Mit dem ICE in die Antike – Lateinschüler des BSG auf Entdeckungstour in Trier und Luxemburg
Für die Lateinschüler der 8. Jahrgangsstufe des BSG wurde Geschichte lebendig: Statt nur im Schulbuch über das Römischen Reich zu lesen, bereisten sie mit ihren Lehrkräften die älteste Stadt Deutschlands. Die Anreise fand allerdings nicht stilecht zu Fuß oder auf dem Pferd statt, sondern ausgerechnet mit dem ICE. Doch dieser Gegensatz zwischen Antike und Moderne prägte die gesamte Studienfahrt.
In Trier angekommen, begaben sich die Schüler direkt auf die Spuren der Römer – und das in der Stadt, die einst als Augusta Treverorum zu den bedeutendsten Metropolen des Römischen Reiches nördlich der Alpen zählte. Im 4. Jahrhundert n. Chr. war Trier sogar zeitweise Kaiserresidenz und damit politisches Zentrum des Imperiums. Noch heute zeugen zahlreiche UNESCO-Welterbestätten von dieser glanzvollen Vergangenheit.
Bei einer Stadtführung rund um die Porta Nigra lernten die Schüler das berühmteste Wahrzeichen der Stadt kennen. Das gewaltige Stadttor aus dunklem Sandstein beeindruckte nicht nur mit seiner Größe, sondern auch geschichtlich. Es ist ein gut erhaltener Überrest der originalen römischen Stadtbefestigung. Eine Schauspielführung ließ hier die Antike lebendig werden: In der Rolle von Legionären erfuhren die Jugendlichen, wie das Leben eines römischen Soldaten an der Grenze zu Germanien aussah.
Auch bedeutende Bauwerke wie die Konstantinsbasilika, die einst Kaiser Konstantin als Palast-Aula diente, und der Dom St. Peter standen auf dem Programm. Der Dom gilt als älteste Bischofskirche Deutschlands und bildet zusammen mit der Liebfrauenbasilika ein beeindruckendes Ensemble. Diese monumentalen Gebäude machten deutlich, welche politische und religiöse Bedeutung Trier in der Spätantike hatte. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Rheinischen Landesmuseums. Dort konnten die Schüler nicht nur einen der größten römischen Goldmünzschätze bestaunen, sondern auch tief in den Alltag der Römer eintauchen.
Am folgenden Tag stand neben den römischen Sehenswürdigkeiten auch ein Ausflug in eine andere Epoche auf dem Programm: der Besuch des Karl-Marx-Hauses, dem Geburtshaus des berühmten Philosophen. Dort beschäftigten sich die Schüler mit den sozialen und politischen Ideen des 19. Jahrhunderts und erkannten, dass Trier nicht nur durch die Antike, sondern auch durch neuere Geschichte geprägt ist. Zurück in der römischen Welt erkundeten die Jugendlichen anschließend die Kaiserthermen: Mit ihrem ausgeklügelten Hypokausten-System verfügten sie bereits über eine Art Fußboden- und Wandheizung – ein erstaunlicher Komfort für die damalige Zeit.
Neben der Antike kam auch die Moderne nicht zu kurz: Ein Tagesausflug führte die Gruppe nach Luxemburg. Im Museum für moderne Kunst (Mudam) setzten sich die Schüler kreativ mit zeitgenössischer Kunst auseinander und gestalteten eigene Collagen.
Das abwechslungsreiche Programm, das von Stadtführungen über Museumsbesuche bis hin zu gemeinsamen Abendessen reichte, sorgte dafür, dass keine Langeweile aufkam. Mit vielen neuen Eindrücken kehrten die BSGler nach Hause zurück. Die Fahrt war nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein intensives Gemeinschaftserlebnis. Trier erwies sich dabei als ideales Ziel für Lateinschüler: eine Stadt, in der die Antike bis heute lebendig geblieben ist und Geschichte an jeder Ecke greifbar wird. Und vielleicht fällt es nun leichter, sich das Römische Imperium vorzustellen, wenn es im Unterricht wieder in lateinischen Texten begegnet.
von StDin Stefanie Macharowsky
Das Schuljahr im Blick