BSGler mit Begrüßungsküsschen in französische Gastfamilien aufgenommen
Seit fast 50 Jahren gibt es nun schon den Schüleraustausch zwischen dem Collège Georges Brassens und dem BSG in Bad Kötzting. Auch heuer kamen wieder 28 Schüler der 8. Jahrgangsstufe unterstützt durch den finanziellen Zuschuss des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) in den Genuss, nach Frankreich fahren zu dürfen. Dort verbrachten sie neun Tage in den Familien ihrer Austauschpartner, wo sie die andere Kultur und den anderen Lebensrhythmus hautnah erleben konnten.
Große Aufregung herrschte schon bei der Ankunft in Saint-Arnoult: Nun sollten die Bad Kötztinger ihre Austauschpartner zum ersten Mal persönlich kennenlernen. Würden sie mit den berühmten französischen „Begrüßungsküsschen“ empfangen werden? Wie wird es mit der Verständigung klappen? Und wie wird es in der Familie des Austauschpartners wohl sein? Wie sich herausstellte, waren alle kleineren Bedenken völlig unbegründet, denn die französischen Familien zeigten große Gastfreundschaft und Herzlichkeit, sodass sich die BSGler dementsprechend wohl fühlen konnten.
In den doch wenigen Tagen haben alle Schüler große Fortschritte im Französischen gemacht: Sowohl in den Gastfamilien als in der Schule, in der die BSGler den Unterricht in verschiedenen Fächern besuchen durften, musste man Französisch sprechen. Ein besonderes Erlebnis war der Einstieg in das französische Schulsystem, denn der Unterricht beginnt zwar erst um 8.30 Uhr, dauert aber an den meisten Schultagen bis 17 Uhr. Danach müssen noch Hausaufgaben gemacht werden. Vormittags und nachmittags gibt es 20 Minuten Pause. Mittags wird in der Kantine gegessen. Aber erst auf klassenweisen Aufruf können die Schüler dorthin. Nach jeder Unterrichtsstunde wechseln die Schüler den Raum und gehen in den eigenen Fachraum des jeweiligen Lehrers. Dank des Einblicks in die langen Tage der französischen Altersgenossen und in deren strikt getakteten Schulalltag schätzen die Bad Kötztinger Schüler das bayerische Schulsystem um so mehr.
Es wurde aber nicht neun Tage die französische Schulbank gedrückt, sondern die Gastschule bot den BSGlern ein tolles Ausflugprogramm. So konnten die Schüler in Chartre die Kathedrale mit ihren berühmten Glasfenstern entdecken und am Nachmittag bei einem Workshop selbst ein kleines Glasfenster gestalten. In Rambouillet besichtigten die deutschen Schüler das berühmte Schloss, das viele Jahre lang auch als Präsidentenresidenz diente. Das Highlight der Woche war natürlich der gemeinsame Ausflug nach Paris. Dort besichtigte man Notre-Dame, die nach der Renovierung wieder in hellem Glanz erstrahlt. Ebenso unternahmen die BSGler eine Bootsfahrt auf der Seine und natürlich bestiegen sie den Eiffelturm. Auch wenn das Wetter nicht mitspielte, bot das Monument einen atemberaubenden Blick über die französische Metropole. Am Nachmittag stand ein Besuch im Louvre auf dem Programm, wo der erste Weg freilich gleich zur „Mona Lisa“ führte.
Beim Abschied flossen dann sogar ein paar Tränen. Denn die neun Tage sind ein intensives Erlebnis, Freundschaften sind entstanden und die Austauschfamilien haben ihre bayerischen Gäste ins Herz geschlossen. Aber schon im Juni gibt es ein Wiedersehen mit dem Austauschpartner. Dann können die BSGler ihre Heimat zeigen.
von StDin Sandra Ederer
Das Schuljahr im Blick