enge Verwandtschaft zur Epoche des Sturm und
Drang auf, inhaltlich setzt man sich mit dem Kapitalismus und seinen Auswüchsen
unserer Tage ebenso auseinander wie mit der Verführbarkeit des deutschen Volkes
durch die Macht vor Jahrzehnten und heute. Man ist gespannt, wie diese kritische
Eigenproduktion in Japan ankommt. Gespannt ist man vor allem aber auch darauf,
ob wenigstens dort der Frühling rechtzeitig Einzug hält. Eine E-Mail, die OStR
Harald Pröm am 8. März aus Japan schickte, verheißt Gutes: "Für den 23. März
ist für Tokyo der Beginn der Kirschblüte vorausgesagt. Wie bestellt!"