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Benedikt-Stattler-Gymnasium
Bad Kötzting
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Aktuelles 2017

Menschliche Vielfalt in der Millionenstadt20 Schüler der elften Klassen des Benedikt-Stattler-Gymnasiums wagten sich anlässlich ihrer Abschlussfahrt nach Rom

Man stel­le sich vor, in Bad Kötz­ting gä­be es ei­ne U-Bahn: Ge­hetz­te Men­schen drän­gen sich zur Rush-Hour in der Sta­ti­on Jahn­hal­le dicht bei­ein­an­der am Gleis, drü­cken sich in den her­an­kom­men­den Zug, star­ren auf ih­re Dis­plays oder ein­fach nur her­um, und in dem ei­nen oder an­de­ren Ab­teil war­tet ein Dieb, um ei­nem Un­vor­sich­ti­gen et­was zu ent­wen­den. Dann geht's los, durch den Un­ter­grund, und in ein paar Au­gen­bli­cken steigt man aus am Bahn­hof oder beim Wan­nin­ger. –

Da es in Bad Kötz­ting eben kei­ne U-Bahn gibt, müs­sen all die­se Din­ge buch­stäb­lich erst er­fah­ren wer­den - zur Not muss man den zer­knit­ter­ten bi­g­liet­to halt vier- oder fünf­mal durch den Scan­ner las­sen, bis sich die Schran­ke end­lich öff­net und man hin­ein­kann, fast wie im rich­ti­gen Le­ben al­so. Aber na­tür­lich gab es für die Schü­ler auch viel Kul­tu­rel­les zu be­stau­nen, all das, wo­für Rom eben be­rühmt ist – das Ko­los­se­um, der Pe­ters­dom, die Piaz­za Na­vo­na, Os­tia wur­den auf der Heim­fahrt als High­lights ge­nannt. Nach dem tas­ten­den Be­ginn, von den zahl­rei­chen Ein­drü­cken kul­tur­scho­ck­ar­tig noch et­was er­schla­gen, fan­den sich die jun­gen Leu­te vom Land im­mer bes­ser zu­recht mit der Man­nig­fal­tig­keit der em­sig-ewi­gen Stadt, und am En­de stie­gen sie in die U-Bahn schon fast so selbst­ver­ständ­lich ein und aus wie die Rö­mer. Auch zeit­lich be­trach­tet wur­den wei­te St­re­cken zu­rück­ge­legt, so gut wie al­le Epo­chen wur­den durch­qu­ert, ge­schicht­li­che, re­li­giö­se und künst­le­ri­sche Blü­te­zei­ten bis hin zum Li­fe­sty­le der Mo­der­ne, von man­chen ein­ge­hend be­trach­tet im Hard-Rock-Ca­fé, in ei­ner nicht ganz so tou­ris­ti­schen Sei­ten­gas­sen-Os­te­ria, wo man ver­such­te, auf Ita­lie­nisch zu be­s­tel­len, oder in ei­nem mon­dä­nen Mo­de­ge­schäft. Dass da­bei manch sen­si­b­ler Ort, an­ders als noch vor ein paar Jah­ren, von Sol­da­ten mit Ma­schi­n­en­ge­weh­ren ge­si­chert wur­de, ge­mahn­te die Rei­sen­den aber auch an die Schat­ten­sei­ten ei­ner Stadt – und an ei­nen latei­ni­schen Spruch: „tem­po­ra mu­tan­tur et nos muta­mur in il­lis“ („Die Zei­ten wan­deln sich und wir ve­r­än­dern uns in ih­nen.“): Das Mi­li­täri­sche ne­ben all den fi­li­gra­nen Bau- und Kunst­wer­ken zeig­te uns doch recht schlag­licht­ar­tig, dass Sc­hön­heit und Frei­heit ver­letz­lich sind … so wie es in Rom schon im­mer war, oft­mals zer­stört und er­obert von Men­schen mit bru­ta­ler Ge­sin­nung, aber im­mer wie­der auf- und um­ge­baut bis heu­te. Die Zei­ten wan­deln sich und sie wan­deln sich auch nicht, vie­les bleibt gleich und kann aus der Ge­schich­te ge­lernt wer­den, oder an sol­chen Or­ten er­fah­ren wer­den, die zei­gen, wie be­schüt­zens­wert doch die Viel­falt ist – am deut­lichs­ten zu se­hen vi­el­leicht in der U-Bahn, wo Men­schen ver­schie­dens­ter Schich­ten und Her­kunft das Glei­che im Sinn ha­ben: vor­an­zu­kom­men.

Das Forum Ro­ma­num bei Nacht

Blick über Rom vom Mon­te Pin­cio