Weihnachtsbasar zugunsten hilfsbedürftiger Kinder
Bad
Kötzting. (kds) „Kaffee zu verkaufen! Für nur 50 Cent!“ schreit einer kleiner
Junge durch das Atrium. Aus der Pausenhalle hört man „Das letzte Los! Wer will
es haben?“ Dazu riecht es nach Stollen und frisch gebackenen Waffeln. Beim Weihnachtsbasar
im Benedikt-Stattler-Gymnasium herrschte reges Treiben. Die Schüler haben sich
viel Mühe gegeben, denn der gesamte Erlös geht an das Projekt „Arco Iris“ nach
Bolivien. Zum Abschluss gestalteten Orchester, Vororchester und Chor das Weihnachtskonzert.

Mit Eifer und Begeisterung zeigten die Schüler, was sie in mühevoller Arbeit
daheim hergestellt hatten: Kerzenständer und verzierte Kerzen, geschmückte Orangen,
Schneemänner aus weißen Lebkuchen und vieles mehr. „Ich bin total beeindruckt,
was die Fünft- und Sechstklässler gebastelt haben. Da kauft man nicht aus Mitleid
oder weil es für einen guten Zweck ist, sondern weil es wirklich so schön ist“,
sagte der Direktor der Schule, Günther Roith. „Aber das schlimmste ist, wenn
man durchgeht und manche enttäuschen muss, weil man ja nicht alles kaufen kann.“
Die SMV mit den drei Schülersprechern Phil Pioro, Stella Bergheim und Kathrin
Käser organisierten die traditionelle Veranstaltung der Schule. „Mitgeholfen
haben eine Gruppe an Klassensprecher und vor allem die Lehrkräfte der fünften
Klassen“, berichtete Phil Pioro.

In der Aula veranstalteten die drei Schülersprecher eine große Tombola. Mit
Losen für einen Euro konnten Kinder und Erwachsene unter anderem eine Kaffeemaschine,
ein Handy und Wellnessgutscheine gewinnen. Den gesamten Erlös des Basars spendeten
die Schüler an „Arco Iris“, ein Projekt für die Straßenkinder in La Paz. Das
Gymnasium nimmt schon seit einigen Jahren an dieser Aktion teil und hat bislang
über 7000 Euro gesammelt.

Im
Anschluss an den Basar begann das Weihnachtskonzert in der Aula der Schule.
Unter Leitung von Elvira Frauendienst spielte das Orchester zum Auftakt den
„Kanon für drei Stimmen und Generalbass“ von Jubiläumskomponist Johann Pachelbel
(1653-1706). Räumlich getrennt – erste Geige links, zweite Geige und Bass in
der Mitte, dritte Geige rechts – ließen die Musiker die verschiedenen Stimmen
auf das Publikum wirken. Nach dem gelungenen Auftakt wurde die Aula abgedunkelt.
Nur noch die Lampen an den Notenständern und die vielen aufgestellten Kerzen
erhellten die Aula und sorgten für eine weihnachtliche, besinnliche Stimmung.
Das Programm blieb weiter im Barock: Das Vororchester unter Leitung von Franz
Frauendienst ließ den „Festlichen Marsch“ von Georg Friedrich Händel erklingen,
bei dem die Querflöten gut mit den Geigen harmonisierten. Es folgten die „Starseeker
Variations“ von Sheila Nelson. Danach spielte das Orchester das Concerto grosso
g-Moll op. 6 Nr. 8 von Arcangelo Corelli, dessen Spielweise zur Grundlage der
Geigentechnik des 18. und 19. Jahrhunderts wurde und dessen Kammermusikkompositionen
weit reichenden Einfluss hatten. Corellis concerti grossi sind in ihrer mehrsätzigen
Struktur und ihrem eleganten, harmonischen Stil als vollendete Werke in der
Musik für Streichorchester anerkannt. Virtuos und kraftvoll im einen Teil, wehmütig
und melancholisch im anderen - das Orchester präsentierte das Weihnachtskonzert
herausragend. Auch die Solostimmen – Joachim Bauer und Sara Herbst (Violinen)
und Anna Rauscher (Violoncello) überzeugten und erhielten besonderen Beifall.

Als krönenden Abschluss sang der Chor, ebenfalls geleitet von Elvira Frauendienst,
die Weihnachtsgeschichte Mr. Scrooge von Charles Dickens. Mit eindrucksvollem
Gesang, klarer Aussprache, Gefühl und Schwung erzählte der Chor die Geschichte
des geizigen und gefühlskalten Londoner Geschäftsmanns.

Nach dem Konzert stellte Günther Roith das beeindruckende Ergebnis des Basars
vor: 1500 Euro nahmen die Schüler ein. „Damit wird die Mittagsverpflegung für
700 bis 800 Kinder in La Paz vier Tage lang finanziert“, erklärte der Direktor.
Daniela Steidl, Kötztinger Umschau