Fit für den Alltag - Achtklässler des BSG erwerben wichtige Lebenskompetenzen

Klassenweise schnippelten die Achtklässler, um ihre jeweiligen Menüs schließlich gemeinsam verspeisen zu können.

„Schule fürs Leben“, so heißt die Initiative an bayerischen Gymnasien, mit der Praxis- und Lebensweltbezug gestärkt werden sollen. Am BSG werden die Achtklässler u. a. im Rahmen der Projekttage „Alltagskompetenzen“ fit gemacht. In insgesamt neun Workshops, teils von externen Partnern, von Lehrkräften und älteren Mitschülern geleitet, wurden verschiedene Alltagshandlungsfelder abgedeckt.

So erhielten die Achtklässler gerade in die Bereichen Strafrecht und Suchtprävention spannende Einblicke. Der leitende Richter Dr. Thomas Strauß vom Amtsgericht Cham hatte sich extra Zeit genommen über das Jugendstrafrecht aufzuklären. Deutlich wurde dabei nicht nur, was ab dem 14. Lebensjahr strafbar ist, sondern auch welche Konsequenzen strafbares Verhalten hat und welche Verantwortung junge Menschen bereits übernehmen müssen. Auch Polizeibeamtin Franziska Leitermann von der Polizeiinspektion Bad Kötzting beleuchtete die Strafmündigkeit sowie Rechte und Pflichten Jugendlicher mit Vollendung des 14. Lebensjahres genauer. Noch dezidierter in die Thematik der Suchprävention stiegen die Workshopteilnehmer mit Hilfe der Suchttutoren der 10. Jahrgangsstufe ein. In Gesprächen auf Augenhöhe und mit anschaulichen Materialien informierten die dafür ausgebildeten älteren Mitschüler eindringlich über die Risiken von Alkohol, Tabak und Cannabis.

Sehr praktisch wurde es dann in den „Ernährungs- und Haushaltsführungsworkshops“. Im va bene, der Schulmensa, planten die einzelnen Klassen  zunächst jeweils „ihr“  Menü bestehend aus Vor-, Haupt- und Nachspeise. Diese wurden dann selbstverständlich nach allen Regeln der Kunst und mit Unterstützung des Pächters Manuel Mühlbauer und Lehrkraft Frau Haberl zubereitet. Die leckeren Ergebnisse verspeisten die Köche beim gemeinsamen Mittagsmahl mit großem Genuss und einer gehörigen Prise Stolz.

In die Planung der Menus floss nicht nur das Kriterium „Was schmeckt uns?“ mit ein, sondern vor allem auch der Umgang mit einem begrenzten Budget. Diese sehr realistische Alltagssituation wurde noch viel konkreter, als die Achtklässler einen ersten Einblick in die Finanzwelt erhielten. In der Finanz Lounge der Raiffeisenbank Bad Kötzting klärte Geschäftsstellenleiter Alexander Berzl über den bewussten Umgang mit Geld, wie bedeutend langfristiges Planen bereits in jungen Jahren ist sowie verschiedene Anlagestrategien auf.

Ein verwandtes Themenfeld griff Birgit Zwicknagel, Vorsitzende der „Computermäuse“, auf, als sie die Workshopteilnehmer für den kritischen Umgang mit sozialen Medien und insbesondere die Beeinflussung von Verbrauchern durch Influencer-Werbung sensibilisierte.

Im Bereich Gesundheit stand Wolfgang Rießelmann vom Gesundheitsamt Cham bereit, um über HIV und AIDS aufzuklären. Diese so wichtige Präventionsmaßnahme wurde ergänzt durch einen Wiederbelebungskurs des Vereins „Kids Save Lives“, bei dem drei ehrenamtlich im Rettungsdienst tätige Medizinstudenten die Grundlagen für den Ernstfall vermittelten und die Jugendlichen immer wieder zum Üben anspornten.

Vollgepackt mit neuen oder vertieften Alltagskompetenzen starteten die Achtklässler dann ein paar Tage später in die Sommerferien. Vielleicht zaubern sie in der heimischen Küche das Menu, lassen sich weniger zum vorschnellen Konsum hinreißen und legen den ein oder anderen Euro geschickt an.

von Julia Hofmann

Zur Alltagskompetenz gehört nicht nur kochen, sondern auch die Planung: Was wird zubereitet? Welche Mengen sind nötig? Was kann ich mir leisten?
Beim Erste-Hilfe-Kurs übten die BSGler an Dummies die Herzdruckmassage.

Das Schuljahr im Blick