Gymnasiasten erleben "Weltkonzern"
Schüler des BSG erhalten bei Siemens-Aktionärsversammlung Einblick in Details
des Großunternehmens.
Bad
Kötzting. Wie geht es zu, wenn sich Aktionäre treffen? Diese Frage beantworteten
sich am vergangenen Dienstag 51 Schüler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums mit
ihren Wirtschaft/Recht-Lehrkräften Julia Kraus und Burghard Lang in München
in der Olympiahalle bei der Siemens Hauptversammlung. Die Klasse 10c mit den
diesjährigen Landkreis-Siegern aus dem Sparkassen-Börsenspiel, das W-Seminar
WR aus der 11. Jahrgangsstufe und der WR-Leistungskurs der KS 12 konnten dabei
dank der Unterstützung der Elternbeiratsvorsitzenden Rosmarie Käser auch einen
Blick hinter die Kulissen werfen. Der Kollegiat Klement Christian berichtet:

"Schon gegen 6:30 Uhr wartete der Bus am Jahnplatz, um zur Siemens Hauptversammlung
aufzubrechen. Trotz des auf den Straßen herrschenden Schneechaos trafen alle
Teilnehmer fast pünktlich ein. Nach einer anstrengenden Fahrt auf teilweise
noch ungeräumten Straßen trafen wir etwas verspätet gegen 10:15 Uhr am Parkplatz
des Olympia Parks ein. Im Eiltempo ging es zur Olympiahalle. Vorbei an den Sicherheitskontrollen
und den Check-In Schaltern nahmen wir gleich auf den Zuschauerrängen der Halle
Platz, als der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher gerade mit seiner
Rede begonnen hatte.

In seinem Vortrag betonte er die Visionen der Siemens AG, nämlich Pionier in
den Bereichen Energieeffizienz, industrieller Produktivität, Gesundheitssystemen
und Infrastrukturlösungen zu sein. "Pionier zu sein - das war immer und das
bleibt unser Anspruch. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschafts-
und Finanzkrise sind marktspezifische Lösungen aus einer Hand gefragt" so Löscher.
Dabei stellte er drei Felder in den Mittelpunkt: Innovationen, Internationalität
und Nachhaltigkeit. Siemens beteilige sich deshalb auch am Desertec-Projekt,
das zum Ziel hat, eine riesige Fläche in der Sahara mit Photovoltaik-Feldern
zu bedecken, um so zukünftig einen nicht unerheblichen Teil des Stromes für
Europa zu gewinnen. Denn in sechs Stunden fällt auf die Wüsten der Erde so viel
Sonnenenergie wie in einem Jahr von allen Menschen auf der Welt verbraucht wird.
Elektromobilität, Windkraft und Solartechnologie seien ein wichtiger Beitrag
für die Nachhaltigkeit betonte der Siemensvorstand. Das Umweltportfolio der
AG soll weiterentwickelt werden, um die damit verbundenen Umsatz- und Emissionsreduktionsziele
zu erreichen. Dieses Engagement findet weltweit große Anerkennung. Siemens ist
im renommierten Nachhaltigkeits-Ranking Dow Jones Sustainability Index (DJSI)
vertreten und belegte vergangenes Jahr innerhalb des Sektors "Diversified Industrials"
den ersten Platz. Auch die Bewertung in den Kategorien "Umwelt" und "Gesellschaft"
hat sich jeweils deutlich verbessert, so wurde Siemens zum zehnten Mal in Folge
für sein nachhaltiges Handeln ausgezeichnet und erntete in diesem Jahr die beste
Gesamtnote.

Nach seiner Rede folgten Vorträge der Aktionärsvertreter zur Lage des Unternehmens,
welche jedoch nicht minder interessant waren, diskutierte man doch unter anderem
über die Vergütung von Vorständen einerseits und um den Abbau von Arbeitsplätzen
in verschiedenen Sparten des Unternehmens andererseits. Zwischendurch konnte
man seinen Hunger an den zahlreichen Ständen stillen und so ging man am frühen
Nachmittag in Begleitung der Elternbeiratsvorsitzenden Rosmarie Käser gestärkt
in die Führung durch den Backstage-Bereich. Dort wurde uns auch der technische
Ablauf des Abstimmungsverfahrens der angereisten Aktionäre erklärt. Von den
erwarteten 9.000 Aktionären fanden sich wegen der widrigen Wetterverhältnisse
nur rund 7.800 ein. Auch zur Versorgungslogistik gab es Zahlen: 12.000 Liter
Getränke und 250 kg gemahlene Kaffeebohnen standen bereit. Die Kosten für die
Hauptversammlung beliefen sich insgesamt auf ca. 5 Millionen €. Besonderes Highlight
der Führung war schließlich ein Blick in das provisorische TV-Studio unter der
Tribüne.

Nach einem Abschlussfoto während der Rede des Siemens-Finanzvorstands Joe Kaeser
aus Arnbruck im Hintergrund hatte noch einmal jeder Gelegenheit, sich an Ständen
mit Informationen einzudecken und auf Monitoren weiterhin den Rednern zu lauschen.
Gegen 14:30 Uhr traten wir, nun mittlerweile auf geräumten Straßen, wieder die
Heimreise an, den "grünen" Siemens-Geschäftsbericht und interessante Eindrücke
im Gepäck."