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Wien, Wien, nur Du allein...

Studienfahrt der 9. Jahrgangstufe des Benedikt-Stattler-Gymnasiums nach Österreich

Bad Kötzting. (kvk) Zu Beginn der Fahrt erreichten die drei 9. Klassen des Benedikt-Stattler-Gymnasiums mit den begleitenden Lehrkräften nahe der Enns-Mündung das berüchtigte ehemalige Konzentrationslager Mauthausen mit seinen imposanten Steinmauern. Auf dem Weg, der das Konzentrationslager von Österreichs größten Ganitbrüchen scheidet, näherte sich die Gruppe dem wuchtigen Lagertor, an dem drei Zivildiener die Besucher empfingen. Während der Führung erklärten sie den Jugendlichen, dass im Konzentrationslager Mauthausen von 1938 bis 1945 200000 Häftlinge gefangengehalten worden waren, von denen über die Hälfte auf Grund der unmenschlichen Bedingungen starben. Die Zivildiener wiesen auf die Lagerregeln, das Lagerleben, die Bestrafungsmethoden und die Tötungsmechanismen hin, bevor die Schüler selber die Todesstiege, welche die Häftlinge viele Male am Tag bei jeder Witterung mit schweren Lasten hinaufsteigen mussten, hinabschritten.

Den Ort des Barbarismus hinter sich lassend bezogen die Klassen in Wien Quartier, wo sie abends von zwei Stadtführerinnen im Rahmen eines Stadtrundganges einen ersten Eindruck von der viel besungenen Stadt an der Donau gewannen. Walzerseligkeit und Kaffeehauskultur, k.u.k. und UNO, Sachertorte und Hundertwasser, Fiaker und Stephansdom, Maria Theresia und Sissi, Ludwig van Beethoven und Sigmund Freud, Hans Moser und Karl Kraus - die Liste der Assoziationen ließe sich beliebig fortsetzen. Am nächsten Tag führte der Weg in die Donau-City, wo die Schüler in die Aufgabenbereiche und Funktionsweisen der UNO eingeführt wurden.

"Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten". Auf einem Spaziergang durch den wohl berühmtesten Friedhof der Welt konnten sich die Schüler ein Bild von der besonderen Einstellung der Wiener zum Tod machen. Ehrengräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten wie Schubert, Brahms, Schnitzler und Falco sowie die buddhistische und jüdische Abteilung vermittelten einen Eindruck von verschiedenen Begräbnisritualen. Auf der anschließenden mehrstündigen Stadtrundfahrt wurden die Teilnehmer mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Habsburger-Metropole bekannt gemacht.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des imperialen Wiens. Der Besuch der Schatzkammer mit den Krönungsinsignien und der heiligen Lanze stellte für viele historisch Interessierte ein Highlight dar. Nach dem Besuch des Stephansdoms wurde der Totenkult der Habsburger den Schülern in der Kapuzinergruft, in der die einbalsamierten Körper von 138 Mitgliedern des Hauses Habsburg ruhen, vor Augen geführt. Während eine Gruppe Kaiserappartements, Sissi-Museum und Silberkammer besichtigten, führte eine zweite Gruppe der Weg ins Naturkundemuseum.

Auf der Heimfahrt gelangte man zum barocken Gesamtkunstwerk und Weltkulturerbe von Schloss und Park Schönbrunn. Bei einer Führung durch die Prunkräume der Sommerresidenz der Habsburger konnten die Schüler vollends in die Zeit der k.u.k.- Monarchie eintauchen. Ein letzter Höhepunkt der Reise stellte die Besichtigung des Benediktinerstifts Melk in der Wachau mit seinen nach neuesten museumspädagogischen Erkenntnissen gestalteten Ausstellungsräumen, der prächtigen Bibliothek und der eindrucksvollen barocken Stiftskirche dar.