Abiturstart auch am BSG: vier Biologinnen im Prüfungsmodus zwischen Genetik und Ökologie

Mit dem „neuen G9“ ändern sich die grundlegenden Prüfungsbedingungen für die Abiturienten nicht. Nach wie vor werden drei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen abgelegt. Neu ist die Möglichkeit, sich in den Fächern Deutsch und Mathe zwischen „schriftlich“ und „mündlich“ zu entscheiden oder sogar diese Fächer zu „substituieren“, indem man entweder zwei Fremdsprachen bzw. zwei Naturwissenschaften als Prüfungsfächer wählt. Ebenso gibt es wieder ein sogenanntes „Leistungsfach“, das die Schüler schon im Laufe der 11. Klasse wählen. Auch darin muss dann die Abiturprüfung abgelegt werden. Was sich auf keinen Fall geändert hat, ist die nervöse Vorfreude in den Wochen vor dem Abitur und die Anspannung unmittelbar vor Beginn der ersten Prüfungen.

Am Mittwoch durften die ersten Abiturienten, genau genommen vier Biologinnen, am BSG beweisen, was sie in „ihrem“ Fach draufhaben. Nicht mehr in der großen Doppelsporthalle, sondern in den normalen Kursräumen finden die Prüfungen nun statt. Denn es gibt nun nicht mehr nur drei bzw. vier Abiturprüfungstage für die „Schriftlichen“, sondern insgesamt neun. Das bedeutet für so manche Prüfung, dass jeweils nur wenige Abiturienten die Kladden mit den Aufgaben öffnen – wie z. B. am Mittwoch vier in Bio und am Donnerstag vier in Physik bzw. Astrophysik. Für die meisten beginnt das Abitur also erst nächste Woche, nämlich mit Deutsch.

Am Mittwoch mussten die Prüflinge in Biologie nicht nur Aufgaben lösen, sondern sich auch mit großen Problemen unserer Zeit auseinandersetzen: Da gab es etwa die Algenfarmen, in denen die Braunalge „Blasentang“ genutzt wird, um durch Photosynthese große Mengen an CO2 zu binden. Der abgesonderte zuckerhaltige Algenschleim dient als langfristige Kohlenstoffsenke im Meer. Auch die Folgen des Klimawandels galt es zu erarbeiten. Dies geschah durch eine Analyse der zunehmend auftretenden Widrigkeiten in den Habitaten von Alpenschnee- und Feldhase. So komplex wie das trotz seiner Winzigkeit selbst hochkomplexe Nervensystem der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) gestaltete sich die Aufgabenstellung zum allseits unbeliebten Küchengast. Im Themenbereich Genetik wurde unter anderem von den Prüflingen eine Bewertung des Erfolgs einer möglichen Therapie gegen hypertrophe Kardiomyopathie, eine genetisch bedingte Herzerkrankung, gefordert. Innerhalb von knapp viereinhalb Stunden mussten die Schüler aus vier gegebenen Aufgabenpaketen drei bearbeiten. Dabei hat jedes „Paket“ einen thematischen Schwerpunkt: Stoffwechsel, Neurobiologie und Genetik, Ökologie und Evolution. 

Die Kursleiter Karsten Nasdal und Jasmin Kellermeier zeigten sich mit der Aufgabenstellung für den ersten G9-Jahrgang im Fach Biologie zufrieden – sie bewerteten sie als anspruchsvoll, aber fair. Die Schülerinnen verließen auf jeden Fall gut gelaunt und mit erleichterten Lachen den Prüfungsraum. Für die beiden Lehrkräfte ist das ein klares Signal: „Die Schülerinnen konnten heute wohl zeigen, was in ihnen steckt – genau darauf haben wir im Unterricht hingearbeitet.“ 

Bis einschließlich 13. Mai „ziehen“ sich die schriftlichen Prüfungen, und bereits am Montag darauf findet die erste Kolloquiumsrunde statt. Der letzte BSGler wird nach den Pfingstferien, genau genommen am 16. Juni, mit den mündlichen Abiturprüfungen fertig sein.

Acht Wochen lang sind die Abiturienten also im „absoluten Prüfungsmodus“, wofür sie viel Kraft und Ausdauer brauchen. Das weiß auch die gesamte Schulgemeinschaft. Stellvertretend für alle hat deshalb die 5c in der letzten Schulversammlung mit selbstgedichteten Motivationsreimen die „Großen“ ins Abitur geschickt, ihnen Mut gemacht und Erfolg sowie Durchhaltevermögen gewünscht:

„Bist du erst in der Prüfung drin, dann zeig dein Können mit klarem Sinn. Die Prüfer staunen voller Ehr‘ und alle drücken euch die Daumen sehr.“

 

gewählte Abiturprüfungsfächer des ersten G9-Jahrgangs

  

Lockere Stimmung herrschte unmittelbar vor Prüfungsbeginn am Mittwochmorgen. Carolin R. (Mitte) und Jasmin A. wurde wie jedem Abiturienten an allen Prüfungstagen der Rücken von Schulleiterin Birgit Maier gestärkt.
Egal wie wenige Prüflinge gerade Abi schreiben, es sind immer mindestens zwei Aufsichten anwesend. Für die gesamte Organisation des Abiturs ist Herr Kolbeck zuständig.
Als die jüngsten BSGler ihre selbstgereimten Motivationssprüche für die „Großen“ in der letzten gemeinsame Schulversammlung vortrugen, wurde so mancher Abiturient doch sentimental.

Das Schuljahr im Blick