„Segel hoch!“ – BSGler auf dem Wattenmeer
Ein Segelabenteuer mit Kultur und Natur
Eine außergewöhnliche Studienfahrt führte die Schüler der 12. Klasse des Benedikt-Stattler-Gymnasiums in die Niederlande. Auf dem Programm standen eine mehrtägige Segeltour auf traditionellen Plattbodenschiffen durch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer sowie die Besichtigung Amsterdams mit seinen kulturellen Highlights.
Die niederländische Hauptstadt war auch die erste Station der Schülergruppe, die von Organisator StR Florian Ehrenthaler, den ehemaligen BSG-Lehrkräften Christian Neumann und Ulrich Hörner sowie Sara Roth begleitet wurde. Wie es sich gehört, machten die Reisenden hier schon die ersten Erfahrungen auf dem Wasser: Mit Sloeps, den kleinen Booten, schipperte man durch die Grachten und verschaffte sich so die ersten Eindrücke von der Metropole. Danach tauchten die BSGler tiefer ein und besuchten je nach Interesse beispielsweise das berühmte Van-Gogh-, das interaktive NEMO Science- oder das Diamantenmuseum.
Danach ging es weiter in die Hafenstadt Harlingen, wo bereits die drei Plattbodenschiffe
Orion, Madraque und Johanna Engelina auf die Zwölftklässler warteten. Sie sollten in den kommenden Tagen das Zuhause der Reisegruppe werden. Unter Anleitung der Skipper und Matrosen hieß es bald zum ersten Mal: „Segel hoch!“ Dieses Startsignal bedeutete für die Schüler, dass nun das Matrosenleben begann, denn man reiste nicht vollversorgt auf einem Luxusliner, sondern musste mitanpacken: Segel setzen, Seile bedienen, beim An- und Ablegen helfen, Abendessen für die gesamte Crew zubereiten und noch viele weitere typische Arbeiten, die auf See so anfallen, füllten den Alltag der Oberstufenschüler. Neue Begriffe wie die Segeltypen Fock, Besan, Hauptsegel und Klüver schlichen sich von selbst in den Wortschatz der Bayerwäldler ein.
Die Schiffe nahmen Kurs auf die westfriesischen Inseln und steuerten zunächst Texel an. Dort liehen sich alle Fahrräder aus und unternahmen eine gemeinsame Tour zur Robbenauffangstation Ecomare. Natürlich durfte auch ein Besuch des weitläufigen Nordseestrandes nicht fehlen, der zum Entspannen und Genießen der beeindruckenden Küstenlandschaft einlud.
Im weiteren Verlauf der Reise wurden zudem die Inseln Terschelling, Vlieland und Ameland angelaufen. Besonders in Erinnerung bleiben wird vielen der Abend auf Vlieland, an dem eine Teilgruppe den Tag gemeinsam bei einem stimmungsvollen Lagerfeuer ausklingen ließ.
Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen der Woche gehörte das sogenannte Trockenfallen. Bei Ebbe setzten die Schiffe auf dem Meeresboden des Wattenmeeres auf, sodass die Schüler direkt vom Schiff aus zu einer Wattwanderung aufbrechen konnten. Dabei erkundeten sie Muschelbänke und erfuhren Wissenswertes über die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt dieses besonderen Lebensraums.
Mit vielen neuen Erfahrungen, schönen Erinnerungen und einer frischen Brise Nordseeluft im Gepäck kehrten die Zwölfklässler schließlich von ihrer letzten großen Schulfahrt vor dem Abitur nach Hause zurück.
von StR Florian Ehrenthaler