Seminare am BSG: die zukünftige Oberstufe des Gymnasiums fest im Visier
Exkursion der Geographie-, Geschichts- und Wirtschaftsseminare nach Regensburg
Bad
Kötzting. (kkk) Im Rahmen der Erprobung von Seminaren für die zukünftige Oberstufe
unternahmen Schülerinnen und Schüler der 11.Klasse des Benedikt-Stattler-Gymnasiums
zusammen mit ihren Lehrern eine Exkursion nach Regensburg. Ziele waren neben
der Universität und dem Hafengelände auch ein nachgebautes Schiff aus der Römerzeit.

Das Geographie-Seminar besuchte unter der Leitung von Frau Englmeier die Universität
Regensburg. Nachdem bereits in den vorhergehenden Unterrichtsstunden die Studienmöglichkeiten
und Berufsfelder eines Geographen mittels Internetrecherche in Gruppen erarbeitet
worden waren, bot sich hier die Möglichkeit direkt mit einem Doktoranden der
Geographie Kontakt aufzunehmen. Dieser erläuterte den Schülerinnen und Schülern
den Aufbau des Studiums samt den verschiedenen Abschlüssen, ehe er konkret auf
seine derzeitige Tätigkeit am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie
einging. Von besonderem Interesse für die Gruppe war, dass sich der Doktorand,
Herr Sax, sehr intensiv mit GIS (=Geographischen Informationssystemen) beschäftigt,
was auch ein Hauptbestandteil der Arbeit des Geographie-Kurses am BSG sein wird.
Aus dem Stegreif präsentierte er den Schülern eine kurze Einführung in die Handhabung
der komplexen Software und ihrer Anwendungsmöglichkeiten. Herr Sax führte auch
aus, dass zurzeit eine Einschreibung für Geographie an der Universität Regensburg
nicht möglich sei, da die Geographie-Lehrstühle im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen
der bayerischen Hochschulen abgebaut werden. Trotzdem ermunterte er die Schülerinnen
und Schüler, diese Fachrichtung zu ergreifen und verwies auf andere Universitäten
wie Bayreuth oder Passau. Nach diesem sehr informativen Vortrag in der geographischen
Fakultät folgte ein kurzer Rundgang durch das Universitätsgelände.

Eine Exkursion der "etwas anderen Art" führte die beiden Geschichte-Seminare
nach Mariaort an der Naab. Dort durften 28 Schülerinnen und Schüler mit den
sie begleitenden Lehrkräften, Frau Freimuth und Herrn Kolbeck, unter fachkundiger
Leitung von Dr. Konen auf einem Römerschiff rudern, das von Handwerkern, Archäologen
und Historikern der Universität Regensburg gebaut worden war. Auf diese Weise
konnten die Elftklässler am eigenen Leib spüren, wie anstrengend der Alltag
eines römischen Soldaten war, der im 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus seinen
Dienst auf Schiffen leistete, um die Donaugrenze gegen einfallende Völker zu
verteidigen. Während sich die Teilnehmer kräftig in die Riemen legten, informierte
sie Dr. Konen darüber, wie es zur Rekonstruktion der Lusoria (Verteidigungsschiff)
aus der Römerzeit kam. Nachdem man bei Ausgrabungsarbeiten in Mainz Teile dieses
Schiffstyps gefunden hatte, musste man sich Gedanken über die Finanzierung des
100.000 Euro-Projektes machen, bevor man an den Bau des Schiffes gehen konnte.
Für die Schülerinnen und Schüler, die sich bereits zuvor im Seminarunterricht
theoretisch mit Archäologie beschäftigt hatten, stellte die Lusoria eine ganz
praktische Erfahrung mit archäologischer Arbeit dar. Der Anspruch des Seminars,
den Schülern wissenschaftliches Arbeiten nahe zu bringen, wurde somit voll erfüllt.

Das Seminar Wirtschaft schließlich erkundete mit ihrem Leiter, Herrn Lang, das
Betriebsgelände des Regensburger Hafens. Die Schülerinnen und Schüler lernten
dabei beispielhaft einen trimodalen Standort kennen, an dem Eisenbahn-, LKW-
und Schiffsverkehr zugleich abgewickelt werden. Trotz der Größe von 162 Hektarn
mit Lagerhäusern, Freilagern, Silos und Öltankshabe habe die betreibende Gesellschaft,
die Bayernhafen GmbH&Co.Kg, Platzprobleme, um die investitionsbereiten Firmen
ansiedeln zu können.

Die Eindrücke und das Wissen, das jeder einzelne Schüler während dieser Exkursion
erwerben konnte, wird in den sich anschließenden Unterrichtsstunden wieder aufgegriffen
und vertieft werden, so dass ein möglichst großer Lernerfolg erreicht werden
kann. Die Seminararbeit insgesamt bietet dem BSG die Möglichkeit, umfassende
und vielfältige Erfahrungen bei der Planung, Durchführung und Auswertung der
Seminare zu gewinnen und somit bestens gerüstet zu sein, wenn in wenigen Jahren
das achtstufige Gymnasium mit der reformierten Oberstufe in ganz Bayern eingeführt
sein wird.