deutsch english
Logo
Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
Bürgermeister-Dullinger-Str. 23, 93444 Bad Kötzting
Telefon: 09941 / 94 66 0, Telefax: 09941 / 94 66 66
Anmelden  
◀ Hauptmenü Seiten ▶
Aktuelles Schulfamilie Betrieb Fächer Profil Service

Aktuelles 2017

Soziales Engagement für Straßenkinder in BolivienVortragsabend am Benedikt-Stattler-Gymnasium widmet sich der Fundación ARCO IRIS

Ul­rich Rich­ter in­for­mier­te über die Un­ter­stüt­zung des Pro­jekts sei­tens der Schu­le.

Die Er­zie­hung zu Selbst- und So­zial­kom­pe­tenz wird am BSG seit Jah­ren groß­ge­schrie­ben. Aus die­sem Grund war ein wich­ti­ges Pro­jekt der Schu­le auch Ge­gen­stand des ers­ten Vor­trags­a­bends im Rah­men des 50-jäh­ri­gen Ju­bi­läums des Kötz­tin­ger Gym­na­si­ums. Die Re­de ist von der Fun­da­ción Ar­co Iris (FAI) in Bo­li­vi­en, die die Schul­fa­mi­lie seit mitt­ler­wei­le fast 15 Jah­ren fi­nan­zi­ell un­ter­stützt.

„Ar­co Iris“ heißt Re­gen­bo­gen und ist der Na­me ei­ner Stif­tung, mit der der deut­sche ka­tho­li­sche Pries­ter Jo­sef Ma­ria Neu­en­ho­fer seit 1994 Stra­ßen­kin­dern in Bo­li­vi­ens Mil­lio­nen­stadt La Paz hilft, in­dem er ih­nen me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung, Es­sen und ein Dach über dem Kopf schenkt. Kin­der, die in die­sem Land kei­ner­lei Zu­kunfts­per­spek­ti­ve hät­ten, kön­nen in ver­schie­de­nen Pro­jek­ten Hoff­nung auf ein bes­se­res Le­ben sc­höp­fen. Dass dies al­ler­dings nicht oh­ne die fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung von au­ßen funk­tio­niert, liegt auf der Hand.

Als Haupt­re­fe­ren­ten des Abends hat­te Schul­lei­ter Gün­t­her Roith den Fraun­ho­fer-Ab­sol­ven­ten Ste­fan Ruh­land ge­win­nen kön­nen, der 2014 als Vo­lon­tär ein Jahr lang in La Paz bei der Fun­da­ción mit­half und der den Gäs­ten am Di­ens­ta­g­a­bend ei­nen Ein­blick in die Leis­tun­gen der FAI aus ers­ter Hand er­mög­lich­te.

Zu­vor führ­te Roith kurz an­hand selbst ge­won­ne­ner Ein­drü­cke in das The­ma ein. 2006 hat­te er Bo­li­vi­en be­reist und dort auch die ver­schie­de­nen Pro­jek­te der Stif­tung ken­nen­ge­lernt. Vie­le Fo­tos und vor al­lem auch die ein­drück­li­chen Schil­de­run­gen, die im­mer wie­der den Ge­gen­satz zwi­schen der wun­der­ba­ren Land­schaft und den herz­li­chen Men­schen mit ih­rer le­bens­fro­hen Kul­tur auf der ei­nen Sei­te, aber auch der bit­te­ren Ar­mut auf der an­de­ren Sei­te the­ma­ti­sier­ten, lu­den die Zu­hö­rer ein, sich ge­dank­lich mit auf die Rei­se zu ma­chen.

Im An­schluss da­ran re­fe­rier­te Ul­rich Rich­ter, Re­li­gi­ons­leh­rer am BSG, kurz dar­über, wie die Stif­tung des Pa­ter Neu­en­ho­fer in den letz­ten Jah­ren von Bad Kötz­ting aus un­ter­stützt wur­de. So flie­ßen die Er­lö­se des jähr­li­chen Weih­nachts­mark­tes, den die SMV ver­an­stal­tet, re­gel­mä­ß­ig nach Bo­li­vi­en, zu­dem spen­den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mo­nat­lich frei­wil­lig den zu­nächst ge­ring er­schei­nen­den Be­trag von 50 Cent. Da­zu müs­se man wis­sen, so Rich­ter, dass be­reits mit 40 Cent ein Mit­ta­ges­sen für ein Stra­ßen­kind ge­si­chert sei. Den Schü­l­ern wer­de so un­mit­tel­bar deut­lich, dass auch ein Be­trag, der nicht weh tut, Gro­ßes be­wir­ken kann. Im­mer­hin fast 50.000 Eu­ro sei­en auf die­sem Weg in den letz­ten Jah­ren nach Bo­li­vi­en ge­gan­gen.

Den Höh­e­punkt des Abends bil­de­te sch­ließ­lich der Vor­trag von Ste­fan Ruh­land aus Wald­mün­chen, der ein­drucks­voll sei­ne Er­leb­nis­se als frei­wil­li­ger Hel­fer vor Ort schil­der­te und die ver­schie­de­nen Pro­jek­te von Ar­co Iris näh­er be­leuch­te­te. Auf ei­nem vir­tu­el­len Rund­gang durch La Paz konn­ten ihn die Zu­hö­rer in die vier Hei­me der Fun­da­ción, zum Stra­ßen­pro­jekt, zum Ar­bei­ter­pro­jekt, in die Werk­stät­ten oder das Kran­ken­haus be­g­lei­ten. Ein be­son­de­rer Fo­kus lag auf dem Fa­mi­li­en­pro­jekt, in wel­chem Ruh­land selbst mit­half. Hier gibt es Hil­fe für ar­me Groß­fa­mi­li­en, von der kos­ten­lo­sen me­di­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung bis hin zur Le­bens­mit­te­l­aus­ga­be und der Su­che nach Per­spek­ti­ven, um den Fa­mi­li­en ein men­schen­wür­di­ges Le­ben zu er­mög­li­chen. Über 600 Men­schen wür­den laut Ruh­land in die­ser Maß­nah­me be­t­reut. Nicht von oben her­ab, son­dern auf Au­gen­höhe su­che man nach Lö­sun­gen für Pro­b­le­me und hel­fe ih­nen, ihr Le­ben zu meis­tern. Be­son­ders deut­lich wur­de da­bei das ho­he per­sön­li­che En­ga­ge­ment, das die Mit­ar­bei­ter von Ar­co Iris tag­täg­lich ein­brin­gen, das aber nur mit dem ent­sp­re­chen­den fi­nan­zi­el­len Rah­men auch auf wir­k­lich frucht­ba­ren Bo­den fal­len kann.

In die­sem Sin­ne war­ben al­le drei Re­fe­ren­ten zum En­de des Abends noch ein­mal ein­dring­lich für die Un­ter­stüt­zung des Pro­jekts. Das BSG wird dies ger­ne wei­ter­hin fi­nan­zi­ell leis­ten, und wer weiß, vi­el­leicht be­kommt der ei­ne oder an­de­re Gym­na­siast Lust, nach dem Ab­i­tur als Vo­lon­tär nach Bo­li­vi­en zu ge­hen und Ein­drü­cke zu sam­meln, die ein Le­ben lang prä­gen.

Oben: Mit Gün­t­her Roith und Ste­fan Ruh­land konn­ten zwei Bo­li­vi­en-Ken­ner ih­re Ein­drü­cke schil­dern. Un­ten: Beim Weih­nachts­markt, wie hier 2013, ver­kau­fen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler des BSG Pro­duk­te aus den Werk­stät­ten der Fun­da­ción. Der Er­lös geht 1:1 nach Bo­li­vi­en.