Benedikt Stattler S.J.

 

 
   

Der am 30. Januar 1728 in Kötzting geborene Benedikt Stattler war ohne Zweifel einer der großen Theologen Bayerns im 18. Jahrhundert.

Er war ein Hochschullehrer, der, wie der berühmte Regensburger Bischof Johann Michael Sailer betont hat, seinen Schülern in strenger Konsequenz eigenständiges und kritisches Denken lehrte.

Stattler war ein Mann mit einer beachtlichen Arbeitsleistung. Ein Biograf würdigt seine "fast ungebrochene physische Arbeitskraft" und betont: "Er wirkte außerordentlich durch seinen beispiellosen, nie rastenden Fleiß, durch sein positives Wissen und seine formale Geistesschärfe. Die Gedanken flossen ihm mühelos in die Feder."

Als er, der Jesuit, nicht mehr an der Ingolstädter Universität lehren durfte und Pfarrer in Kemnath war, erwies er sich als ein Mann, der seiner Zeit weit voraus war. Er legte der Landesregierung geradezu revolutionäre Vorschläge zur Schulreform vor, forderte dabei die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, die Organisation einzelner Schulsprengel und die feste Besoldung der Lehrkräfte.

Benedikt Stattler war zeitlebens ein Mensch mit einem starken Charakter. Wenn er von einer Sache überzeugt war, verfocht er sie konsequent. Zwei Jahrzehnte währte seine Auseinandersetzung mit Rom. Schließlich verlangte die Kirche von ihm, wichtige Aussagen zurückzunehmen. Seine Reaktion: "Es kann nicht denken heißen, Sätze  die man nicht für Irrtümer hält, als solche zu bekennen und sich selbst anzuschwärzen." Stattler widerrief nicht und tröstete sich mit den Worten: "Ich hoffe, ich werde meinen Prozess bei Gott besser ausfechten als auf Erden."

Schließlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Benedikt Stattler ein großer Wohltäter war, Schulstiftungen einrichtete und in seinem Testament die Armen als Haupterben einsetze.

Benedikt Stattler passt also auch in unserer heutigen Zeit ganz gut zu unserem Gymnasium. Er hatte Fehler, aber er war ein kluger, charakterfester, sozial eingestellter und vorausblickender Mann. Wir brauchen uns keine Zurückhaltung auferlegen, wenn wir seinen  Namen in Zusammenhang mit unserer Schule nennen.

Günther Roith