BSG-Theatergruppe für Berlin qualifiziert
Zum zweiten Male unter Deutschlands acht besten Schultheatergruppen - Auch
beim ZDF-Jugendtheaterwettbewerb unter den besten 13
Bad
Kötzting. Eine aus Theaterschaffenden und -pädagogen bestehende Jury bestätigte
es der Theatergruppe des Benedikt-Stattler-Gymnasiums: Sensationell sei es,
dass diese engagierte Truppe mit ihrer revolutionären Spielweise bei zwei Bundeswettbewerben
in die Endausscheidung gekommen sei. Die Belohnung für eine konsequente Arbeit
unter monatelanger Dauerbelastung: Ab dem 17. Mai darf sich die BSG-Theatertruppe
in der Bundeshauptstadt mit den sieben anderen besten deutschen Schulspielgruppen
messen.

"LIEBE MACHT TOT(D) - Schüler spielen Shakespeare - das ZDF filmt mit" lautete
das Thema des diesjährigen Schüler- und Jugendtheaterwettbewerbs. Die 148 Gruppen
aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich daran beteiligten, verfolgten zwei Ziele:
Sich für die Berliner Festspiele zu qualifizieren und zu den fünf Gruppen zu
gehören, die für die Fernsehproduktion ausgewählt werden. Wie nur drei wei-tere
Ensembles schafften es die Bad Kötztinger bei beiden Wettbewerben in die Endrunde.
Bei der Ausscheidung für die Fernsehproduktion kam man immerhin unter die besten
13, beim 29. Theater-treffen der Jugend, das unter der Schirmherrschaft des
Bundespräsidenten steht, sind die Bayerwäldler aus Bad Kötzting allerdings zum
zweiten Male innerhalb von drei Jahren mit dabei, zusammen mit zum Teil von
Profis gecoachten Theatergruppen aus Potsdam, Höchst, Schwerin, Hannover, Bonn,
Düsseldorf und Magdeburg.

Alle
teilnehmenden Gruppen waren in diesem Jahr aufgefordert, sich unter dem Motto
"LIEBE MACHT TOT (D)" mit William Shakespeare als Persönlichkeit sowie mit seinem
Leben und seinen Werken szenisch zu beschäftigen. Der Theatergruppe des BSG
kam dieses Thema gerade recht: Liebe hatte doch schon immer interessiert, Macht
wird überall ausgeübt - und bei einem Dichter wie Shakes-peare sind Liebe und
Macht eng mit dem Tod verwoben. Romeo und Julia, Hamlet, Macbeth, Two Gentlemen
of Verona, Julius Caesar, King Lear - die BSG-Truppe spielte vor eineinhalb
Wochen bei der Generalprobe unter kritischer Beobachtung der Juroren nicht EIN
Drama; sie spielte Shakespeare, den Dichter, der das Schöpferische, die Leidenschaft
im Menschen in den Mittelpunkt seiner Werke stellte. So zumindest interpretierten
die Bad Kötztinger das Thema und wilderten in der Literatur. Die Probenarbeit
musste neben dem Unterricht stattfinden, was vor allem für die angehenden Abitu-rienten
eine große Belastung bedeutete. Die von weit her angereisten Theaterschaffenden
und -pädagogen zeigten sich beeindruckt von der Leistung der BSG-Theatergruppe.
Die Spielweise sei geradezu revolutionär, man habe damit zahlreiche Gruppen
aus deutschen Großstädten hinter sich gelassen; dass man aber bei beiden Wettbewerben
in die Endrunde gekommen sei, sei einerseits eine Sensation, andererseits die
Belohnung für konsequente Arbeit und das Ergebnis von Phantasie, Mut, Kompetenz,
Disziplin und Zusammenarbeit.

Natürlich ist die Theatergruppe des BSG mächtig stolz auf diesen großartigen
Erfolg, der ihr in dieser Woche von der Jury mitgeteilt wurde. 140 andere Bewerber
konnte man hinter sich lassen und nun darf man mit dem großen Ensemble von 45
Mitwirkenden mit der Eigenproduktion "Dramadama" im Mai erneut bei den Berliner
Festspielen auftreten - zusammen mit sieben anderen, die beim Schul- und Jugendtheater
ebenfalls zur Spitze der Republik zählen.

In
einer Zeit, in der die öffentliche Diskussion Tag für Tag mehr denn je von der
Diskussion um die Probleme im Schulbetrieb bestimmt wird, in der aus berufenem
und weniger berufenem Mund Kritik am Gymnasium geübt wird, beweisen die Bad
Kötztinger, was auch in der heutigen Zeit neben gutem Unterricht an einem Gymnasium
geleistet werden kann. Ästhetische Erziehung ist eines der großen Ziele der
gymnasialen Ausbildung. Wo aber kann sich das Zusammenwirken von Musik, Kunst
und Literatur deutlicher zeigen als im dramatischen Gestalten, im darstellenden
Spiel? Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler, die dabei mitwirken, die
Möglichkeit, sich das Rüstzeug zu erwerben, das sie im späteren Leben, gerade
auch im Studium und im Beruf, dringend benötigen: Kreativität, Sprachkompetenz,
Teamfähigkeit, Selbstbeherrschung, Weltoffenheit und Toleranz, Flexibilität,
Kri-tikfähigkeit und vieles andere mehr.