Austausch

mit Frankreich

 

Die Schu­le führt seit dem Jahr 1978 ei­nen Schü­ler­aus­tausch mit dem „Col­lè­ge Ge­or­ges Bras­sens“ in Saint-Ar­noult-en-Yve­li­nes (60 km von Pa­ris ent­fernt) durch. Das An­ge­bot rich­tet sich an al­le Acht­kläss­ler, die Fran­zö­sisch als zwei­te Fremd­spra­che er­ler­nen.

Eiffelturm, Macarons und Bises

24 Achtklässler des BSG verbringen unvergessliche Tage in französischen Gastfamilien

 

Die Austauschgruppe vor der Kathedrale in Chartres

Ziel eines Austausches ist es, Schülerinnen und Schülern einer anderen Kultur zu begegnen und dabei zu erfahren, was sie eint und was sie trennt. So fallen schon allein bei den Mahlzeiten viele Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich auf. Da dies im Unterricht nur theoretisch behandelt werden kann, machten sich in diesem Schuljahr erneut 24 Achtklässler des Benedikt-Stattler-Gymnasiums zusammen mit ihren beiden Lehrkräften Simone Gruber und Ulrich Richter auf den Weg nach Saint-Arnoult, wo sie zehn Tage lang am Leben in einer französischen Gastfamilie teilhaben konnten, um dabei eigene Erfahrungen zu sammeln. Dort zeigte sich einmal wieder, dass eine Begegnung mit der Kultur des Nachbarlandes für die Jugendlichen nicht nur in sprachlicher und kultureller, sondern auch in persönlicher Hinsicht eine große Bereicherung darstellt.

Schon während der langen Busfahrt nach Frankreich herrschte bei den deutschen Schülern große Vorfreude. Je weiter man sich dem Ziel näherte, zeigte sich auch eine gewisse Anspannung und Nervosität, da sich die Austauschpartner zum ersten Mal live begegnen würden. Bereits Monate vorher begann die Zusammenarbeit zwischen dem Collège in Saint-Arnoult und dem BSG, indem die Schüler per Brief, Mail und  SMS kommunizierten. Die herzliche Begrüßung mit den typisch französischen Bises (Küsschen) ließ das Eis schnell brechen und der erste gemeinsame Abend in der Familie konnte beginnen. Ein wichtiges Ziel eines Schüleraustausches ist es nämlich, voll und ganz in den Alltag des anderen Landes und in das Leben in einer Gastfamilie einzutauchen.

Am nächsten Morgen trafen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften Simone Gruber und Ulrich Richter an der Schule, wo sie herzlich von Frau Marque, der Leiterin des Collège willkommen geheißen und zu einem kleinen Willkommensfrühstück eingeladen wurden. Bei der anschließenden Schulhausführung wurde den deutschen Schülern schnell bewusst, dass sich das deutsche und das französische Schulsystem sehr voneinander unterscheiden.

Auf dem französischen Pausenhof

Am nächsten Tag hatten die BSGler zudem auch die Möglichkeit, in Kleingruppen an einigen Unterrichtsstunden teilzunehmen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulkantine erkundeten alle am Nachmittag im Rahmen einer Stadtrallye Saint-Arnoult. Die Schülerinnen und Schüler bekamen verschiedene Aufgaben: So sollten sie z. B. mehrere französische Haushaltsmarken im Supermarkt finden, sich in einer Bäckerei nach einer französischen Spezialität erkundigen und mit den Einwohnern der Stadt ins Gespräch kommen.

Frau Devaux, die Deutschlehrerin am Collège, hatte für die kommenden Tage ein abwechslungsreiches Ausflugsprogramm organisiert. So machte sich die deutsch-französische Gruppe beim ersten gemeinsamen Ausflug auf nach Paris. Ein herrlicher Auftakt war der Besuch und die Besteigung des Eiffelturms. Der anstrengende Aufstieg von über 700 Stufen wurde mit einem herrlichen Ausblick bei strahlendem Sonnenschein über die Hauptstadt belohnt. Die BSGler bewunderten mit ihren Austauschpartnern bei einer Schifffahrt auf der Seine einige weitere berühmte Sehenswürdigkeiten der Stadt der Liebe vom Wasser aus. Einen krönenden Abschluss des Tages bildeten die berühmten Meisterwerke im Louvre. Am Wochenende unternahmen die Austauschpartner viele Ausflüge in die nähere Umgebung: Einige besuchten das Schloss von Versailles, andere Mickey Mouse im Disneyland, wieder andere waren im Asterix-Vergnügungspark. Der zweite Ausflugstag führte die Gruppe nach Chartres - in die Altstadt und in die berühmte Kathedrale mit ihren herrlich bunten Glasfenstern. Besonders eindrucksvoll war das Farbenspiel im Inneren der Kathedrale bei strahlendem Sonnenschein. Im Anschluss daran erkundeten die Schüler die Innenstadt, bevor sie ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten in einem Workshop unter Beweis stellten. Zunächst wurden sie in das Geheimnis der Herstellung der Buntglasfenster eingeführt, um dann ihr eigenes kleines Kirchenfenster zu kreieren, das sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen durften.  In der Moulin Neuf (die neue Mühle) tauchte man in die Geschichte und Tradition von Saint-Arnoult ein.

Beim Austausch gibt es ganz verschiedene Aktivitäten. Hier stellen die BSGler ein Buntglasfenster her.

Am letzten Tag feierten alle gemeinsam ein Abschiedsfest, für welches schon Tage vorher die Vorbereitungen liefen. Die französische Gruppe hatte ein Theaterstück einstudiert und ihren Gästen präsentiert. Die BSGler führten einen kleinen Sketch auf und lernten ihren Partnern mit einer Schulstunde die ersten Wörter im bayerischen Dialekt. Zum Abschluss präsentierte die französische Austauschklasse mehrere Lieder, die zum Mitsingen einluden.

Nach einer ereignisreichen Zeit trat man mit einem lachenden und einem weinenden Auge den Heimweg an. In einigen Wochen werden sich die Austauschpartner wieder in die Arme schließen können, wenn die französischen Schüler zum Gegenbesuch in den Bayerischen Wald fahren. Der wehmütige Abschied aller Beteiligten zeigte einmal wieder, dass man sich von neu gewonnenen Freunden verabschiedete.

Das Schuljahr im Blick