Vorlesen ist ein großer Gratis-Genuss
Viel Gelächter erfüllte am bundesweiten Vorlesetag das Lesarium. Die Stelle aus Andreas Steinhöfels „Dirk und ich“, die Markus Hofmann den Schülern zum Besten gab, war auch wirklich zu komisch: Atemberaubende Weltraumfahrten unter der Bettdecke kamen darin vor, irre Babywickelaktionen und ein Haustier, das plötzlich die Farbe wechselte (warum, wird nicht verraten).
Das Schöne ist, dass die gute Laune „ganz umsonst“ sei, wie Hofmann betonte. Das Vorlesen könne nämlich etwas leisten, was ganz außergewöhnlich ist: Nur mit Wörtern, Stimme und Ohren kommt es zu einer Bild- und Gedankenübertragung vom Buch zum Kopf, und das ohne lange Anfahrten, ohne Tickets und ohne viel Plastikmüll oder Datenverbrauch. Und am Ende nimmt man eine Geschichte mit nach Hause, die man sogar weitererzählen kann, auch ganz umsonst, aber auch ganz gewinnbringend.
Freilich, manche Geschichtenvorleserei ersetzt vielleicht den Einschlaftee – für manche vielleicht auch nicht zu verachten, aber beim Vortrag des Herrn Bürgermeister waren eher Action und Spaß angesagt. Eingeschlafen ist da keiner von den Schülern, und mit nach Hause genommen hat man neben der Geschichte im Kopf vielleicht auch die Idee, selbst einmal Oma, Opa, Tanten, Onkeln oder Eltern vorlesend einen großen Gratis-Genuss zu spendieren.
(StD Ulrich Effenhauser)