Europa als "Lebensversicherung" - MdL Dr. Gerhard Hopp diskutiert mit BSGlern
Anfang Mai finden sich alljährlich gleich zwei Jahrestage im Kalender, die eng mit der Geschichte der Europäischen Union verknüpft sind: Der 5. Mai gilt als Gründungstag des Europarates, während der offizielle „Europatag“ am 9. Mai begangen wird. Dieser erinnert an die Schumann-Erklärung im Jahr 1950, die den Grundstein für die europäische Zusammenarbeit legte.
Aus diesem Anlass und um die Bedeutung einer gemeinsamen Europapolitik auch über den Lehrplan hinaus zu vermitteln, besuchte in der zeitlichen Mitte der Jahrestage der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp (CSU) auf Einladung des Fachschaftsleiters für Politik und Gesellschaft, StR Stefan Wecker, das Benedikt-Stattler-Gymnasium. MdL Hopp nahm sich Zeit und diskutierte mit den Schülern der 11. Jahrgangsstufe ausführlich über die Errungenschaften, Chancen und aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union.
Nur kurz stellte der Abgeordnete seine Tätigkeit als Mitglied des Europaausschusses des Bayerischen Landtags vor, bevor es zu einem wahrlich lebendigen Austausch zwischen dem Politiker und Schülern kam. Das Moderatorenduo Paul & Paul bündelte zugleich souverän wie geschickt die zahlreichen Fragen und Beiträge der Jugendlichen. Die eigens entwickelte Schnellfragerunde „Hopp oder Topp“ zum Abschluss der Veranstaltung sorgte noch einmal für eine lockere Atmosphäre und einige Schmunzler.
Thematisch spannte sich der Bogen während des Gesprächs von der möglichen Zukunft der Europäischen Union über die transatlantischen Beziehungen bis hin zur Bedeutung Europas für den Landkreis Cham. Vor dem Hintergrund der aktuellen internationalen Krisen und Konflikte sprach sich Hopp deutlich für eine stärkere europäische Zusammenarbeit aus. Dabei betonte er insbesondere die Notwendigkeit, die Entscheidungsfähigkeit der Europäischen Union weiter auszubauen – etwa durch eine Einschränkung des Einstimmigkeitsprinzips. Auch die Idee einer europäischen Armee schloss der CSU-Politiker langfristig nicht aus. Europa müsse verteidigungsfähig sein, „damit man sich im Idealfall niemals verteidigen muss“, so Hopp.
Kritisch äußerte sich der Abgeordnete hingegen über die hohe Zahl an Sitzungswochen in Brüssel, die seiner Ansicht nach den direkten Kontakt vieler Politiker zur Bevölkerung erschwere. Ebenso sehe er den zunehmenden Fokus auf kleinteilige Regulierungen und Normen problematisch, da dies populistischen Kräften immer wieder Angriffsflächen gegen die Europäische Union biete. Auch der regelmäßige Umzug des Europäischen Parlaments zwischen Straßburg und Brüssel wurde von Hopp hinterfragt.
Gerade angesichts der zunehmend wechselhaften Außenpolitik der USA bezeichnete Hopp die Europäische Union als eine Art „Lebensversicherung“ für die Mitgliedsstaaten. Besonders für den Landkreis Cham machte er deutlich, wie stark die Region von der europäischen Zusammenarbeit profitiert. So wurde den BSGlern eindrucksvoll vermittelt, dass Europa auch in Zukunft ein schützenswertes Projekt bleibt – damit Bayern und Tschechien auch weiterhin das „starke Herz Europas“ bilden können.
von Paul W. (11a) und StR Stefan Wecker
Das Schuljahr im Blick