Italienreise der Gymnasiasten
Eine BSG-Studienfahrt führte durch die Regionen Südtirol/Trentino, Venetien, Lombardei und Emilia Romagna
Bad
Kötzting/Oberitalien. Eine interessante Studienfahrt des Benedikt-Stattler-Gymnasiums führte nach Oberitalien, wo einzelne Städte wie Venedig und Verona besichtigt wurden. Die Gruppe hatte sich auf die Spuren von Romeo und Julia, dem wohl bekanntesten Liebespaar der Welt, begeben, betrachtete Bologna aus rund 100 Meter Höhe und war auf dem „Canal Grande“ in Venedig unterwegs.

Am Dienstag dieser Woche kamen die teilnehmenden Gymnasiasten mit ihren Begleitpersonen OStD Roith und Maria Neis, um 21.45 Uhr Uhr wieder am Bahnhof in Cham an, wo ihre Eltern bereits auf sie warteten. Angefangen hatte die Reise eine Woche vorher am Mittwochmorgen, ebenfalls am Bahnhof in Cham mit kleinen Planänderungen, da der ursprünglich vorgesehene Zug aufgrund eines Streiks nicht fuhr. Letztendlich kam die Gruppe am Nachmittag in Trento an, wo sie von Eugen Joa, einem langjährigen Freund des Schulleiters, empfangen und organisatorisch unterstützt wurde.
Gleich am zweiten Tag der Studienreise stand einer der Höhepunkte auf dem Programm: die Wasserstadt Venedig. In dieser weltberühmten Stadt konnten die Schüler die Aufregung nicht verbergen, welche sich noch steigerte, als man über die Lagunen fuhr. Frau Neis, eine Kennerin Venedigs, führte die Gymnasiasten nicht nur an touristische Schauplätze wie die Rialto-Brücke oder den Markusdom, sondern auch in kleinere Gassen, wo sich alle eine für den Karneval von Venedig typische Maske kauften. Zurück zum Bahnhof ging es über den „Canal Grande“. Man kam sich vor wie in einem Panorama-Kino, da man vom Fluss aus das Gefühl hatte, noch intensiver in die Stadt einzutauchen.
Auch in Italien streikten einige Zugfahrer, weshalb man das Programm kurzfristig änderte. Statt Verona mit dem Zug wurde der Gardasee mit dem Bus als nächstes Ziel angesteuert. Voller Vorfreude suchte sich die Truppe ein geeignetes Plätzchen am Strand.
Erste Versuche ins Wasser zu gehen erwiesen sich aufgrund der niedrigen Wassertemperatur, gefühlten 10°C, als etwas schwierig. Aber auch diese Hürde überwanden alle Mitgereisten, wodurch der Spaßfaktor noch weiter erhöht wurde. Natürlich dachte man auch an die Familien und Freunde zu Hause und sandte ihnen sonnige Postkartengrüße aus dem warmen Italien. Gegen Ende des Aufenthalts am Gardasee berichteten Schüler zum ersten Mal über die Städte und Regionen der Exkursion. Jedem war nämlich bereits einige Zeit vor Beginn der Reise ein Thema zugewiesen worden, über das man seine Mitschüler zu informieren hatte. Wieder zurück in Trento traf man sich zum gemeinsamen Abendessen in einer landestypischen Trattoria, in der man auch Spezialitäten aus der Region genießen konnte. Dabei wurden viele nette Geschichten aus der bisherigen Schulzeit erzählt, was den Abend recht unterhaltsam machte.
Der folgende Tag begann zunächst mit bewölktem Himmel, bald setzte auch noch Regen ein. Regenschirme hatten nicht alle dabei, und so arbeitete man sich von Hauseingang zu Hauseingang zum Zentrum von Mantova vor, in dem die starke Sonne aber rasch die Wolken vertrieb. Im Palazzo Ducale mit seinen fast 500 Räumen gab es beeindruckende Gemälde aus unterschiedliochen Epochen zu bewundern.
Am Sonntag hieß das Ziel endlich Verona, bekannt auch durch „Romeo & Julia“, das berümteste Liebespaar der Welt. Nachdem man die Arena besichtigt hatte, wo man bei der Aufstellung des großartigen Bühnenbildes für die Abendvorstellung von Aida zuschauen konnte, kämpfte man sich durch die sehr gut besuchte Shoppingmeile bis zum Balkon der Julia durch. Zunächst betrat jeder Reiseteilnehmer einzeln den Balkon, wo er vom fleißigsten Fotografen der ganzen Reise, Herrn Roith persönlich, im Bild festgehalten wurde, bevor man sich noch zu einem Gruppenfoto aufstellte. Im Laufe des Tages spürte mancher Schüler zum ersten Mal die Anstrengungen der letzten Tage, weshalb man anfangs nicht mit voller Begeisterung dafür war, auch noch die Kirche „San Anastasia“ zu besichtigen. Doch diese Skepsis schlug während des Orgelspiels in diesem wunderschönen Gotteshaus schlagartig um. Die ganze Truppe war beeindruckt von der heiligen Stätte, deren Wirkung für viele etwas Magisches hatte. Den Schlusspunkt für diesen Tag setzte man schließlich noch mit dem Besuch von Julias Grabstätte.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Trento. Am Vormittag fuhr die Gruppe weiter nach Bologna, wo nach etwa vier Stunden das Hotel für die letzte Nacht bezogen wurde. Sofort machten sich die Schüler mit ihren Begleitern auf den Weg ins Zentrum, um noch so viel wie möglich von dieser Stadt mit ihrer beachtenswerten Architektur sehen zu können. Nach einem Fußmarsch durch die langen Einkaufsstraßen unter den Arkaden besichtigte man die fünftgrößte Kirche der Welt „San Petronio“, in der man das bekannte Bild „Himmel und Hölle“ fand. Anschließend verschaffte sich Truppe einen Blick auf die Stadt aus einer Höhe von 97 Metern, indem man den Geschlechterturm „Asinelli“ mit seinen 498 Stufen bestieg. Für einen schönen, stimmungsvollen und lustigen Ausklang sorgte dann ein Drei-Gänge-Menü in einem typischen Restaurant, ehe man die Stadt Bologna auch noch bei Nacht erkundete.
Mit weniger Schlaf als üblich begann der letzte Morgen. Nach einem ausgiebigen Frühstück wanderte man ein letztes Mal in die Stadt, wo noch die letzten Souvenirs, besonders der gute Parmaschinken aus der Region, besorgt wurden. Um 11.45 Uhr verließ die Gruppe, die während der gesamten Woche hervorragend harmonierte, planmäßig die Stadt und begann die lange Heimreise. Während der Zugfahrt bedankten sich Günther Roith und Maria Neis, die mit ihren ausgezeichneten Italienischkenntnissen auf dieser Reise vieles erleichterte, bei den Schülern für die gelungene Fahrt. Dieser Dank wurde umgehend an die Begleiter zurückgegeben. Nach zehn Stunden kamen alle wieder gesund zu Hause an und berichteten sogleich von den großartigen Erlebnissen der letzten Tage: vom immer noch zauberhaften Venedig, vom kalten Gardasee, vom Julia-Balkon und - nicht zu vergessen - dem faszinierenden Ausblick vom „Torre Asinelli“ auf die Dächer von Bologna.
Maria Wellisch, Q11