Vom BSG-Klassenzimmer in die Stratosphäre
Der Titel des verfilmten Jugendbuchklassikers „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner könnte zutreffender nicht sein. Denn zwei Schülern des BSG gelang der Blick aus luftigen Höhen auf unseren Planeten Erde.
Im Zuge des P-Seminars „MINT begeistert“ entschied sich die Teilgruppe „Wetterballon“ für ein Projekt mit Höhenflug. Paul E. und Paul W. (beide 11a) ließen mit ihrem Informatiklehrer StR Florian Ehrenthaler und in enger Zusammenarbeit mit dem Geodätischen Observatorium Wettzell einen Wetterballon fliegen. Nach schier endlosen Vorarbeiten seit Beginn des Schuljahres konnte um 11:00 Uhr vormittags am 23. April das Flugobjekt endlich aufgelassen werden.
Zwei Stunden später erreichte der mit wissenschaftlichen Messinstrumenten und einer in einer selbstgebauten Vorrichtung verpackten Kamera versehene Ballon eine Maximalhöhe von 23 km und lieferte spektakuläre Aufnahmen aus der Stratosphäre. Die exakte Flugstrecke ihres Ballons konnten die Schüler durch die per Funk übermittelten Daten über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck in Echtzeit beobachten. Doch was einmal in luftigen Höhen ist, kommt auch irgendwann mal wieder runter. Und gerade die kostspielige Sonde, musste unbedingt geborgen werden. Auf Basis von Vorausberechnungen der Schüler, den technischen Hilfsmitteln während des Flugs sowie einer Drohne konnte das Equipment geborgen werden. Sanft getragen von einem Fallschirm landete es wieder auf der Erde – allerdings 119 km entfernt von Bad Kötzting, in einem Waldstück in der Nähe von Freising.
Lehr- und ereignisreich war das Projekt allemal. Dabei bestand der Wissenszuwachs nicht nur aus genaueren Einblicken in den Aufbau der Erdatmosphäre und in den Einfluss von Großwetterlagen, sondern auch aus der Einsicht, dass das scheinbar banale Vorhaben, einen Wetterballon zu starten, eine Unmenge an Bürokratie verlangt: Vor dem Starttermin mussten drei verschiedene Genehmigungen von Bundesämtern eingeholt und eine spezielle Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden sowie alle möglichen Szenarien bezüglich Flugrichtung und Bergung durchdacht werden. Aber auch nach dem gelungenen Flug gibt es noch einiges zu tun. So ist es jetzt die Aufgabe der Schüler die Filmaufnahmen aus 23 km Höhe in brauchbarer Länge zusammenzuschneiden und darüber hinaus noch die aufgenommenen Messdaten auszuwerten und mit schon bei einem Probeflug im März entstandenen Daten zu vergleichen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Dr. Thomas Klügel, Dr. Eva Schroth und Michael Seegerer vom Bundesamt für Geodäsie und Kartographie, ohne die das Projekt in dieser Form nicht durchführbar gewesen wäre.
Das Schuljahr im Blick