NEWS - BSG-Schüler zeigen ungarischen Jugendlichen ihre Heimat

 

 

BSG-Schüler zeigen ungarischen Jugendlichen ihre Heimat

Umweltrecherche zum Nationalpark Bayerischer Wald schlägt eine Brücke zwischen zwei Nationen

Bad Kötzting. Wie sieht ein Wald aus, der ökonomischen und ökologischen Ansprüchen genügt? Wie kann ein Waldbesitzer ohne größere Einbußen für größte Artenvielfalt sorgen? Diesen und ähnlichen Fragen gingen die Elftklässler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums zusammen mit Schülern aus dem ungarischen Trefort Ágoston Gymnasium in Budapest auf den Grund. Die Ungarn reisten im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt (DBU) geförderten Schüleraustausches zum Gegenbesuch nach Bad Kötzting. Drei Wochen zuvor erst waren die BSG-Schüler schweren Herzens in Budapest verabschiedet worden. Auch dort hatten sie gemeinsam über ein Umweltthema recherchiert und in den ungarischen Jugendlichen zudem neue Freunde gefunden.

Umso herzlicher wurden diese nun im Bayerischen Wald begrüßt. Im Laufe der Austauschwoche lernten die Ungarn das Leben bei uns kennen und machten wertvolle Erfahrungen in einem Umfeld, das sich so sehr vom Großstadtleben in Budapest unterscheidet. Und natürlich wurde auch gearbeitet. Als Ergebnis der gemeinsamen Zeit sollte eine Seite einer großen deutschen bzw. ungarischen Tageszeitung gestaltet werden. Hierfür nahmen die Schüler eine Studie des Nationalparks Bayerischer Wald unter die Lupe, welche die Erforschung der Merkmale und Mindestanforderungen eines ökologisch intakten Bergmischwaldes zum Thema hatte. Dabei stand der Zoologe und Nationalparkmitarbeiter Dr. Jörg Müller einen Tag lang Rede und Antwort, führte die jungen Journalisten in die Problematik ein und berichtete von seinen Ergebnissen. Auch lernten die Jugendlichen direkt im Wald wissenschaftliche Methoden und Arbeitsweisen kennen, bestimmten Totholzmengen, zählten Höhlenbäume und untersuchten die Baumartenzusammensetzung.

Über die Ergebnisse ihrer Recherche verfassten die Schüler mit teils beachtenswerter Professionalität und Freude am Arbeiten ihre Zeitungsartikel. Während der restlichen Zeit zeigten die Bad Kötztinger den ungarischen Freunden dann ihre Heimat. Da standen die Wanderung zum Gasthaus Schönblick am Hohenbogen, ein Nachmittag im Aqacur und der Besuch einer Glasbläserei genauso auf dem Programm wie eine Stadtführung in Regensburg und viel Zeit mit den Familien zu Hause. Alles in allem war dieser Austausch eine wunderbare Abwechslung zum Schulalltag und eine sehr wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten. Auch im nächsten Schuljahr geht es noch einmal nach Ungarn, wenn es wieder heißt: „Umwelt baut Brücken“.

Karsten Nasdal