Gelungener Theaterabend am BSG begeistert die zahlreichen Zuschauer
Bad
Kötzting. Dass sich Schule und Spaß ganz sicher nicht ausschließen, bewiesen
die vielen, hoch engagierten Beteiligten des Theaterabends am BSG nicht nur
den staunenden Eltern, sondern auch allen Theaterinteressierten, die der Einladung
zu diesem bunten und abwechslungsreichen Abend gefolgt waren. Mehrere Wahlkurse
und AGs des Gymnasiums zeigten beim Jonglieren, Einradfahren, Musizieren und
natürlich auch bei der mit Spannung erwarteten Aufführung ihrer Theaterstücke,
was sie alles in freiwilliger Arbeit, meist nach dem Pflichtprogramm der Schule,
"gelernt" hatten.

In zwei Vorstellungen boten die jugendlichen Darsteller ein buntes Programm,
das von den zahlreichen Besuchern mit tosendem Applaus belohnt wurde und das
die Akteure mit sichtbarer Freude und auch mit einer kleinen Portion Stolz auf
ihr Können genossen.

Die Bewegungskünste stimmten das Publikum dabei mit schwungvollen Auftritten
auf den Abend ein. Aufregende Figuren und Bilder wurden mit Einrad und Diabolo
auf die Bühne gezaubert und wechselten sich mit Balanceakts und dynamischem
Gruppentanz, der durch bunte Tücher verstärkt wurde ab. Dabei demonstrierten
die Jungen und Mädchen ihr Können und ihre Körperbeherrschung, die sie sich
unter der Leitung von Studienrat Rudolf Zell und Diplom-Sportlehrerin Anja Achatz
seit Beginn des Schuljahres antrainiert hatten.

Anschließend überraschte die erst im September gegründete BSG-Big Band unter
Leitung von Musiklehrerin Annette Riehl das Publikum mit gelungenen Interpretationen
bekannter Melodien, die den Zuhörern leicht ins Ohr gingen und so manchen zum
Mitschnippen animierten. Souverän wechselten sich dabei Orchester und diverse
Solisten mit Trompete, Saxophon und Posaune ab. So überzeugte die junge Big
Band das Publikum durch die Beherrschung ihrer Instrumente und gestaltete den
Abend zwischen den einzelnen Darbietungen immer wieder mit musikalischen Einlagen
auf hohem Niveau.

Mit "Immerzu Dornröschen", der Impro-Theateraufführung der Unterstufe, legte
sich der Fokus des Abends dann anschließend langsam auf die Theateraktivitäten
des BSG. Ausdrucksstark gaben die jungen Schauspieler ihre Interpretation des
bekannten Märchens zum Besten und erklärten dem Publikum durch zwei Versionen
der Vorlage, einmal mit Text und einmal ausschließlich durch Gestik und Mimik,
wie nach ihrer Meinung Trägheit oder Schlaf das alltägliche Glück zerstören
können.

Natürlich waren für die zahlreichen Besucher in der halbstündigen Pause ein
abwechslungsreiches Buffet und diverse Getränke vorbereitet worden. Die Mitglieder
des Fördervereins hatten die Pausenhalle des Gymnasiums in einen gemütlichen
Aufenthaltsraum verwandelt, der zum Austausch über das bisher Gesehene einlud
und somit war auch für das leibliche Wohlergehen der Theaterbegeisterten gesorgt.

Im Anschluss folgte der Höhepunkt des Abends: "Deutsches Theater - Stürmer und
Drängeleien" lautete der Titel des multimedial unterstützten Theaterstücks,
das der Wahlkurs und der Grundkurs Dramatisches Gestalten selbst erarbeitet
und inszeniert hatte. Dabei stellten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe
sieben bis dreizehn unter der Leitung von Studiendirektorin Christiane Raab-Bauer
und ihrem Mann Viktor Bauer ihre Interpretation der Epoche Sturm und Drang und
deren aktuelle Bedeutung für ihre eigene Lebenswelt dar. Wie immer faszinierten
sie das Publikum dabei mit der gewohnt exakten Choreographie und der ausgefeilten
Mimik und Gestik, die durch bayerische Texte unterstützt wurde und den Betrachter
einlud, die phantastischen Bilder selbst zu interpretieren und zu genießen.
Die Besonderheit des diesjährigen Stückes lag in der technischen Unterstützung
der Theaterszenen durch vorher produzierte Unterwasservideos, die stellenweise
den Bühnenhintergrund einnahmen und so eine völlig neue Dimension der Darstellung
ermöglichten. Unter der Leitung von Studiendirektor Hans Zaspel gelang dem Technikerterteam
der Theatergruppe dadurch eine völlig neuartige Erweiterung der Aufführung,
von der sich das Publikum sichtlich beeindruckt zeigte.

Abschließend bedankte sich Schulleiter Günther Roith, der selbst mit dem Vortrag
eines kritischen Textes über die Unterhaltungsflut im Alltag zum Gelingen des
Abends beigetragen hatte, bei allen Beteiligten für das enorme Engagement, das
eine solche Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht hatte. Der lang anhaltende
Beifall des Publikums zeigte eindrucksvoll, wie sehr Eltern, Lehrer und Gäste
diesen Abend genossen hatten und war zusammen mit den strahlenden Augen der
Gymnasiasten ein deutlicher Beleg dafür, dass Schule eben doch mehr ist, als
Notendruck und Schulbankdrücken.