Schulspielgruppe des BSG ausgezeichnet
Ehrung durch Bundesministerin Schavan für herausragende Leistungen
Bad
Kötzting. (kkk) Die Theatergruppe des Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting,
die bereits im Mai als eine von acht Gruppen nach Berlin zum Theater der Jugend
eingeladen worden war, durfte unter der Leitung von Frau Raab-Bauer nun als
Bundessieger noch einmal nach Berlin fahren. Dort wurde sie von Frau Schavan,
der Bundesministerin für Bildung und Forschung, für ihre herausragenden Leistungen
ausgezeichnet.

"Elite ist etwas, was vom Regelbetrieb abweicht, etwas Besonderes, das Motivation
liefert!" Mit diesem Satz als Leitlinie setzt sich Frau Schavan für die Förderung
der Eliten in Deutschland ein und hieß daher all diejenigen zum "Tag der Talente"
willkommen, die sich auf irgendeinem Gebiet in besonderer Weise hervorgetan
hatten. So waren der Bundespreisträger im Wettbewerb Mathematik, Chemie oder
Physik genauso zugegen wie der beste Azubi bei Mercedes und eben auch die Theatergruppe
des Benedikt-Stattler-Gymnasiums.

Frau
Schavan definierte "Talent" unter anderem als die "Leidenschaft" und "Begeisterung",
die Menschen zu außergewöhnlichen Leistungen in einem Bereich befähigt. Elite
brauche eine Umgebung, in der sie sich entwickeln kann, d.h. Eltern, die sich
ihres Kindes annehmen, und Lehrer, die jene Begeisterung wecken können. Letzteres
ist mit veralteten Unterrichtsformen und -stoffen nicht immer gegeben. "Die
Schule muss sich öffnen", meinten daher auch die Teilnehmer der sich anschließenden
Podiumsdiskussion; und dies in Deutschland nicht nur für einen engen, zahlungsfähigen
Kreis wie in vielen europäischen Ländern, sondern für eine möglichst breite
Bevölkerungsschicht und auf völlig neuen Gebieten - nicht nur der Wirtschaft.

Diesen Weg sieht man in der Arbeit der Theatergruppe des Benedikt-Stattler-Gymnasiums
Bad Kötzting beschritten. So erfahren die eigenständige Tätigkeit der Schüler,
der phantasievolle Umgang mit Sprache und Literatur, die hohe Kreativität bei
der Gestaltung und die Musikalität immer wieder eine besondere Hochschätzung.
Was die Theaterspieler wohl aber selbst erstaunte, war eine andere Würdigung
ihrer Arbeit: Sie weckten nicht nur das Interesse der Kulturschaffenden, sondern
auch der Beobachter aus den Sozialministerien und der Industrie. Es sei eine
konzentrierte Arbeitsweise zu sehen, in der sich junge Menschen frei entfalten
können, ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und sich füreinander verantwortlich
fühlen. Denn für den Fall, dass ein Spieler ausfällt, muss ein anderer seine
Stelle einnehmen, damit nicht die gesamte Aufführung ins Wanken gerät.

Die Leistungsbereitschaft und Disziplin der Theatergruppe zeigt sich auch an
anderer Stelle: Montags waren die Schüler unmittelbar nach dem Unterricht losgefahren
und kamen um 20.30 Uhr im Hotel an. Doch anstatt sich von den Strapazen zu erholen,
probten sie noch bis 23.00 Uhr für eine in der folgenden Woche stattfindende
Veranstaltung der Fachschaft Deutsch des Benedikt-Stattler-Gymnasiums. Am nächsten
Morgen fanden sie sich pünktlich um 8.30 Uhr am Veranstaltungsort ein und direkt
nach dem Ende des offiziellen Programms um 17.00 Uhr bestiegen sie den Bus nach
Bad Kötzting. Bereits am folgenden Morgen mussten sie sich schon wieder den
Anforderungen des Schulalltags stellen.

Fragt man die Spielleiter nach ihren Eindrücken, so erfährt man, dass eines
in Berlin deutlich wurde: Die Probenarbeit, die sich über viele Stunden hinzieht
ist geistig und körperlich sehr anstrengend, dass sie auch noch Spaß macht,
tut dem keinen Abbruch. Auch Mathematikaufgaben und Geografie dürfen Spaß machen,
doch die Spieler leisten erheblich mehr, denn im Allgemeinen müssen sie den
Unterrichtsstoff nachholen, und das tun sie, während andere fernsehen. Und gerade
weil sie all das tun, durften sie sich in Berlin zu den 200 Jugendlichen zählen,
die als Talente aber auch als "Elite" bezeichnet wurden.