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Heute gibt es Zwischenberichte am BSG

Eltern bekommen genaue Informationen über Noten, Sozialverhalten und besondere Leistungen der Kinder

Bad Kötzting. Ein Jubiläum ganz besonderer Art begeht man heute am Benedikt-Stattler-Gymnasium. Bereits zum 10. Male erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Zwischenbericht über den Leistungsstand mit ausführlichem Bemerkungsteil. Zusammen mit dem Bericht aus dem Monat Dezember ersetzt er das Zwischenzeugnis, das am BSG seit fünf Jahren nicht mehr ausgegeben wird.

Im Rahmen von MODUS21 war es das Bad Kötztinger Gymnasium, das als erste höhere Schule in Bayern ein neues Zeugniskonzept erstellte. Ausgangspunkt war das Bemühen, dass möglichst alle Kinder, die in der 5. Klasse ins Gymnasium kommen, diese Schule auch mit dem Abitur abschließen können. Um dieses Ziel auch erreichen zu können, brachte man eine ganze Reihe von flankierenden Maßnahmen auf den Weg: Ein Lerntutorensystem, bei dem ältere Schüler die jüngeren unterstützen, ein Programm "Lernen lernen", durch das man den Fünftklässlern in den ersten Wochen optimale Wege zum Erfassen des neuen Stoffes aufzeigte und schließlich eine umfassende Hausaufgabenbetreuung für Kinder, deren Eltern diese Unterstützung wünschten.

Ganz neu im Konzept aber war der Zwischenbericht, der inzwischen zu einem Markenzeichen des Bad Kötztinger Gymnasiums geworden ist. Ihn gibt es alljährlich zum ersten Male im Schuljahr im Dezember, damit Eltern, deren Töchter oder Söhne Probleme in der Schule haben, schon zu einem frühen Zeitraum unterstützend eingreifen können. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen, die inzwischen dem Beispiel des BSG gefolgt sind und auch Zwischenberichte austeilen, die aber nur eine Information über das Notenbild darstellen, darf sich der Bericht des BSG rühmen, eine umfassende Information über die Gesamtsituation des Schülers zu beinhalten.

Welches Dokument also tragen die Gymnasiasten in Bad Kötzting heute nach Hause? Greifen wir einen Zwischenbericht heraus und nennen den Schüler Tassilo, damit Anonymität gewährleistet ist. Die Eltern erfahren, dass Tassilo bisher in den Schulaufgaben in Deutsch die Noten 2,2 und 3, in Englisch 1,1 und 2 und in Mathematik 4 , 2 und 2 geschrieben hat. Bei jedem der Hauptfächer taucht auch noch der Durchschnitt, auf zwei Stellen nach dem Komma gerundet, auf. Außerdem erfahren die Eltern den exakten Leistungsstand in jedem Fach; so steht Tassilo in Natur und Technik derzeit auf 2,17 und in Kath. Religionslehre auf 1,67.

OStD Günther Roith weist ganz deutlich darauf hin, dass die Noten zwar wichtig seien; daneben gebe es aber für die Beurteilung von Schülern noch viele andere wichtige Aspekte. Aus diesem Grund enthält der BSG-Zwischenbericht einen sehr ausführlichen Bemerkungsteil. Bei unserem Musterschüler ist z. B. Folgendes zu lesen: "Tassilo ist ein zurückhaltender und nach wie vor gewissenhafter Schüler, der in der Klasse ein hohes Ansehen genießt und mit seinem freundlichen Wesen einen wertvollen Beitrag zum insgesamt guten Klassenklima leistet. - Er arbeitet seit Schuljahresbeginn in den meisten Fächern aktiv und interessiert mit. Dabei liefert er viele gute Beiträge, die eine Bereicherung für das Unterrichtsgespräch in der Klasse darstellen. - Erfreulich ist, dass Tassilo im Fach Mathematik seine Leistungen seit der 1. Schulaufgabe steigern konnte. Leider hat er sich in der 3. Schulaufgabe in Deutsch und Englisch etwas verschlechtert. Er sollte sich in beiden Fächern mit dem Grammatikstoff intensiver befassen und in der Fremdsprache seine Vokabeln genauer lernen. - Hervorzuheben ist noch Tassilos Freude am Schultheater; engagiert wirkt er in der Arbeitsgemeinschaft Bewegungskünste mit. - Als Klassensprecher setzt er sich sehr für seine Mitschüler ein." Derartige Mitteilungen liefert also ein Zwischenbericht. Zum Vergleich: Im herkömmlichen, am BSG längst vergessenen Zwischenzeugnis waren nur ein paar Zahlen zu lesen, die einer Schülerpersönlichkeit nach Auffassung der BSG-Lehrer nicht gerecht werden konnten.

Die Herausgabe der Zwischenberichte ist nach Auffassung von Schulleiter Günther Roith stark dafür mitverantwortlich, dass in den letzten Jahren am BSG deutlich mehr Schüler erfolgreich mit dem Abitur abschlossen als in früheren Jahren. Als pädagogische Begleitmaßnahme führt das Benedikt-Stattler-Gymnasium bereits am morgigen Mittwoch den 2. Allgemeinen Elternsprechtag durch, bei dem Mütter und Väter mit den Lehrkräften die Ergebnisse der Zwischenberichte erörtern können.