NEWS - Politische Bildung am BSG - oder was hat die Jeanshose mit Globalisierung zu tun?

 

 

Politische Bildung am BSG - oder was hat die Jeanshose mit Globalisierung zu tun?

Fortsetzung der Projekttage der zehnten Klassen

Bad Kötzting. (kkk) Welche Folgen hat es für Deutschland, wenn in Afrika die Menschen hungern? Warum muss Europa daran interessiert sein, dass das Bildungsniveau in Asien steigt? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Zehntklässler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting auf den Projekttagen zur Globalisierung in der Politischen Akademie Tutzing und zur Sicherheitspolitik in der Fränkischen Fachakademie auf Schloss Schney bei Lichtenfels.

Während des Seminars zur Globalisierung stand im Mittelpunkt, den Schülern der 10b internationale Zusammenhänge sowohl der Politik, Wirtschaft als auch Gesellschaft nahe zu bringen.

Dazu erarbeiteten die Schüler in Gruppenarbeit selbstständig Kurzreferate zur UNO, EU, Greenpeace und anderen welt- und europaweit agierenden Organisationen. Sehr deutlich wurde dabei, dass die Zusammenarbeit vieler Länder auf der ganzen Welt heutzutage unerlässlich ist, um aktuelle Probleme wie Klimawandel, Umweltverschmutzung oder auch Terrorismus wirksam zu bekämpfen.

Zur Veranschaulichung führte Robby Geyer, der Referent der Politischen Akademie den Schülern eine Filmsequenz vor. Darin kamen auch Schwierigkeiten der Agrarwirtschaft in Deutschland, Österreich und Rumänien zur Sprache. Tief beeindruckt sahen die Zehntklässler, wie in weit entwickelten Staaten in Westeuropa Nahrungsmittel mit modernen Maschinen erzeugt und aufgrund von Überfluss sogar in enormen Mengen vernichtet werden, während in rückständigen Teilen Osteuropas die Bauern noch mit Pferdefuhrwerken mühsam Getreide ernten.

Als äußerst interessant erwies sich ein zweiter Kurzfilm, der den Weg einer Jeanshose von der Baumwollpflanze in Tansania/Afrika, über die Weiterverarbeitung in Italien und Russland bis zum Endverbraucher in Deutschland aufzeigte - ein typischer Fall von Globalisierung.

Referate wie Filme wurden in sich anschließenden Diskussionsrunden intensiv besprochen, wobei die Teilnehmer der zehnten Klassen eine rege Mitarbeit an den Tag legten.

Genauso zufrieden wie mit den Schülern der 10b waren die begleitenden Lehrkräfte Schulleiter Günther Roith, Sandra Freimuth und Alexander Kolbeck mit dem Verhalten und dem Arbeitseinsatz der Schüler der Klassen 10a und 10c, die das Planspiel POLIS (Politik und internationale Sicherheit) in Schloss Schney absolvierten.

Nach einer kurzen Einführung in das Regelwerk durch die Jugendoffiziere Andreas Mauerer und Daniel Burmeister stiegen die Zehntklässler sofort in das erste POLIS-Jahr ein. Sie schlüpften dabei in die Rolle führender Politiker von Nordamerika, Westeuropa, Asien, Afrika und weiteren Regionen der Erde.

Während die jeweiligen "Wirtschaftsminister" die Aufgabe hatten, für genügend Rohstoffe, Energie und Agrarmittel zu sorgen, arbeiteten die "Regierungschefs" Programme aus, die sie im zweiten POLIS-Jahr umzusetzen beabsichtigten.

Schnell erkannten die Schüler, wie komplex internationale Zusammenhänge sind und welche Folgen auftreten können, wenn Misswirtschaft in den weit entwickelten Industrienationen betrieben wird. Denn bereits im ersten Jahr verkalkulierten sich die Vertreter der Region Japan und Westeuropa bei der Aufstellung ihres Haushaltes und verursachten damit Hunger und Wirtschaftskrisen in anderen Weltregionen wie Afrika und Asien.

Dass das Planspiel aber einen großen Lernerfolg bei den Schülern erzielte, zeigte sich schon in den nächsten beiden Spielrunden, als keinerlei wirtschaftliche Fehlberechnungen mehr auftraten und stattdessen sehr gute wirtschaftliche und finanzielle Ergebnisse erarbeitet wurden.

Dynamik erhielt das Planspiel dabei zum einen auch durch aktuelle "Tagesschaumeldungen", die von den Leitern des Planspiels gezielt in das Spiel integriert wurden, zum anderen aber auch durch Umsturzversuche "oppositioneller Politiker" in einzelnen Regionen wie Arabien. Doch durch gemeinsames Vorgehen der Staaten, zum Beispiel während der "Sitzungen des UNO-Sicherheitsrates" konnten internationale Krisenherde erfolgreich entschärft werden.

Dass die Projekttage, die im Rahmen des MODUS 21-Konzeptes am Benedikt-Stattler-Gymnasium mittlerweile schon seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt werden, auch bei den Schülern auf Zustimmung stoßen, erwies sich in der Abschlussbesprechung. Ein durchgehend positives Feedback bescheinigten die Zehntklässler der Veranstaltung und sprachen damit auch den Jugendoffizieren, die das Planspiel leiteten, ein großes Lob aus.

Fortgesetzt wird die Reihe der Projekttage in den zehnten Klassen demnächst mit einer Exkursion zum Landratsamt Cham, wo die Schüler Einblicke in die kommunale Verwaltungstätigkeit gewinnen werden.