Feierliche Verabschiedung des ersten G9-Jahrgangs am Benedikt-Stattler-Gymnasium

Viele Gründe zum Jubeln am BSG

Herzliche Glückwünsche an alle erfolgreichen 49 Absolventen!

Es gab gleich mehrere Jubelanlässe am Bad Kötztinger Gymnasium: Alle 49 Abiturienten durften sich über die offizielle Verleihung der Allgemeinen Hochschulreife freuen. Mit den ersten „G9-Schülern“ wurde ein besonderer Jahrgang verabschiedet und ins Leben entlassen. Gleichzeitig fanden aber auch einige der allerersten Absolventen des Benedikt-Stattler-Gymnasiums an ihre alte Schule zurück. Sie waren herzlich geladen worden, da sie 1976, also genau vor 50 Jahren die ersten waschechten Kötztinger Abiturienten gewesen waren. Und um die Jubiläen noch zu komplettieren, feiert heuer auch das Schulhaus selbst seinen 50-jährigen Geburtstag und die Schule ihren Namenstag. Nichtsdestotrotz stand die aktuelle Absolvia im absoluten Mittelpunkt.

Am Benedikt-Stattler-Gymnasium gehört zur Verleihung des Reifezeugnisses zugleich die schöne Tradition, jedem Absolventen ein symbolisches Erinnerungsstück mitzugeben. Für jeden Jahrgang wird das Glasgeschenk individuell ausgewählt und angefertigt. Schulleiterin OStDin Birgit Maier erklärte, warum es heuer eine Eins geworden ist. Neben dem offensichtlichen Hinweis auf den ersten G9-Jahrgang, sei dieser für sie persönlich etwas Besonderes: Denn es handle sich um den ersten Jahrgang, den sie von der fünften Klasse an als Schulleiterin begleiten durfte. Zuvor hatte Maier die verbreitete Vorstellung von der Zeit nach dem Abitur als unbeschwerter „bester Zeit des Lebens“ hinterfragt. Gerade für die junge Generation, die mit Krisen, Unsicherheiten und einem hohen Anspruch an sich selbst konfrontiert sei, könne die neu gewonnene Freiheit auch Entscheidungsdruck erzeugen. Umso mehr würdigte sie den Optimismus, mit dem die Absolvia in ihre Zukunft blickt. Die gläserne Eins verband die Schulleiterin schließlich mit einer grundsätzlichen Überlegung zur Gegenwart: In einer Gesellschaft, in der Individualität und das Streben nach Besonderheit einen hohen Stellenwert hätten, könne Zusammenhalt nur dort entstehen, wo Verschiedenheit anerkannt werde und zugleich ein tragfähiger Gemeinsinn erhalten bleibe. Die Eins, stehe in vielen Kulturen einerseits für „Würde, Individualität und Identität, keineswegs aber für den konkurrierenden Vergleich“, andererseits für „das Verbindende und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft“. Gerade diese Balance hätten die scheidenden Schüler in den letzten Jahren im Kleinen am BSG gelebt und entschieden bewiesen. Wichtig sei es nun, diese auf dem weiteren Lebensweg zu erhalten.

Jasmin Altmann und Adrijan Kalanderi, die stellvertretend für den Abiturjahrgang die Rede der Absolventen hielten, bekräftigten die Worte der Schulleiterin. Sie erklärten, wie der Jahrgang „zu einer harmonischen Gruppe herangewachsen sei“. Offensichtlich sei dies beispielsweise bei den Studienfahrten geworden: „Das Schwarmwissen im Großstadtlabyrinth Rom“ oder „das gemeinsame Segelsetzen auf dem Schiff“ habe bei schulischen Highlights den Wert der Gemeinschaft gezeigt. Doch auch im Schulalltag bewies der scheidende Jahrgang besonderes Engagement über die eigenen, individuellen Belange hinaus. „Wir haben das BSG nicht nur besucht, sondern durch zahlreiche freiwillige Aktivitäten abseits des regulären Schulalltags geprägt“, formulierten die beiden Redner völlig zurecht. Zudem bedankten sich Altmann und Kalanderi bei allen, die sie unterstützend, motivierend und geduldig auf ihrem Weg zum Abitur belgeitet haben. Mit viel Witz und Charme schauten sie auf ihre Zeit am BSG und als erster G9-Jahrgang zurück. „Wir waren die Versuchskaninchen im großen wissenschaftlichen Experiment G9, verlassen aber jetzt stolz das Labor.“

Neben herzlichen Glückwünschen gaben die weiteren Festredner den jungen Erwachsenen wichtige Gedanken sowie viele Komplimente mit auf den Weg. Sandro Bauer als stellvertretender Landrat betonten, dass gegenseitige Unterstützung, Gemeinschaftssinn und das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft die wesentlichen Werte einer Gesellschaft seien. Wie sehr diese am BSG von der Schülerschaft gelebt und von der Schule gefördert werden, brachte er in einer Anekdote zum Ausdruck. Bad Kötztings Bürgermeister Markus Hofmann sowie Elternbeiratsvorsitzende Birgit Rabenbauer hoben hervor, wie stolz die jungen Erwachsenen auf ihr Durchhaltevermögen und die erzielte Leistung sein können. Als „ersten Meilenstein im Leben“ bezeichnete Markus Ziesche, Vorstandschaftsmitglied des Fördervereins, die erhaltene Allgemeine Hochschulreife. Als sozusagen letzte Aufgabe stellte er der Absolvia „etwas aus dieser und den am BSG erworbenen Skills“ zu machen und diese klug einzusetzen.

Für den feierlichen Akt, dem eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung, der die Noch-Schüler offiziell zu „Ehemaligen“ macht, schritt jeder Absolvent begleitet von seiner Wunschmusik und tosendem Applaus über den langen roten Teppich nach vorn. Dort nahm jeder sein Reifezeugnis sowie die gläserne Eins samt Glückwünschen und persönlichen Worten von Schulleiterin Birgit Maier, Stellvertretenden Schulleiterin Sabine Bergbauer und Oberstufenkoordinator Alexander Kolbeck entgegen.

Das musikalische Rahmenprogramm, das von den Abiturienten selbst getragen wurde, die trotz aller Sommerhitze gelöste und zugleich feierliche Stimmung sowie die von allen Rednern, Gästen sowie den Hauptpersonen zum Ausdruck gebrachte Herzlichkeit sorgten für eine persönliche und zugleich von großer Wertschätzung geprägten Atmosphäre, die dem besonderen Charakter dieses BSG-Abiturjahrgangs hoffentlich gerecht wurde.

Die Entlassfeier war nur eine in einer Reihe von Veranstaltungen, die den BSG-Absolventen gewidmet waren bzw. mit denen sie sich von ihrer Schule verabschiedeten. Zwei Tage zuvor fand ein fulminantes Abiturkonzert statt, bei dem begnadete Musiker, Tänzer und Techniker ein letztes Mal auf oder „hinter“ der Aulabühne das Publikum verwöhnten. Der Mittwoch war den jüngeren Schülern gewidmet, die sich beim Abischerz mit den „Versuchskaninchen“ amüsierten. Am Abend nach der Verleihung der Reifezeugnisse feierten Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde den bedeutenden Moment der jungen Erwachsenen beim Abi-Ball.

Die Festredner zollten dem Abiturjahrgang Respekt und beglückwünschten die jungen Erwachsenen:

Stellvertretender Landrat Sandro Bauer, Bürgermeister Markus Hofmann, Elternbeiratsvorsitzende Birgit Rabenbauer und Vorstandschaftsmitglied des Vereins der Freunde und Förderer des BSG Markus Ziesche 

Schulleiterin Birgit Maier und die Absolventen Jasmin Altmann sowie Adrijan Kalanderi:
Die feierliche Überreichung der Zeugnisse:
Die Jahrgangsstufenbesten

vordere Reihe v. l.: Moritz Mühlbauer (1,0), Elena Hierl (1,3), Malena Mühlbauer (1,3), Sophia Ilg (1,3), Johanna Kolbeck (1,3), Nina Christl (1,4), Hannah Bauer (1,0)

hintere Reihe v. l.: Romy Dachs (1,5), Niklas Klügel (1,4), Therese Stöger (1,0), Sebastian Ernst (1,4), Magdalena Feigl (1,4)

Jubelabiturienten

Sowohl auf dem roten Teppich als auch beim Gruppenfoto vor Beginn der Veranstaltung hielten die "Jubelabiturienten" mit den aktuellen Absolventen in allem mit: 

Das Schuljahr im Blick