„Pack ma’s“ – ein Projekt am BSG zur Stärkung von Gemeinschaft und Zivilcourage

Sich selbst verteidigen und anderen in Gefahrensituationen überlegt und vernünftig helfen, auch dazu soll der Projektworkshop „Pack ma’s“ befähigen.

Die Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz hat am BSG eine lange und erfolgreiche Geschichte. Und obwohl sich der schuleigene Lehrplan absolut etabliert hat, ist das zuständige Lehrerteam immer damit beschäftigt, ihn weiterzuentwickeln, um so den Anforderungen der Zeit und verschiedenen Schülergenerationen gerecht zu werden.

Ein ganz neuer Baustein ist das Projekt „Pack ma’s“, das nun am BSG in der 6. Jahrgangsstufe eingeführt wurde. Die Grundidee stammt von der Dominik-Brunner-Stiftung. Für die Durchführung erwarben die Projektleiter OStR Ulrich Richter und Schulsozialpädagogin Julia Hofmann im Vorfeld eine Qualifikation.

Die Umsetzung sah dann so aus: An zwei Projekttagen arbeiteten die Klassen intensiv an verschiedenen Alltagssituationen, in die sie selbst geraten (können). Alles drehte sich dabei um die Themen respektvolles Miteinander und beherztes Handeln. Erarbeitet wurde beispielsweise, was eine funktionierende Gemeinschaft ausmacht, warum Zusammenhalt wichtig ist und weshalb niemand ausgegrenzt werden soll. Vertrauensübungen machten dabei nicht nur Spaß, sondern stärkten zugleich die Klassengemeinschaft.

Mit ganz konkreten Beispielen und Rollenspielen übten die Schüler, angemessen in schwierigen Situationen zu reagieren, ohne sich selbst einer Gefahr auszusetzen. So schlüpfte man zum Beispiel in die naheliegende Rolle eines Fahrgasts im Zug, der beobachtet, wie eine andere Person belästigt bzw. geärgert wird. Im Anschluss wurden die dargestellten Situationen gemeinsam ausgewertet und Verhaltensalternativen diskutiert. Letztlich entwickelten die Schüler einen Leidfaden mit Handlungsempfehlungen für Betroffene und Helfer. Dieser stellt freilich die eigene Sicherheit in den Mittelpunkt: Statt den unüberlegt mutigen Helden zu spielen, soll man gezielt weitere Unterstützer ansprechen.

Die vielen Ergebnisse wurden auf Plakaten gesammelt. Zusätzlich bekam jeder Projektteilnehmer ein übersichtliches Notfallkärtchen, das eine schnelle Erinnerung für das richtige Verhalten sein kann, wenn man in kritischen Situationen nervös oder überfordert ist.

Der „Vertrauensfall“: ganz viel Mut und eben blindes Vertrauen gehören dazu, wenn man sich in die Arme der Klassenkameraden wirft.

Das Schuljahr im Blick